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Möbel kaufen bedeutet für viele Stress pur. Der Onlinekauf kann hier die Nerven schonen. Damit der Möbelkauf sich am Ende nicht doch als Horrortrip entpuppt, hier ein paar Tipps:

Möbel kaufen bedeutet für viele Stress pur. Die Nerven liegen blank. Erst der Stau bei der Anfahrt, dann die nervige Parkplatzsuche und am Ende den halben Tag im Möbelhaus zugebracht. Das ist reine Zeitverschwendung. Der Onlinekauf von Möbeln kann hier Zeit sparen und die Nerven schonen. Damit der Möbelkauf sich am Ende nicht doch noch als Horrortrip entpuppt, hier ein paar Tipps gegen Online-Kauf-Reue.

Richtig Maß nehmen

Das neue Traummöbelstück muss natürlich die richtige Größe haben. Das kann auch das neue Designmöbelstück sein, das im Onlineshop so günstig zu haben war. Deshalb ist es notwendig, zuerst einmal dort zu messen, wo das neue Möbelstück künftig stehen soll. Ein gedankliches Bild, wie der Raum vollmöbliert und in der Realität aussehen könnte, ist dabei sehr hilfreich. Beim Maßnehmen sind unbedingt Fußleisten oder Vorsprünge zu berücksichtigen, die die Breite reduzieren können. Im Zweifelsfall hilft es, eine maßstabsgerechte Zeichnung anzufertigen. Kleine Visualisierungshilfen können dabei helfen, sich Sitztiefe oder Lehnenhöhe vorzustellen, beispielsweise ein Zollstock. Zeitungspapier im korrekten Maß auf dem Boden kann eine Hilfe sein, den richtigen Platz für Beispielsweise einen Esstisch mit sechs Stühlen zu finden. Am Ende bleibt noch die Frage, ob die neue Einrichtung durch alle Türen passt.

Rabatte sorgfältig prüfen

Beim Möbelkauf winken immer und überall Rabatte, zumindest scheint es so aufgrund der vielen Prozentschilder in den Prospekten. Auf solche Preisangaben ist in der Praxis jedoch meist nur wenig Verlass. Denn nicht alle Rabatte sind auch wirkliche Schnäppchen. Aktionsware ist dennoch sehr verführerisch. Meistens verbergen sich hinter den Aktionspreisen keine echten Angebote. Es kann sein, dass die Preise in den letzten Monaten gestiegen sind und die Aktionspreise jetzt eigentlich nur der ursprüngliche Verkaufspreis sind. Die andere Variante: Es steht Aktionspreis drauf, doch dahinter verbirgt sich der normale Preis. Der Rabatt ist nur fiktiv.

Die gute Nachricht jedoch lautet: Saisonware gibt es auch bei Möbeln, denn auch dort gibt es bestimmte jahreszeitliche Trends. Wenn die Möbelhäuser die Lager räumen, bieten sie oft Möbel sehr günstig an. Bei solchen Aktionen sind immer echte Schnäppchen dabei. Trotzdem erscheint es sinnvoll, einen Online-Preisvergleich anzustellen, denn nur die Wenigsten haben natürlich die Preise der verschiedenen Möbelhäuser im Kopf – nicht zuletzt aus deswegen, weil nur die wenigsten Möbel gleichzeitig bei verschiedenen Händlern im Angebot sind. Somit ist ein Vergleich natürlich viel schwieriger. Verbraucher sollten den Preis vielmehr im Einzelfall abwägen. Rechtfertigt die Qualität den Preis? Das gilt übrigens nicht nur beim Onlinekauf. Hinweise auf die Qualität von Möbelstücken geben Qualitätssiegel und Zertifikate wie sie beispielsweise die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. vergibt. Damit lassen sich größere Probleme, insbesondere beim Online-Möbelkauf vermeiden.

Harmonisch einrichten – die Farben

In einer Wohnung sind Farbakzente schön. Doch sollten die meisten Farben zusammenpassen. Wer sich nicht sicher ist, ob das neue Möbelstück farblich zur restlichen Einrichtung passt, kann sich mit einem sogenannten Farbtableau behelfen. Die Hauptfarben in einer Wohnung sollten aus einer Farbfamilie stammen.

Im Onlinehandel erleichtern einige Anbieter die Bestimmung der Farbe durch Angabe der RAL-Kennzeichnung. Im Zweifel ist es hilfreich, beim Möbelhaus Farbmuster zu bestellen, um die Farbe genau zu überprüfen. Aber nicht nur die Farbe ist wichtig. Mithilfe von echten (!) Erfahrungsberichten erfahren Verbraucher etwas über den Komfort und die Farbe. Sie können eine gute Entscheidungshilfe sein.

Lieferung und Retouren – die Kosten im Blick behalten

Beim Vergleichen der Preise sind auch die Lieferkosten wichtig. In den Lieferbedingungen steht, bis wohin die Lieferung erfolgt. Beispielsweise kann eine Lieferung bis zur Bordsteinkante ein Problem werden. Hier sollten Verbraucher auf eine Lieferung in die Wohnung achten oder diese im Zweifel dazu buchen. Praxistipp: Wenn Zweifel bestehen, lieber nachfragen.

Wenn es doch mal zu einer Rücksendung kommt, ist der Regelfall, dass der Käufer die Rücksendekosten trägt. Das gilt auch für sperrige Möbelstücke. Doch darüber muss der Händler ordnungsgemäß belehren, ansonsten zahlt das Möbelhaus.

Bei Maßanfertigungen gelten etwas andere Regeln. Diese Möbel werden eindeutig auf die persönlichen Wünsche des Käufers zugeschnitten. Sie sind vom Widerrufsrecht ausgeschlossen. Das gilt trotz Online-Rücktrittsrecht. Ansonsten haben Kunden bei Onlinekäufen ein 14-tägiges Widerrufsrecht, wenn der Händler ordnungsgemäß darauf hinweist.

Welche Zahlungsart ist die Günstigste?

Bei der Zahlungsart gibt es große Unterschiede. Manche Händler geben Rabatt auf Vorkasse, andere verlangen eine erhebliche Gebühr bei der Bezahlung per Nachnahme. Die Zahlungsart „auf Rechnung“ ist bei den Händlern eher weniger beliebt.

Bei einer kompletten Neueinrichtung oder dem Kauf größerer Möbelstücke kostet das schnell mehrere tausend Euro, die nicht jeder auf der hohen Kante liegen hat. Viele Möbelhäuser bieten den Kunden sogenannten 0-Prozent-Finanzierungen an. Das bedeutet, der Kunde bezahlt keine Zinsen auf den Kaufpreis. Allerdings bietet die Finanzierung nur wenig Spielraum.

Der Betrag ist in einem fest vereinbarten Zeitraum zurückzuzahlen, Sondertilgungen sind nicht möglich. Für die Bearbeitung ist meistens eine Bearbeitungsgebühr zu bezahlen. Dies alles zusammengenommen macht den Möbelkredit manchmal teurer als einen kleinen Ratenkredit bei der Bank. Bei kleinen Investitionen reicht oft ein Minikredit mit einer eher kurzen Laufzeit. Ein kleiner Ratenkredit ermöglicht oft Sondertilgungen und lässt sich besser an die individuellen Bedürfnisse der Verbraucher anpassen. Wer über einen externen Kredit finanziert, kann im Möbelhaus versuchen einen Barzahler-Rabatt auszuhandeln.

Fazit – es lohnt sich genauer zu schauen

Wenn hohe Rabatte winken, ist direkt Vorsicht geboten. Dann lieber das Angebot zweimal prüfen und die Preise genau mit anderen Angeboten vergleichen. Bei einer Couchgarnitur oder bei Einzelstücken können Verbraucher sparen, wenn sie ein Ausstellungsstück kaufen. Bei der Finanzierung ist das Angebot des Möbelhauses meistens nicht das Günstigste. Auch hier sollten Verbraucher genau vergleichen und zweimal überlegen. Es geht schließlich nicht um den Kauf des Salats fürs Abendessen, sondern um eine größere Anschaffung.

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