Im Stil ihrer Vorbilder heizt Agnetha’s Affair dem Publikum ein. Foto: Krytzner - Krytzner

Mit sechs Acts an drei Tagen lockten die Oldie Nights mehrere Tausend Gäste auf den extra aufwendig überdachten Hafenmarkt in Esslingen.

Esslingen Vier lange Jahre mussten die Musikfans warten, bis die Oldie Nights auf dem Hafenmarkt wieder stattfanden. Doch jetzt sollen sie wieder jährlich auf ihre Kosten kommen, wie Organisator Frank Ockert vom Team X-Events versprach: „Wir geben ab jetzt richtig Gas.“ Und damit hatte er nicht zu viel versprochen. Die Eßlinger Zeitung und Antenne 1 präsentierten ein Programm der Superlative. Klassiker aus Rock und Pop, Melodien und Songs, die jeder kennt, waren von Freitag bis Sonntag angesagt. Jeden Abend standen zwei Bands auf der Bühne und heizten den Musikfans richtig ein. Frank Ockert zeigt sich zufrieden: „Am Freitag kamen trotz Unwetterwarnung über 800 Leute auf den Hafenmarkt. Aber selbst bei Regen wäre niemand nass geworden.“ Denn über den gesamten Platz war ein riesiges Zeltdach gespannt. „Zwei Tage dauerte der Aufbau des 15 Tonnen schweren Zeltes“, betonte Ockert. Zum Jubiläum im kommenden Jahr – da feiern die Oldie Nights das 25-Jährige Bestehen – verspricht er noch mehr Topacts.

Rock und Blues: Am Freitag erlebten 800 Gäste gleich ein Feuerwerk an Blues, Rock und Hard-Rock. Siggi Schwarz ließ den vor acht Jahren verstorbenen Gitarren-Virtuosen Gary Moore, der 2008 sein letztes Studioalbum „Bad for You Baby“ veröffentlicht hatte, hochleben. Die Hits und Klassiker kamen an. Das Publikum feierte kräftig mit, auch wenn die Temperaturen gegen Abend immer kühler wurden. Frieren brauchte aber niemand, schon gar nicht, als „Stoned“ im Anschluss in die Tasten hauten und die Saiten klingen ließen. Nun war feinster Sound von den Rolling Stones angesagt. Seit 34 Jahren spielt die fünfköpfige Band schon die Hits der Rockband. Da gehören „Satisfaction“ oder „Angie“ genauso zum Repertoire, wie „Honky tonk Woman“ oder etwa „Stopp Breaking down“. Dem Freitagspublikum gefiel es und die über 800 Fans feierten und tanzten mit.

Sonnenschutz: Deutlich milder war das Klima am Samstagabend. Da bot das riesige Zeltdach dann Schutz gegen die Sonne und einen ungetrübten Blick auf die Bühne. Und auf dieser standen nun Cold As Ice, die wie der Bandname schon verrät, die Songs von der Rocklegende „Foreigner“ spielen. Die neunköpfige Formation aus der Pfalz bot ein wahres Feuerwerk an Hits. Die Band nahm die mehr als 1000 Musikfans auf eine musikalische Zeitreise mit. „Juke Box Hero“, „Urgent“, „Cold as Ice“, „I Want to Know What Love Is“ – so heißen die Klassiker und das Publikum kannte sie alle. Kein Wunder also, dass alle kräftig mitsangen und vor der Bühne tanzten. Bandchef Thomas Wagner war von den Musikfans so begeistert, dass er sich während der Show mitten ins Publikum begab, sich auf einen Biertisch stellte, um mit den Fans gemeinsam zu feiern. Dass „Cold As Ice“ dem Original so nahekommt, liegt auf der Hand: Immerhin hat Drummer Georg Dusemond beim Original von Foreigner studiert. Die über 1000 Fans bedankten sich für das gelungene Konzert mit tosendem Applaus und ließen die Band nicht ohne Zugaben von der Bühne. Als Zugabe der Zugabe gab es noch mal „I Want to Know What Love is“.

Rocklegenden: Mit einem Intro – wie bei den legendären Status Quo-Shows – kündigte sich die Viererformation Quotime an und legte gleich richtig los. Mit den typisch langen, wilden Lockenhaaren ihrer Vorbilder heizten sie den Besuchern der Oldie Nights richtig ein. Der Hit „The Wanderer“ war ein gelungener Starter. Kai-Uwe Scheffler (Gitarre), Stefan Furtner (Gitarre), Michael Schreiner (Drums) und Thomas Gropp (Bass) wirbelten auf der Bühne zu den bekannten Status-Quo-Klassikern und das Publikum zog mit. Die Fans tobten vor Begeisterung. Da dauerte es nicht lange, bis vor der Bühne kaum noch ein Platz frei war, weil alle mitfeierten und tanzten.

Popidole: Der Pfingstsonntag stand im Zeichen altbekannter Rock- und Popidole. Altmeister Joe Cocker wurde ebenso Tribut gezollt wie der Kultband Abba. Juice Cocker alias Mario Maucher präsentierte die gesamte Palette der 2014 verstorbenen Rocklegende. „Unchain my heart“ kam genau so gut an, wie „Summer in the City“. Das Publikum jubelte und forderte Zugaben. Mit „Fire it up“ und „You are so Beautiful to me“ endete die Darbietung fulminant.

Nicht weniger großartig war der Auftritt von Agnetha’s Affair. Mit dem Song „The Arrival“ kam die Band in Esslingen an und verwandelte den Platz in der Altstadt in einen schwedischen Hexenkessel.

Die Oldie Nights wurden zur Abba-Night. Zwar fragte Leadsängerin Agnetha alias Lissy noch, wer denn den nächsten Song kenne, aber schon bei den ersten Takten erkannte ihn alle: „Mamma Mia“. Da hielt es niemanden mehr auf den Bänken, die Fans stürmten den Platz vor der Bühne, sangen und tanzten mit der Band um die Wette. Viele weitere Klassiker der schwedischen Popgruppe folgten und die Fans flippten aus. Zugabe um Zugabe wurden gefordert und der Applaus der Abba-Fans wollte nicht enden. So wurde der von historischen alten Fachwerkhäusern umgebene Platz, auf dem Handwerker einst Töpfe fertigten und feilboten, drei Tage lang zum musikalischen Mittelpunkt der Neckarstadt und die Oldie-Nights feierten ein gelungenes Comeback.

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