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Schlafstörungen sind neben Rückenleiden zu einer Volkskrankheit geworden. Schätzungen der DAK zufolge leiden in Deutschland rund 34 Millionen Menschen unter Ein- und Durchschlafstörungen. Der Anteil der Betroffenen hat sich nach den dortigen Erhebungen binnen sechs Jahren um mehr als sechzig Prozent erhöht.

Frauen leiden nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts allgemein öfter unter Schlafstörungen als Männer. Bei ihnen finden sich die mäßigen bis starken Schlafstörungen hauptsächlich ab dem sechsten Lebensjahrzehnt. Das Bild bei den Männern ist ähnlich. Während die Häufigkeit der Schlafstörungen bei Frauen ab dem 18. Lebensjahr recht kontinuierlich zunimmt, schlafen Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren besonders gut. Dafür landen Männer wegen Schlafstörungen deutlich häufiger im Krankenhaus. Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren macht die Zahl der in Kliniken behandelten Männer mehr als das Dreifache der bei Frauen ermittelten Werte aus.

Oft werden falsche Betten oder die Lage der Schlafräume zur Ursache von Schlafstörungen

Im einfachsten Fall sind für Ein- und Durchschlafstörungen ungeeignete Betten verantwortlich. Hier könnte der Kauf von Luxusbetten für Abhilfe sorgen. Insbesondere die Matratzen müssen auf die Körper und Gewohnheiten der Schläfer ausgerichtet werden. Bei der Auswahl der Bettdecken und der Bettwäsche spielen die Umgebungsbedingungen eine wichtige Rolle.

Eine große Gruppe von Betroffenen hat schlicht den falschen Raum zum Schlafzimmer gemacht. Die Fenster der Schlafräume sollten immer zur Hofseite zeigen, weil es dort ruhiger als an der Straßenseite ist. Auch die Raumzuordnung in den Wohnungen darunter und darüber sollte beachtet werden. Befindet sich das Wohnzimmer der oberen Wohnung über dem eigenen Schlafzimmer, ist das vor allem dann äußerst ungünstig, wenn die Fußböden und Decken eine schlechte Schalldämmung haben. Die Schlafzimmerschränke werden am besten an der Wand zur Nachbarwohnung platziert, weil dadurch das Risiko von störendem Lärm ebenfalls reduziert. Außerdem sollten Schlafräume Rollläden besitzen. Sie tragen zur optimalen Klimatisierung sowie zur Temperierung bei und halten Mondlicht, das Licht der Straßenlaternen und den Straßenlärm draußen.

Gewohnheiten der Menschen tragen zu Schlafstörungen bei

Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Krankheiten, von denen Schlafstörungen verursacht werden. Viele Störungen des Nachtschlafs sind jedoch vermeidbar, weil sie die Betroffenen durch ihr eigenes Verhalten forcieren. Wer kurz vor dem Schlafengehen hochemotionale TV-Sendungen schaut, muss sich nicht wundern, wenn er nicht einschlafen kann. Das gilt insbesondere für Gruselfilme aller Art. Aber auch das Zocken am PC und am Handy trägt zu Einschlafproblemen bei, indem es die Aufmerksamkeit noch einmal kräftig hochpuscht. Damit wird verhindert, dass sich der Organismus auf die Schlafphase vorbereiten kann.

Die Veränderungen der Arbeitswelt spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier landet die ständige Erreichbarkeit bei den Ursachen von Einschlafstörungen ganz weit vorn. Welcher Mensch kann sich komplett entspannen, wenn er ständig lauscht, ob das Smartphone irgendwelche Signaltöne von sich gibt? Wer sich unmittelbar vor dem Schlafengehen noch mit der Terminplanung für den nächsten Tag beschäftigt, nimmt den Alltagsstress sozusagen mit ins Bett. Das gaben nach Erhebungen der DAK acht Prozent der Befragten an, die unter Schlafproblemen leiden.

Genussmittel und Schichtarbeit sind weitere „Schlafkiller“

Ärzte stellen immer wieder fest, dass auch der Umgang mit Genussmitteln zu den Einschlafstörungen beiträgt. Leider gibt es dazu keine verlässlichen Statistiken, wie oft Alkohol oder Kaffee noch kurz vor dem Schlafengehen getrunken wird. Außerdem dürften finanzielle Sorgen und ungelöste familiäre Probleme ein bedeutendes Hemmnis für einen gesunden Schlaf sein. Hinzu kommen wechselnde Schlafenszeiten, wie sie vor allem bei Tätigkeiten im rollenden Schichtsystem notwendig sind. Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern deshalb inzwischen schon an, beispielsweise dauerhaft nur Nachtschichten zu machen. Dabei treten die Schlafprobleme meistens nur während einer Eingewöhnungsphase auf. Diese Lösung bevorzugen häufig Familienväter, weil der Nachwuchs ohnehin bis zum frühen Nachmittag in der Kindertagesstätte oder der Schule ist.

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