Der zweite Runde Tisch Stadtmobilität nimmt speziell die Fellbacher Fahrradstraße in Augenschein. Ein Autoparkplatz entfällt zugunsten eines besseren Sichtfensters.
In ihrem Engagement für Radfahrerinnen und Radfahrerin und deren Sicherheit braucht sich die Stadt Fellbach im Vergleich nicht zu verstecken – eigentlich. Derart lange Fahrradstraßen wie in der Stadt am Fuße des Kappelbergs gibt es wenige, so wie durch die rund 1,2 Kilometer lange Verbindung zwischen Bahnhof und dem alten Friedhof beim Rathaus über die Theodor-Heuss-Straße und Pfarrer-Sturm-Straße.
Zudem gehört Fellbach zu jenen mittlerweile 44 Städten und Landkreisen, die von der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) für ihre Qualität im Fuß- und Radverkehr gewürdigt wurden – als bisher einzige Kommune im Rems-Murr-Kreis.
Einige neuralgische Stellen für Radler
Doch andererseits sehen viele Radelnde in Fellbach für Schönrednerei oder gar Euphorie keinen Anlass. Gibt es doch immer noch viele knifflige Situationen an zahlreichen neuralgischen Stellen, an denen es für Radfahrer unbequem oder gefährlich ist. Und gerade in der nord-südlichen Fahrradstraße wird man bei eigentliche verbotenem Überholmanöver von Autofahrern, aber auch durch entgegenkommende Fahrzeuge als Radler ziemlich an die parkenden Automobile gedrängt.
Um zu eruieren, wie die Mobilität in Fellbach für alle Verkehrsteilnehmer sicherer gestaltet werden kann, um lauernde Gefahren zu identifizieren und mögliche Lösungen zu finden, wurde in Fellbach deshalb ein „Runder Tisch Stadtmobilität“ gegründet. Diese Plattform bringt Stadtverwaltung, Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger zusammen. Nach dem ersten Treffen im Mai gab es vor wenigen Wochen einen zweiten Abend mit Vorort-Besichtigung.
Die Gruppe, angeleitet durch Sebastian Kunz von der Stabsstelle Radmobilität und den Fellbacher Verkehrsplaner Cornelius Ehlert, inspizierte einige bereits als riskant eingestufte Stellen in der Kernstadt. So gab es bisher auf der Fahrradstraße im Bereich der Pfarrer-Sturm-Straße immer wieder Probleme – insbesondere was die Sichtbeziehungen aus der westlichen Mozartstraße kommend betraf.
Mittlerweile wurde ein öffentlicher Parkplatz geopfert; dort sorgt nun eine neu markierte Sperrfläche auf der Pfarrer-Sturm-Straße dafür, dass künftig das Sichtfenster freigehalten wird. Ehlert sagte zu, dass das Amt für Öffentliche Ordnung an der Kreuzung regelmäßig kontrolliert, damit die neue Regelung eingehalten wird und nicht doch ein Autofahrer sein Vehikel dort parkt.
Wie kann Fellbach den Verkehr ideal abwickeln?
Auf der Parallelstrecke, also der südlichen Bahnhofstraße, soll für den Radverkehr zeitnah der Sicherheitsabstand zu den Längsparkplätzen verbessert werden, um künftig sogenannte Dooring-Unfälle, wenn also die Autotüren plötzlich geöffnet werden, zu vermeiden.
Im Anschluss stellte Cornelius Ehlert im kleinen Saal des Rathauses die Regionale Mobilitätsplattform (RMP) vor. Diese Plattform ermöglicht die koordinierte Zusammenarbeit verschiedener Kommunen, Verkehrsplaner und weiterer beteiligter Akteure, um gemeinsam und zeitnah auf diverse Verkehrssituationen wie Unfälle oder Sperrungen reagieren und handeln zu können. Ehlert: „Die Analyse der verfügbaren Verkehrsdaten ermöglicht es Fellbach, den Verkehr ideal abzuwickeln.“