An einem Hochhaus der Vonovia in Stuttgart ist die Rampe vor dem Eingang offenbar über Tage vereist. Eine Diakonie-Mitarbeiterin macht sich Sorgen um die Sicherheit der Bewohner.
Einmal die Woche besucht Martina Henkel eine 94-jährige Seniorin, die am Wegaweg 6 in Stuttgart-Vaihingen wohnt. Henkel arbeitet bei der Diakonie beim Besuchsdienst. Am vergangenen Montag um 15 Uhr war sie wieder bei der dementen Bewohnerin, die am Rollator gehen muss, und wollte zusammen mit ihr das 14-stöckige Hochhaus der Vonovia verlassen. Dabei stellten sie fest, dass die Rampe am Hauseingang neben der Treppe im unteren Drittel vereist war. Zwar konnten Henkel und die Seniorin das Haus über die Treppe verlassen, und ihren Einkauf trotzdem tätigen – obwohl auch die Fläche vor dem Treppenabschnitt teils mit Eis überzogen gewesen sei.
Henkel sagt, sie habe daraufhin dennoch sofort die Vonovia-Service-Hotline angerufen und die Situation geschildert. „Die Mitarbeiterin konnte nicht zusagen, dass das Eis in der nächsten Stunde beseitigt wird.“
Stuttgarterin schaltet sogar die Polizei ein
Vor dem Haus habe sie dann später zufällig zwei Mitarbeiter von Vonovia, Fachbereich Elektro, getroffen, die eigentlich wegen einer anderen Sache im Gebäude waren. Henkel bat sie um Hilfe. Obwohl die beiden eigentlich nicht für die Enteisung zuständig waren, habe einer von beiden sofort ein Enteisungsspray aus dem Firmenfahrzeug geholt und die Fläche großflächig damit eingesprüht.
Einer der Mitarbeiter habe gesagt, auch er wäre fast ausgerutscht, konnte sich aber gerade noch abfangen. Doch bereits nach einer halben Stunde sei die Fläche schon wieder überfroren gewesen. Die Mitarbeiter hätten laut ihrer Aussage entdeckt, dass das Glatteis wohl durch Tropfwasser vom Dach verursacht wird. Also offenbar ein Dauerproblem im Winter.
Mit Kinderwagen fast hingefallen in Stuttgart-Vaihingen
Nach Henkels zweistündiger Besuchszeit sei die Rampe immer noch vereist gewesen. Streumittel hätte sich auch nicht in der Nähe befunden. Im Aufzug habe sie eine Anwohnerin getroffen, die ihr berichtet habe, dass sie morgens mit ihrem Kind im Kinderwagen auf der Rampe ausgerutscht sei. Auch ein anderer Nachbar habe erzählt, dass seine Frau dort mit dem Kinderwagen ausgerutscht war.
Henkel war so beunruhigt über die Situation, dass sie erst versuchte, das Ordnungsamt zu erreichen, das aber bereits geschlossen hatte – und sich dann sogar an die Polizei wandte: „Ich habe die Auskunft bekommen, sie wären dafür nicht zuständig.“
Auch am Dienstag und Mittwoch habe sich an der Situation nichts verändert – die Rampe sei weiterhin vereist gewesen. Henkel ist an diesen Tagen noch einmal aus reinem Eigenengagement zu dem Gebäude gefahren, weil „mir die Leute dort aufrichtig leid tun“. Denn: „Ich finde das komplett unverantwortlich, das ist eine echte Gefahrenlage“, sagt Henkel – zumal ihr zufolge in dem Gebäude viele Senioren mit Rollator und junge Familien leben.
Auf Nachfrage unserer Redaktion in Sachen Rampe reagiert die Vonovia hingegen sofort. „Wir haben Ihre Anfrage und den Hinweis der Dame zum Anlass genommen, die Situation am Donnerstag vor Ort zu überprüfen und das Problem sofort zu beseitigen“, sagt der Pressesprecher Olaf Frei. Der Objektbetreuer, also Hausmeister, habe gestreut, der Eingang und die Rollstuhlrampe seien inzwischen frei von Eis. Die Kollegen, die sich um die Außenanlagen kümmern, haben zudem mit dem Dienstleister gesprochen, der den Winterdienst erbringt.
Das sagt Vonovia zu dem Stuttgarter Objekt
Zudem sagt Frei, dass die Rampe „immer mit geräumt und bestreut“ werde. Im Treppenhaus gibt es ihm zufolge einen Aushang mit Angabe Name und Telefonnummer, wie und wo der Objektbetreuer innerhalb der Arbeitszeiten Montag bis Freitag erreichbar ist. Er habe dazu keinen Anruf erhalten.
„Außerdem waren unsere Handwerker vor Ort. Es gibt keinen Mangel oder Undichtigkeit am Dach oder Dachrinne. Das tropfende Wasser kommt von der Fassade. Da diese energetisch gedämmt ist, gefriert die Feuchtigkeit von außen am Putz und taut dann über Tag ab, wenn die Sonne drauf scheint, und es kommt es zur Tropfenbildung direkt auf die Rampe“, sagt Frei.
Doch dieser Schaden sei nun behoben. „Die Kollegen haben ein U-förmiges Blech, angebracht, das das Tauwasser ins Blumenbeet ableitet. Damit wird sich das Problem im Winter erledigen, wir werden das aber im Auge behalten.“ Die Anwohner wird es freuen, dass endlich dauerhaft Abhilfe geschaffen wurde.