VR-Brillen, Roboter und vieles mehr: Böblinger Gymnasiasten haben im Erlebnis-Lern-Truck digitale Schlüsseltechnologien kennengelernt. Die mobile Erlebnisausstellung macht noch einen weiteren Halt im Landkreis.
Wenn ein mit zahlreichen Technologien ausgestatteter, doppelstöckiger Laster für eineinhalb Stunden das Klassenzimmer ersetzt, dann heißt das: Schule mal anders. Einen solchen ungewöhnlichen Schultag durften von Montag bis Mittwoch Acht-, Neunt- und Zehntklässler des Böblinger Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) auf ihrem Schulhof verbringen.
Dort war der Erlebnis-Lern-Truck Expedition D geparkt. An Bord hat der Laster digitale Technologien und Anwendungen und gibt Einblicke in entsprechende Berufe. Seit dem Jahr 2019 ist er eines der kostenfreien Angebote von Coaching4Future. Das wiederum ist seit dem Jahr 2008 ein Programm der Baden-Württemberg Stiftung, die dafür mit dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der Bundesagentur für Arbeit im Land kooperiert.
Diese Partner verbindet der Einsatz für den Fachkräftenachwuchs. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern hier im Truck zeigen, wie die Digitalisierung die Berufswelt verändert und dass es superwichtig ist, sich mit digitalen Technologien auszukennen“, erklärte Tech-Coach Benjamin Wiest am Dienstagvormittag, als die Klasse 9b gerade den Truck erkundete.
Fokus liegt auf dem MINT-Bereich
Bei dem Programm steht die Mint-Berufsorientierung im Fokus. Die Abkürzung umfasst die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Aurelia Stein, die zusammen mit Wiest das Basismodul „Startpunkt Zukunft“ leitete, betonte auch die Vielseitigkeit an Mint-Berufen. Sie band die Schüler mit Fragen ein, beispielsweise zum Einsatz digitaler Technologien in der Arbeitswelt.
Im Obergeschoss hatte die 24-köpfige Klasse an Tablets anschließend die Wahl zwischen verschiedenen Arbeitsaufträgen. Die Teilnehmer sollten ein digitales Produkt, darunter ein smarter Einkaufsassistent, entwickeln und zum Schluss präsentieren.
Unten im Truck lernten die Schüler dafür dann digitale Schlüsseltechnologien wie Virtual Reality, kurz VR, kennen und konnten diese ausprobieren.
Viktoria Hartmann begleitete die 9b dabei. „Ich finde es super, dass die Schüler Einblicke in die Mint-Berufe bekommen“, sagte die Fachlehrerin für Chemie und Biologie. Ihr gefiel, dass sie „so interessiert sind, dass sie sich die Sachen mit Begeisterung anschauen und konzentriert dranbleiben“.
Dafür gab es Gründe: „Es war sehr informativ. Man hat viel Neues gelernt“, meinte Jara Ulmer. Die 15-Jährige fügte hinzu: „Es gab sehr viele Möglichkeiten, Sachen auszuprobieren und zu lernen.“ Ihr Klassenkamerad Marius Pätzold, 14, hat ebenfalls einiges mitnehmen können. „Ich fand es sehr gut“, meinte der Neuntklässler, den vor allem das Thema Roboter ansprach.
„Das Interesse ist auf jeden Fall da“, berichtete Wiest zum generellen Engagement der Teilnehmer – wohlwissend, dass es klassenweise Unterschiede gibt. Besonders begeistern würden die Schüler beispielsweise die VR-Brillen.
Zweite Station im Landkreis
Auf diese und weitere Technologien dürfen sich am Donnerstag und am Freitag Klassen der Ehninger Friedrich-Kammerer-Gemeinschaftsschule (FKG) freuen. Dort macht der Truck nach drei Tagen in der der Kreisstadt seinen nächsten Halt – und wird weiteren Gruppen ein Erlebnis bieten, das im Schulalltag für Abwechslung sorgt.