Bildrechte: Flickr Assorted Custom Throw Pillows Design Folly CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten Foto: Massivum

Wer auf der Suche nach neuen Möbeln ist, hat eine riesige Auswahl – online sowie in den örtlichen Fachgeschäften. Fast überall locken Sonderrabatte und Superschnäppchen, selbst bei hochwertiger Markenware. Doch woran erkennt man die Qualität der Möbel?

Allgemeine Kriterien

Qualität bedeutet, dass die Möbel haltbar sind, dem Verbraucher gefallen und ihre Funktion erfüllen. Wie wichtig jedes dieser Kriterien ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fachleute raten meist dazu, Funktionalität über die Optik zu stellen, da Möbel Gebrauchsgegenstände sind. Aber diese Entscheidung liegt ganz beim Verbraucher selbst. Ebenfalls nicht pauschal zu beantworten ist die Frage nach dem Preis. Möbel, die teuer sind, müssen nicht unbedingt qualitativ besser sein, und auch Marken sind keine Garantie für Hochwertigkeit. Beim Möbelkauf muss von Stück zu Stück unterschieden und auf allgemeine Qualitätsmerkmale geachtet werden. Diese sind:

  • Qualität der Materialien
  • Solide Verarbeitung
  • Herstellung unter hohen Standards
  • Trockene und den jeweiligen Möbeln entsprechende Lagerung

Besonderheiten bei Holzmöbeln

Möbel aus Holz sind allseits beliebt. Allein im Bereich Regale können Verbraucher zwischen vielen schönen und sehr verschiedenen Ausführungen wählen. Holzmöbel werden meist in Echt- oder Massivholz und Furnierholz unterschieden. Furniermöbel bestehen nur zum Teil aus echtem Holz. Die Furniere (Platten) sind meist so dünn wie ein Blatt und werden auf Träger wie Spanplatten oder Sperrholz geklebt. Trägt ein Möbelstück die Kennzeichnung „echtes Eichenholz“, besteht also nur die äußere Furnierschicht aus Eiche. Der Kern ist aus anderem Material und je nach Art von unterschiedlicher Qualität. Spanplatten sind sehr günstig und weniger belastbar, MDF-Platten hingegen sind qualitativ besser. Sperrholz als Träger ist am hochwertigsten.

Achtung: Mittlerweile gibt es Furniernachbildungen, die meist aus Kunststoff oder Papier sind. Vor dem Kauf sollte man die Beschreibung der Möbel deshalb genau lesen.

Wer auf lange Haltbarkeit und Belastbarkeit Wert legt, sollte Massivholzmöbel wählen. Zu unterscheiden ist in Vollholzmöbel und teilmassive Möbel. Letztere bestehen nur in Teilen aus massivem Holz und werden durch furnierte Teile ergänzt. Vollholzmöbel sind sehr hochwertig, sollten aber eine offenporige Oberfläche haben, damit das Holz arbeiten kann. Ein praktischer Nebeneffekt: Es trägt zur Luftregulation im Raum bei, da das Holz Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Qualitative Unterschiede gibt es auch bei den einzelnen Holzarten. Wählen kann man zwischen Hart- und Weichholz: Harthölzer wie Eiche, Buche, Ahorn und Kirsche sind robuster und eignen sich auch für Mobiliar im Außenbereich. Weichhölzer wie Kiefer, Fichte, Linde und Lärche sind empfindlicher, dafür jedoch leichter.

Wer Mobiliar aus Massivholz kauft, sollte auf die Herkunft der Hölzer achten, denn nicht jedes Holz stammt aus umweltfreundlicher Quelle. Allgemein sollten Verbraucher beim Konsum auf Nachhaltigkeit schauen. Hilfestellung dazu gibt der Konsumratgeber „Mein Esslingen“ von Greenpeace.

Besonderheiten bei Polstermöbeln

Polstergarnituren sollte man im Fachgeschäft ansehen und ausprobieren, bevor man sie kauft. Denn nur hier kann man auf dem Mobiliar probesitzen. Das Sitzgefühl ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Beim Probesitzen findet man aber nur sehr wenig über die materielle Qualität heraus. Abhilfe schafft ein Blick in das Datenblatt des Mobiliars. Holzgestelle zum Beispiel sollten aus Massivholz bestehen, in der Regel wird Buchenholz verwendet. Wird ein massives Buchenholzgestell angepriesen, sollte man jedoch hinterfragen, welche Teile tatsächlich aus diesem Material sind. Oftmals reicht es aus, wenn die Zargen aus dem Holz sind, um das gesamte Gestell als Massivholzgestell betiteln zu können. Wer beim Mobiliar maximale Belastungsqualität sucht, sollte darauf achten, dass so viele Teile wie möglich aus massiven Materialien bestehen.

Auch die Nähte der Polster sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Je enger die Stiche der Naht sind, desto belastbarer sind sie. Weiterhin sollte man auf die Unterfederung der Sitzmöbel achten. Straff gespannte Wellenfedern sind qualitativ am besten. Bei der Polsterung erkennt man Qualität an der Zusammensetzung. Sie sollte aus mehreren Lagen bestehen, unten eine Schicht aus Kammern oder einem Federkern haben, darüber mehrere Schaumstofflagen besitzen. Wichtig ist, dass die Lagen unterschiedliche Härtegrade haben, denn dadurch gewähren sie einen weichen Sitzkomfort und sind gleichzeitig stabil. Als Faustregel kann man sich merken: Je schwerer ein Stoff, desto formstabiler ist er. Weiterführende Informationen zur Polsterkunde gibt es auf dieser Seite.

Neben den erwähnten Merkmalen entscheiden auch die Lagerung, Verschraubung und Verleimung der Zargen über die Möbelqualität. In der Regel sieht man den Möbeln diese Merkmale nicht an. Man muss in gewissem Maß dem Verkäufer vertrauen.

Ein Tipp: Möbel, die in Deutschland oder in Italien gefertigt wurden, erfüllen sehr hohe Qualitätsstandards bei der Anfertigung.

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