Zeitunglesen macht Spaß: Die Viertklässler der Esslinger Grundschule St. Bernhardt Foto: Bulgrin - Bulgrin

Fünf Wochen lang haben sie jeden Morgen aufmerksam im Unterricht die Eßlinger Zeitung studiert: Mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich in diesem Schuljahr am EZ-Projekt „Zeitung in der Schule“. Für viele war der Ausflug in die moderne Medienwelt ein Erlebnis.

EsslingenGewöhnlich stehen Unterrichtsfächer wie Deutsch, Mathematik, Biologie, Englisch, Sport oder Musik auf den Stundenplänen. Während der vergangenen Wochen war die Tageszeitung ein wichtiges Thema in vielen Klassenzimmern. Mehr als 100 Klassen aus allen Schularten und Altersstufen in unserem Verbreitungsgebiet beteiligten sich am Projekt „Zeitung in der Schule“, das die EZ seit einem Vierteljahrhundert in schöner Regelmäßigkeit anbietet. Was vor mehr als 25 Jahren mit einer Handvoll engagierter Lehrerinnen und Lehrer begonnen hatte, ist längst aus dem Unterrichtsprogramm vieler Schulen nicht mehr wegzudenken. Von Schülern und Pädagogen gibt es hinterher glänzende Zeugnisse für die Zeitungsmacher.

„Zeitung in der Schule“ ist mittlerweile ein Klassiker geworden, und so mancher Lehrer meint augenzwinkernd, wenn es dieses Projekt nicht gäbe, müsste es glatt erfunden werden. Denn die Beschäftigung mit einer modernen Tageszeitung eröffnet im Unterricht vielfältige Möglichkeiten: Man kann die Zeitung im Deutschunterricht aus sprachlicher Perspektive betrachten, man kann sie im Gemeinschaftskundeunterricht aus gesellschaftlicher und politischer Sicht untersuchen, man kann sie nach der Lektüre sogar im Kunstunterricht verwenden, und vor allem ist die Tageszeitung eine wichtige Informationsquelle, die junge Menschen auch im digitalen Zeitalter anspricht – vorausgesetzt, sie haben ihre Möglichkeiten erst einmal entdeckt.

Gelegenheit dazu bietet das Projekt „Zeitung in der Schule“ auf unterschiedliche Weise: Dank freundlicher Unterstützung durch die Stiftung der Kreissparkasse, die das Projekt seit vielen Jahren fördert, bekommt jeder Schüler fünf Wochen lang die EZ täglich druckfrisch ins Klassenzimmer geliefert. Im Unterricht haben die jungen Leute zunächst Gelegenheit, das Blatt vom Tage durchzublättern und zu lesen – dann werden die wichtigsten Beiträge besprochen. Die unterschiedlichen Textsorten werden untersucht, Inhalte werden diskutiert, Gestaltungsmerkmale analysiert und eigene Einschätzungen formuliert. Jeder Lehrer hat ein eigenes Konzept, wie er seinen Schülern die Zeitungslektüre nahebringt. Zahlreiche Pädagogen sind seit vielen Jahren dabei und entwickeln immer wieder neue Ideen – so wie die Lehrerin Patrizia Grillo, die für ihre internationale Klasse eigens ein „Zirkeltraining Zeitung“ entwickelt hat (siehe den Beitrag oben rechts).

Weil Zeitungsarbeit von der Praxis lebt, ist jede Klasse zu einem Besuch im Druck- und Verlagshaus in der Zeppelinstraße eingeladen, wo die jungen Leute beim Blick hinter die Kulissen hautnah erleben, wie viel journalistischer, technischer und logistischer Aufwand nötig ist, damit die EZ Tag für Tag pünktlich und in gewohnter Qualität zu ihren Leserinnen und Lesern kommt. Und um noch authentischere Einblicke in die Arbeit der Zeitungsmacher zu vermitteln, bekommt jede Klasse Besuch von einer Redakteurin oder einem Redakteur, die Einblicke in ihren Beruf geben und Fragen beantworten. Und weil viele Klassen nach alledem gerne selber ausprobieren wollen, was es heißt, Beiträge für die Zeitung zu recherchieren und zu formulieren, sind die Schülerinnen und Schüler zum Abschluss des Projekts eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Dem Einfallsreichtum der Nachwuchs-Journalisten werden keine Grenzen gesetzt – und manchmal darf es auch etwas Ungewöhnlicheres sein, wie der Besuch zweier Spieler der amerikanischen Show-Basketball-Truppe Harlem Globetrotters, die zum Schnuppertraining in der Denkendorfer Albert-Schweitzer-Schule vorbeischauten und „Zeitung in der Schule“ vollends zu einem ganz außergewöhnlichen Erlebnis machten.

Schüler und Lehrer sagen ihre Meinung zum EZ-Projekt

Mehr als 100 Klassen beteiligen sich Jahr für Jahr am EZ-Projekt „Zeitung in der Schule“. Alexander Maier hat Schüler und Lehrer nach ihrer Meinung gefragt.

Kerstin Mansfeld, Lehrerin an der Seewiesenschule Esslingen (Außenstelle Hainbachschule): Für mich war es erstaunlich, wie aus dem anfänglich zögerlichen Blättern in der Zeitung zunehmend ein zielgerichtetes Suchen von Informationen und ein schnelles Aufschlagen lieb gewordener Seiten wie der Kinderseite, dem Sportteil oder dem Kreuzworträtsel wurde. Kurzweilig und sehr informativ fand ich den Redakteursbesuch, sehr eindrucksvoll war die Führung durch das Verlagsgebäude.

Rina Musaj (10), Hainbachschule Esslingen: Ich weiß jetzt, wie die Zeitung aufgebaut ist und dass der Redakteur manchmal für die Überschrift lange braucht. Wenn man Redakteur werden will, muss man damit rechnen, dass man wenig Freizeit hat. Mir hat gefallen, dass wir fast jeden Tag eine Schulstunde Zeit zum Lesen hatten.

Melek Denizoglu (11), Hainbachschule Esslingen: Die EZ ist 150 Jahre alt. Ich fand es interessant, zu sehen, wie sich die Zeitung im Lauf der Zeit verändert hat.

Nicholas Kaczkowski (11), Grundschule St. Bernhardt: Es hat viel Spaß gemacht, in der Klasse Zeitung zu lesen. Toll fand ich, dass wir die EZ besuchen durften. Es war spannend, als uns erklärt wurde, wie die Farben in der Zeitung gemacht werden. Interessant war, wie die fertig gedruckten Zeitungen aufgehängt und am Förderband durch die Halle transportiert werden.

Mico Frey (10),Hainbachschule Esslingen: Interessant war, dass jeden Tag gefühlt 500 neue Infos in der Zeitung standen.

Anna-Lena Fritz (10), Hainbachschule Esslingen: Ich habe gelernt, wie man in der Zeitung blättert und die Ressorts findet. Besonders interessant war, in der Zeitungsfabrik zu sein. Es blieb so vieles hängen, dass ich nicht alles aufzählen kann.

Guntram Zürn, Lehrer am Privaten Gymnasium Esslingen: Es ist mir immer wieder aufs Neue eine Freude, das Projekt „Zeitung in der Schule“ zu begleiten. Einige der Schüler nehmen das erste Mal ernsthaft und zur vertieften Lektüre eine Printausgabe zur Hand. Es ist schön zu sehen, wie vielfältige Themen in den Horizont der Schüler gelangen, Diskussionen ausgelöst und vor allem viele Fragen gestellt werden.

Simeon Janssen (11), Hainbachschule Esslingen: Mir hat gut gefallen, dass ich immer wieder in die Zeitung reinkucken konnte, ob etwas Interessantes drin ist. Besonders beeindruckend war für mich, wie die Druckerei funktioniert. Es war toll, das ganz nah zu erleben.

Emma Nagy (10), Grundschule St. Bernhardt: Wir bekamen im Unterricht Besuch von einem Reporter und durften ihm viele Fragen stellen. Das war ein tolles Erlebnis und könnte gerne öfter gemacht werden.

Hanno Flaccus (10), Hainbachschule Esslingen: Die Witze auf der Kinderseite waren sehr lustig. Auch die verschiedenen Ressorts waren sehr interessant. Ich erinnere mich noch an einen Artikel über die Verfolgung des Walfängers.

Peter Schmid, Lehrer an der Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen: Seit sehr vielen Jahren nehme ich als Gemeinschaftskundelehrer am Projekt „Zeitung in der Schule“ teil und muss sagen, dass es ein Erfolgsprojekt der Eßlinger Zeitung für die Schulen ist. Es bedeutet eine erfrischende Abwechslung im Schulalltag und es bietet auch Information aus erster Hand zu politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und lokalen Themen. Ich möchte das Zeitungsprojekt nicht mehr im Schulalltag missen.

Sven Ole Scherbaum (10), Hainbachschule Esslingen: Ich fand das Projekt gut, weil ich jetzt viel mehr über die Zeitung weiß. Am besten fand ich die Führung, weil wir erzählt bekamen, wie lange es dauert, bis eine Zeitung rauskommt.

Heidrun Raisch, Lehrerin an der Grundschule St. Bernhardt: Ich finde es wichtig, dass Kinder ihren Blick öffnen für all das, was es über die Schule hinaus gibt. Dafür ist dieses Projekt ideal. Die gemeinsame Zeitungslektüre war nicht nur interessant, sondern hat auch Spaß gemacht. Wir werden sicher wieder mitmachen.

Jonas Fritz (10), Hainbachschule Esslingen: Ich wurde sehr gut über Fußball informiert. Es war interessant zu sehen, wie die Zeitung gedruckt wird. Hängen blieb, dass eine Papierrolle eine Tonne wiegt.

Maximilianos Isyanof (10), Hainbachschule Esslingen: Ich werde durch die Zeitung gut über Sachen informiert, die woanders geschehen. Bei mir blieb hängen, wie der Zeitungsdruck abläuft. Ich fand generell alles sehr interessant.

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