21.12.2017 Ab morgen widmet sich eine Ausstellung im Haus der Geschichte den 60ern.

 Foto: dpa

Stuttgart (dpa/lsw) - Ein Stuhl, auf dem Jimi Hendrix gesessen haben soll, eine Aktentasche von Studentenführer Rudi Dutschke, die erste Antibabypille - anhand von 285 Exponaten würdigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg bis Juni die 1960er-Jahre. „Es waren aufregende Jahre, in denen sich im Land so viel veränderte“, sagte Museumsleiter Thomas Schnabel am Donnerstag bei der Präsentation der Ausstellung mit dem Titel „... denn die Zeiten ändern sich“, der Übersetzung des Bob-Dylan-Songs „The Times They Are A-Changin'“.
Die 1960er gelten als Ende der Nachkriegszeit, das Wirtschaftswunder schaffte ein radikal neues Lebensgefühl. „Etliche konnten sich nun den Plattenspieler, die Jeans oder gar den Trip nach London leisten“, berichtet Ausstellungsleiterin Paula Lutum-Lenger. Und die Jugendliche Frida Rothe aus Oberkollwangen irgendwo mitten im Schwarzwald leistete sich für den Abi-Ball in Calw ein knallrotes Minikleid. Zwar erst 1972, aber immerhin: der neue Mut der neuen Generation war dann auch auf dem Land angekommen.
Solche Geschichten erzählt die Ausstellung. Wie auch die einer Aktentasche, die Studentenführer Rudi Dutschke einst bei einem Aktivisten aus Stuttgart vergessen haben soll. Oder der Holzstuhl auf dem Legende Jimi Hendrix 1969 gesessen haben soll, als er sich am Rande einer Konzerttour in einem Musikgeschäft in Stuttgart Ersatzteile beschaffte. Die Ausstellung wird am Freitag eröffnet und ist bis zum 24. Juni zu sehen. Unter dem Strich zeige sie auch, hieß es, dass die 60er vielfach den Boden bereiteten für eine vielfältiger werdende Gesellschaft, Bürgerinitiativen oder die Frauen-, Friedens-, Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung.

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