Gut gestaltete Möbel sind wertbeständig, wer sie nicht weiter vererbt, kann sie gut verkaufen. Mit diesen fünf Klassikern macht der gestaltungsaffine Mensch alles richtig.
Kaum ein neues Möbelstück wird angepriesen, ohne dass das Wort Nachhaltigkeit fällt, dass der Tisch, der Stuhl der Wahl komplett recycelbar ist, wenn er „ausgebraucht“ ist oder nicht mehr gefällt. Noch nachhaltiger wäre es freilich, wenn so ein Möbel die kurzlebigen Wohntrends übersteht und so gemacht ist, dass es möglichst lange, am besten über Generationen hinweg benützt wird. Oder, falls das Geld einmal knapp wird, notfalls verkauft werden könnte.
Klassiker des Designs sind wertbeständig
Einige Klassiker des internationalen Möbeldesigns sind absolut wertbeständig, teilweise sogar teurer als beim heutigen Neukauf – wer einen Fiberglas-Stuhl von Ray und Charles Eames aus dem Entstehungsjahr sein eigen nennt, kann dafür deutlich mehr verlangen als so ein Stuhl kostet, wenn er heute hergestellt wird. Sind es Klassiker, die nicht mehr produziert werden, dann bezahlt ein Liebhaber für so ein Stück schon mal eintausend Euro und mehr.
Mit Vintage-Design verhält es sich ähnlich wie mit Fotokunst. Neben dem Original gibt es Abzüge, aber die sind eben später entstanden. So kommt es, dass man für ein seltenes Regal aus der ersten Produktion bis zu 10 000 Euro bezahlt, während es in der Neuauflage viel günstiger ist.
Patina zählt. Und wehe, die zerschlissene Lederauflage wurde repariert. „Wenn sie einen alten Bauhaus-Klassiker neu verchromen, führt das zu einer Wertminderung“, sagt der Experte Sven Vorderstrase von Markanto in Köln, der mit neuen und gebrauchten Designerstücken handelt. „Lassen Sie auch bei gepolsterten Möbeln lieber einen Riss im Gewebe, bevor sie das neu überziehen.“
Manche Hersteller, wie etwa das dänische Unternehmen Fritz Hansen, legen Klassiker aber auch doch wieder auf, so wie die „Drop“-Stühle von Arne Jacobsen aus den 1950er Jahren. Auch sie dürften den Wert halten.
Dass Qualität sich auf lange Sicht auszahlt und sich sparen auf so ein gutes Stück lohnt, sagen auch Designer wie Sebastian Herkner: „Statt Billigware zu kaufen, sollte man auf Qualität setzen: „Ich finde es schön, wenn Möbelstücke Begleiter durchs Leben sind.“ So sieht es auch das Stuttgarter Designduo Jehs+Laub, statt immer wieder Wegwerfprodukte zu kaufen, lohne es sich in Produkte zu investieren, die langlebig seien. Gefragt nach fünf Möbel-Klassikern des internationalen Designs, auf es sich zu sparen lohnt, müssen die Gestalter Markus Jehs und Jürgen Laub nicht lange überlegen. Welche Tische, Stühle, Sessel und Leuchten sie für unsterblich halten, ist in der Bildergalerie zu erfahren.
Info
Klassiker
Einige Klassiker werden noch produziert etwa von Thonet, Classicon, Knoll International, Walter Knoll, Verpan, Vitra, Carl Hansen, Louis Poulsen, &tradition und Fritz Hansen.
Vintage
Wertanlagen sind auch Möbel aus der ersten Produktion oder solche, die nicht mehr hergestellt werden. Die gibt’s auf Auktionen, bei Händlern wie galerie-fiftyfifty.com und gagarin2000.de in Stuttgart, außerdem werden solche Tische, Stühle, Regale und Accessoires im Internet angeboten. Unter anderem hier: wohnkultur66.de, pamono.de, lauritz.com und markanto.com. Eine gemeinsame Homepage vieler Händler: www.designaddict.com