Fahrradfahrer müssen mit einem Abstand von mindestens anderthalb Metern überholt werden. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Gemeinsam mit Freiwilligen messen wir, wie eng in Stuttgart überholt wird. Rund 230 Überholvorgänge sind bereits erfasst. In den Daten steckt auch eine gute Nachricht.

Stuttgart - Bei gut jedem zweiten Überholvorgang in Stuttgart werden Radfahrer zu eng von Autos überholt. Das ist das Zwischenergebnis unserer Mitmachaktion Kesselbox, für die Leserinnen und Leser unserer Zeitung seit Ende April mit entsprechenden Geräten in der Stadt unterwegs sind. Bei 116 von 228 erfassten Überholvorgängen betrug der Abstand von der Lenkerstange bis zum Auto weniger als die gesetzlich vorgeschriebenen anderthalb Meter. Zugrunde liegen die bereinigten Daten von 16 Freiwilligen.

Gut dokumentiert sind beispielsweise die Überholabstände zwischen Fellbach und Bad Cannstatt und auf dem weiteren Weg bis Feuerbach. Auch in Wangen, im Kernerviertel, in Stuttgart-West sowie in Sillenbuch sind zahlreiche Überholabstände erfasst worden. Das Bild ist zumeist gemischt. Mehrfach zu eng überholt wurde beispielsweise rund um die Kreuzung Schwab-/Bebelstraße (West), entlang der Pragstraße sowie der Nürnberger Straße (jeweils Bad Cannstatt).

Ebenfalls aufgezeichnet worden sind die exakte Position der Kesselbox, Tag und Uhrzeit sowie die Geschwindigkeit der Radfahrer. Zumindest in den bisher aufgezeichneten Überholvorgängen ergeben sich keine größeren Abweichungen im Tagesverlauf. Allein am Vormittag wird offenbar etwas enger überholt als zu den übrigen Zeiten. An Wochenenden waren die Abstände nicht wesentlich größer oder kleiner als an Werktagen.

Insgesamt ein positives Ergebnis

Noch sind die Ergebnisse nur vorläufig, die Datenbasis relativ klein. Insgesamt macht der Zwischenstand aber Hoffnung. Zwar wurden bei jedem siebten Überholvorgang weniger als 100 Zentimeter Überholabstand gemessen. Im Mittel waren beim Überholen aber 145 Zentimeter Abstand zwischen den Radfahrern mit der Kesselbox und den überholenden Autos.

Womöglich ist das auch ein Erfolg der Informationskampagne, mit der die Stadtverwaltung im Frühjahr auf die Abstandsregel beim Überholen hingewiesen hat, Motto: „Mehr Abstand – mehr Sicherheit“. Mit Schwerpunktkontrollen wollte die Polizei im Rahmen der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben“ ebenfalls zur Prävention beitragen. Im zweiten Halbjahr sind laut Stadtverwaltung weitere Aktionen geplant.

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