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Frisch gekaufte PCs, Smartphones, Tablets und Co gehören in nur wenigen Jahren schon zum alten Eisen. Lohnt es sich deshab, die Geräte zu mieten?

PCs, Smartphones, Tablets und Co: Was heute “state of the art” ist, wird in nur wenigen Jahren schon zum alten Eisen gehören. Wer dann sofort ein neues Gerät benötigt, muss erneut tief in die Tasche greifen. Denn auch wenn Technik im Verhältnis zur Leistungsfähigkeit immer günstiger wird, bleiben insbesondere High-End-Geräte teure Anschaffungen.Viele Anbieter spezialisieren sich deshalb auf die Vermietung von Hardware zu günstigen Raten. Aber lohnt sich das Hardware-Leasing wirklich oder macht man mit einem gut überlegten Kauf den besseren Deal?

Schlanke Raten vs. hohe Einmalzahlung

Die monatlichen Raten der Firmen wirken auf den ersten Blick fair. Beim Laptop-Leasing-Anbieter Lenovo-as-a-Service bekommt man hochpreisige Business-Notebooks wie das ThinkPad L590 bereits für 26,55 Euro (netto) pro Monat (bei 36 Monaten Laufzeit). Der Branchengigant Grover, über den auch das Leasingangebot von MediaMarkt abgewickelt wird, verlangt mit 59,90 Euro brutto (12 Monate Mietdauer) deutlich mehr. Kaufpreis des Notebooks: rund 900 Euro.

Augen auf bei den Laufzeiten

Der Vor- oder je nach Sichtweise auch Nachteil bei Anbietern wie Grover: Mehr als 12 Monate (teilweise 18 Monate) Mietlaufzeit werden nicht angeboten. Die Mindestmietdauer beträgt hingegen gerade einmal einen Monat. Allerdings muss hier mit einem gewaltigen Aufschlag auf die monatlichen Raten gerechnet werden. Dieser ist vor allem bei Top-Geräten wie aktuellen Smartphones zu spüren.

Praxis-Beispiel: Das aktuelle Microsoft Surface Go kann man bei Grover bei 12 Monaten Laufzeit ab 19,90 Euro mieten. Will man es nur einen Monat testen, verlangt Grover 39,90 Euro. Beim auf die Vermietung von Microsoft Surface Produkten spezialisierten Anbieter Surface-as-a-Service mietet man das gleiche Gerät hingegen schon ab 16,32 Euro - allerdings bei 36 Monaten Laufzeit. Weniger als 24 Monate werden dort generell nicht angeboten. Der vermeintliche Nachteil hier: Insgesamt übersteigen die Mietkosten den Kaufpreis bei hohen Laufzeiten in der Regel trotz der attraktiven Raten.

Also doch mehr Nachteile als Vorteile?

Wie so oft im Leben, muss auch beim Hardware-Leasing im Einzelfall über Sinn und Unsinn entschieden werden. Bei Anbietern, die sich auf Firmenkunden spezialisiert haben, sind die Raten niedrig und die Mietlaufzeiten hoch. Allerdings nicht zu hoch. Denn nach spätestens 36 Monaten tauschen die meisten Unternehmen ihre Hardware ohnehin aus.

Aufwand für Weitervermarktung entfällt

Und hier kommt ein gewaltiger Vorteil der Hardware-Miete ins Spiel: Mit der Weitervermarktung der Altgeräte ist keinerlei administrativer Aufwand verbunden. Am Ende der Mietlaufzeit gibt man Laptop oder Tablet stattdessen einfach zurück. Außerdem können die Raten sofort steuerlich geltend gemacht werden. Aufwändige Abschreibungen für Anlagevermögen entfallen für gewöhnlich. Hinzu kommt ein umfangreiches Service-Angebot der Dienstleister (z. B. Vor-Ort-Austausch defekter Geräte innerhalb eines Tages).

Erhalt liquider Mittel

Auch junge Unternehmen und Start-ups können von gemieteter Hardware profitieren: Statt auf einen Schlag sehr viel Geld für mehrere Laptops, Desktop-Rechner, Tablets und/oder Smartphones zu bezahlen, werden liquide Mittel eingespart. Diese stehen wiederum dann zur Verfügung, wenn kurzfristig auf Veränderungen wie Auftragsspitzen reagiert werden muss.

Hardware-Leasing für private Verbraucher kaum rentabel

All die Vorteile, von denen Unternehmen und Selbstständige beim Hardware-Leasing profitieren, entfallen gemeinhin beim privaten Verbraucher. Zum einen werden PCs und Laptops häufig länger als 24 oder 36 Monate genutzt. Zum anderen gestaltet sich die Weitervermarktung der gebrauchten Geräte im privaten Umfeld weniger aufwendig. Ein einziger Laptop ist schließlich schneller verkauft als 100 Stück oder mehr. Mit dem Erlös kann man dann schon wieder ein Neugerät finanzieren; jedenfalls zu einem kleinen Teil.

Trotzdem: Auch auf private Verbraucher ausgerichtete Anbieter wie Grover haben ihre Berechtigung. Wer beispielsweise als XBox-Fan auch die neueste Playstation mal für ein paar Wochen testen will, darf trotz der gesalzenen Mietraten bei niedrigen Laufzeiten zuschlagen. Gleiches gilt, wenn man sich vor einem Fehlkauf bewahren und teure Anschaffungen vor dem Kauf ausgiebig im Alltag testen will. Komplett ersetzen kann die Miete - jedenfalls im privaten Umfeld - eine gut überlegte Anschaffung aber nicht.

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