Im Foyer der Osterfeldhalle konnten die Besucher der Messe das Hüpfen und Gehen auf speziellen Trampolinen ausprobieren. Foto: Karin Ait Atmane - Karin Ait Atmane

Beim Tag der Naturheilkunde präsentierten mehr als 50 Aussteller ihre Methoden und Techniken. In der Osterfeldhalle gab es Informationen zum tibetischen Heilyoga ‚Lu Jong’.

ES-BerkheimVon der Aurafotografie bis zum Yoga: Mehr als 50 Aussteller präsentierten beim Tag der Naturheilkunde in Berkheim Methoden und Techniken. Der Schwerpunkt lag gemäß dem bundesweiten Motto auf „Heilkraft durch Bewegung“. Dabei ging es nicht um schweißtreibenden Leistungssport, sondern um Spaß und Körpergefühl.

Veranstalter der Messe in der Osterfeldhalle war der Naturheilverein Esslingen und Umgebung, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Beim bundesweiten Tag der Naturheilkunde, der seit 2008 ausgerufen wird, hätten die Esslinger von Anfang an mitgemacht, sagte die Vorsitzende Elke Wörfel bei der Eröffnung. Zwischendrin sei er mal eingeschlafen, mittlerweile aber mit frischem Schwung wieder aufgenommen worden. Zum Hauptthema Bewegung sprach Ursula Gieringer, die Vizepräsidentin des Deutschen Naturheilbundes. Die Menschheit blicke auf 120 000 Generationen Jäger und Sammler zurück, sagte sie, auf rund 5000 Generationen sesshafte Ackerbauern, auf zehn Generationen seit der industriellen Revolution und eine im Computerzeitalter. Schon allein das mache klar, dass Menschen nicht zum Sitzen am Schreibtisch gemacht sind. Doch während der Neandertaler täglich rund 30 Kilometer zu Fuß zurücklegen musste, um seine Lebensgrundlage zu erbeuten, bringe es heute mancher grade noch auf 600 Meter. Dabei habe Bewegung für eine gesunde Lebensführung „mindestens den gleichen Stellenwert“ wie Ernährung.

Einen Halbmarathon muss man trotzdem nicht jeden Tag laufen, für besonders wirkungsvoll hielt die Referentin zum Beispiel dank der Schwingungen das Hüpfen oder auch nur Gehen auf dem Trampolin. Draußen im Foyer konnte man das ausprobieren, auf speziellen Trampolinen, deren Sprungfläche nicht mit Stahlfedern, sondern mit elastischen Gummizügen aufgehängt ist: Das sei elastischer als ein konventionelles Trampolin, erklärte Jonas Beuke von der Firma Bellicon: „Dabei müssen Sie viel mehr fürs Gleichgewicht tun.“ Wobei das Hüpfen nicht der Hauptzweck dieser Geräte ist, man könne auf ihnen joggen, Koordinationsübungen oder auch Yoga machen. Dank seitlicher oder frontaler Haltegriffe könnten auch Menschen im hohen Alter noch auf das runde Teil steigen. „Die Schwingung macht es aus“, bestätigte Beate Obermiller. Ihr Mann, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, könne das Trampolin nutzen und tue es sehr gern – mal mit Hilfe der seitlichen Griffe, mal im Sitzen.

Um Schwingung ging es auch am Stand daneben bei den Smovey-Ringen. Aurelio Vacca ließ Ida, acht Jahre alt, ausprobieren, wie es sich anfühlt, die Ringe zu schwingen. In ihrem Inneren bewegen sich jeweils vier Metallkugeln. „Lustig“, urteilte Ida, aber für ein Kind auf Dauer ein bisschen langweilig. Annette Unger war dagegen überzeugt und versprach sich einen zusätzlichen Trainingseffekt. „Ich lauf morgens immer schon um fünf Uhr mit dem Hund – da ist es noch dunkel, da kann ich das probieren“, sagte sie.

„Bei uns geht es ganz viel um Balance“, betonten auch Jan und Jule am Stand von „wannaSUP“, dem Stand-Up-Paddling. Mit ihren luftgefüllten Brettern sind sie unter anderem auf dem Neckar unterwegs. Wasser bringe Spaß, und „es ist wirklich ein Ganzkörpertraining“, sagte Jan: „Dadurch, dass man ständig ausbalanciert, trainiert man die Tiefenmuskulatur“. Auch hier gibt’s viele Varianten, ob man nun flussauf- oder abwärts paddelt, im Sitzen, Knien oder Stehen, mit Hund oder mit Yogaübung: einmal im Monat mache man SUP-Yoga „mit einem kleinen Sonnengruß auf dem Brett“.

Heilyoga aus Tibet

Und was ist Lu Jong, das tibetische Heilyoga? Nur eine Marketing-Neuerfindung? Ganz und gar nicht, sagte Ute Schaber von der Vital-Oase Nyima, die im Rahmenprogramm und an einem Stand Lu Jong vorstellte: „Es ist keine neuentwickelte Form von Yoga, die ältesten Übungen sind 8000 Jahre alt.“ Allerdings werde die Methode erst seit dem Jahr 2000 aus den tibetischen Klöstern nach außen getragen. Anders als im klassischen Yoga spiele das Fließende eine größere Rolle: „Wir haben eine Position und eine Bewegung, die sich mehrfach wiederholt“. Yoga oder Lu Jong – das sei letztlich eine Sache der persönlichen Vorliebe, besser oder schlechter gebe es da nicht. Das gilt mit Sicherheit für viele naturheilkundliche Methoden. In der Osterfeldhalle waren auch Naturmöbel und Magnetschmuck, Dorn-Breuß-Therapie, Hypnose, Schamanische Heilwege, Physikalische Gefäßtherapie, Wasseraufbereitung und vieles mehr zu sehen.

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