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Es ist wieder Movember. Viele Männer lassen sich im November Schnurrbärte wachsen, um auf Tabuthemen wie Erkrankungen der Prostata aufmerksam zu machen.

Movember is here: Fokus auf Männergesundheit

Etliche Menschen versuchen ihre Krankheit und ein Unwohlsein zu verbergen, haben keine Zeit, um den Arzt aufzusuchen oder denken, es sei nicht so schlimm. Besonders Männer verdrängen häufig Symptome oder erste Anzeichen von Prostataerkrankungen und scheuen den Arztbesuch. Charakteristische Leiden des männlichen Urogenitaltrakts stellen Blasenentzündung, Prostatavergrößerung, Prostatitis oder auch gravierendere Krankheiten wie Hoden- und Prostatakrebs dar. Um das Bewusstsein – unter anderem für Erkrankungen der Prostata – in der Gesellschaft und bei Betroffenen zu schärfen, wurde 2003 der sogenannte Movember ins Leben gerufen

Prostataerkrankungen – ein kurzer Überblick

Männer, mit Beschwerden im unteren Bereich, empfinden Arztbesuche meist als besonders unangenehm. Doch ein frühzeitiges Erkennen und eine darauf abgestimmte Therapie können schnell Linderung verschaffen und eine Verschlimmerung verhindern.

Fünf der häufigsten Formen sind:

· Prostatitis (Prostataentzündung)

· Prostatavergrößerung

· Blasenentzündung

· Hodenkrebs

· Prostatakrebs

Eine Prostatitis äußert sich durch typische Symptome wie ständigen Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen oder einem Druckgefühl in der Harnröhre. Verlauf und Dauer einer Prostataentzündung können unterschiedlich ausfallen, da es auf die Art ankommt. Es gibt eine bakterielle und eine nicht-bakterielle Prostatitis und je nach Diagnose folgt die passende Behandlung. Diese Prostataerkrankung ist nicht altersbedingt und kann jeden Mann treffen.

Die Prostatavergrößerung hingegen stellt einen Teil des natürlichen Alterungsprozesses dar und betrifft vorwiegend ältere Männer. Mit fortschreitendem Alter steigt die Zahl der Prostatazellen – die Prostata wird größer. Dadurch drückt die Prostata auf die Harnröhre und es entstehen ähnliche Symptome wie bei einer Prostatitis. Zusätzlich kann aber nach dem Entleeren der Blase der Urin noch nachtröpfeln.

Auch, wenn die Blasenentzündung vorwiegend als typische Frauenkrankheit zählt, bleiben Männer davor nicht verschont. In den meisten Fällen sind Bakterien, genauer gesagt das Bakterium Escheria coli (E. coli), Schuld an einer Blasenentzündung. Bei Männern ist meistens eine vergrößerte Prostata mitverantwortlich, da der Urin aus der Blase nur schwer oder teils nicht vollständig entleert wird. Der Restharn bietet den Bakterien somit einen guten Nährboden. Zu den Symptomen einer Prostatitis oder Prostatavergrößerung kommt hier noch übelriechender und gefärbter Urin hinzu.

Bei Hoden- und Prostatakrebs handelt es sich jeweils um Tumorerkrankungen, die frühzeitig erkannt, meist sehr gute Heilungschancen aufweisen. Während bei Prostatakrebs, neben ähnlichen Symptomen wie bei den drei Beschwerden davor, noch Blut im Urin beziehungsweise der Samenflüssigkeit, starke Schmerzen im unteren Rücken oder eine geminderte Erektion auftreten. Äußert sich Hodenkrebs unter anderem mit einer Schwellung sowie Schmerzen im Bereich der Hoden, einem Ziehen oder Schweregefühl an den Hoden oder in der Leiste und schmerzlosen, aber tastbaren Hodenverhärtungen.

Da sich die Symptome der aufgeführten Prostataerkrankungen stark ähneln, ist ärztlicher Rat unerlässlich. Nur der Fachmann kann die richtige Therapie auf die Erkrankung hin abstimmen. Scheuen Sie sich also nicht, zum Arzt zu gehen!

Movember legt das Hauptaugenmerk auf Erkrankungen der Prostata

Um auf die Problematik von Männererkrankungen aufmerksam zu machen, wurde 2003 die Stiftung mit dem Namen Movember in Australien gegründet. Was als Challenge mit 30 Männern begann, hat inzwischen fünf Millionen registrierte Unterstützer.

Die Idee dahinter, ist die Bevölkerung besonders für die drei – vorwiegend männlichen – Tabuthemen Hodenkrebs, Prostatakrebs und psychische Probleme zu sensibilisieren. Deshalb lassen sich viele Männer seitdem jedes Jahr im November einen Schnurrbart wachsen, um auf die Problematiken zu verweisen und zu Spenden aufzurufen.

Das Wort Movember setzt sich aus den beiden englischen Wörtern „moustache“ für Schnurrbart und „november“ für den Monat November zusammen. Besonders in den letzten Jahren ist diese Bewegung auch nach Deutschland gekommen. So beteiligen sich viele Profisportler – beispielsweise Eishockeyspieler der Deutschen Eishockeyliga (DEL, DEL2) – daran. Durch die Aktion soll neben Spenden (unter anderem für die Forschung) das Augenmerk auf die Tabuthemen der Männergesundheit gelegt werden.

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