Michael Lenz Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Michael Lenz saß bei der Hälfte der Turniere am Mikrofon und ist auch diesmal dabei, er gilt als Verfechter des Ehrenamts.

EsslingenLiebe Freunde des gepflegten Rasensports, hier kommt eine Geschichte über einen, dessen Präsenz beim EZ-Fußballpokal nicht wegzudenken ist.“ So hätte wohl Michael Lenz in das Thema eingeführt. Von Mittwochabend bis Samstagnachmittag wird der bald 58-Jährige neben dem Hauptspielfeld in Zell am Mikrofon sitzen und kompetent-launig durch die Spiele des Traditionsturniers führen. So wie er es bei ungefähr der Hälfte der bislang 40 Ausgaben des Turniers gemacht hat. Der Spruch mit dem „gepflegten Rasensport“ ist dabei eines seiner Markenzeichen – und wird von Spielern und Zuschauern auch schon erwartet. So wie einst Heribert Faßbenders „’N Abend allerseits“ oder Wolff-Christoph Fuss’ „Bleiben sie sportlich.“

Lenz ist die Stimme des EZ-Pokals. „Das Turnier steht für mich bei meinen Moderationstätigkeiten an erster Stelle, es ist ein absolutes Highlight“, sagt er. Dabei ist er eigentlich Bankkaufmann. Das ist sein Hauptberuf. Ehrenamtlich ist er seit sechs Jahren Staffelleiter, zunächst für die B-Ligen 1 bis 3, seit einem Jahr für die Kreisliga A. Und er moderiert auch bei Veranstaltungen, bei denen es nicht um Sport geht.

Angefangen als Schiedsrichter

Lenz’ Leidenschaft aber gehört dem Fußball. Vor allem dem lokalen. Dabei hat er selbst nie gekickt. Der Esslinger Trainer und Funktionär Martin Hägele hat ihn einst überredet, Schiedsrichter zu werden. Als junger Referee hatte Lenz auch seinen ersten Kontakt zum EZ-Pokal. „Das war damals bei den Wernauer SF, ich erinnere mich genau“, erzählt er. Bei seinem TSVW Esslingen war er stellvertretender Jugendleiter, Teammanager und Spielleiter.

Radio hat Lenz auch mal gemacht, er war einige Jahre lang Mitarbeiter der Sportredaktion von Radio 7 ES. Aber die Sache mit dem Sport und der Moderation ist für ihn „ein mega Hobby“. Und das ist auch gut so. Geld nimmt er nicht von den Vereinen. Und wenn er doch etwas bekommt, spendet er den Großteil davon der Jugendarbeit. „Ich bin ein großer Verfechter des Ehrenamtes“, sagt er.
Angefangen zu moderieren hat Lenz bei den Esslinger Stadtmeisterschaften. Und weil die Leute gemerkt haben, „dass ich eine gute Mikrofon-Stimme habe und das offensichtlich gut mache“, wie er selbst sagt, wurde er dann irgendwann gefragt, ob er nicht beim EZ-Pokal der Sprecher sein will. „Es hat sich einfach so entwickelt“, erzählt er. Seither wird Lenz sozusagen von Ausrichter zu Ausrichter weitergereicht, mit sehr wenigen Ausnahmen. „Ich treffe beim EZ-Pokal all die Vereine, meine Schiri-Kollegen – und es macht mir einfach Spaß, Sport zu kommentieren“, sagt er. „Es muss schon seriös und kompetent sein, aber man kann auch mal einen lockeren Spruch machen“, nennt er die wichtigsten Kriterien für eine gute Moderation.
Beim EZ-Pokal kommt Lenz natürlich zugute, dass er sich im Fußball bestens auskennt – vor allem in der lokalen Szene. Da kann er die eine oder andere Anekdote zum Besten geben. Als er vor einem Jahr beim Teckbotenpokal moderiert hat, erzählt er, war es schwerer: „Da kannte ich nicht alle Mannschaften.“

Spielpläne beim Tipp-Kick-Turnier

Im EZ-Land kennt er sie. Und die Fußballer kennen ihn. Vor ein paar Jahren hat er mal eine Mannschaft, die rosa Trikots trug, als „Krabbelgruppe“ bezeichnet. „Das haben sie mir gleich zurückgegeben und gesagt: ‚Du und deine Wäldenbronner in Babyblau’“, erzählt er und lacht. Mit der Retourkutsche konnte er gut leben.
Wobei er sein Engagement für den TSVW mit der Übernahme der Aufgabe als Staffelleiter aufgeben hat, man muss ja neutral sein. Wegen seiner Moderationstätigkeit kann er wiederum nicht die Turnieraufsicht beim EZ-Pokal übernehmen. Lenz’ Motivation für die Verbandsarbeit ist eine Ähnliche wie für die als Sprecher: „Am meisten Spaß macht der Kontakt zu den Vereinen.“ Aber er findet es auch „reizvoll, einen genialen Spielplan zu erstellen“. Schon als Kind habe er mit Freunden Tipp-Kick-Turniere gespielt und dafür die Pläne gemacht. „Mein Traum war es damals, zum DFB zu gehen und den DFB-Pokal auszulosen“, erzählt er.
Nun heißt es EZ- statt DFB-Pokal. Da hat Michael Lenz seine Aufgabe gefunden. Und ist nicht wegzudenken.

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