Bürgermeister Thomas Matrohs umriss beim Neujahrsempfang die Themen des Jahres 2020. Foto: Katja Eisenhardt - Katja Eisenhardt

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde blickte Bürgermeister Thomas Matrohs auf das kommende Jahr mit seinen Aufgaben und Zielen.

DeizisauBeim Neujahrsempfang der Gemeinde blickte Bürgermeister Thomas Matrohs in der voll besetzten Gemeindehalle auf bereits Erreichtes zurück und gab einen Ausblick auf anstehende Aufgaben und Ziele. Beim ein oder anderen Großprojekt wandte sich Matrohs dabei gezielt an die anwesenden Vertreter der Landespolitik Andreas Schwarz (Grüne), Andreas Kenner (SPD) und Karl Zimmermann (CDU).

Ganz ohne die finanzielle Unterstützung des Landes lasse sich manches sonst kaum umsetzen. Rund 5,5 Millionen Euro soll etwa der viergruppige Kindergartenneubau in der Altbacher Straße kosten. Der Bedarf sei hoch, betrachte man allein schon die 53 Neubürger, die im letzten Jahr geboren wurden. Für Deizisau geht es um gut 500 000 Euro an Zuschüssen. Nicht „auf der Strecke zurückgelassen werden“ dürfe man zudem beim Neckartal-Schnellradweg. Bei der Trassenführung gehe es derzeit immer nur um die Verbindung zwischen Esslingen und Stuttgart. Genauso wichtig sei allerdings die Strecke zwischen Altbach, Deizisau, Plochingen und Reichenbach. Für Deizisau geht es zudem um zwei Brücken.

„Vorsichtig positive Signale“ gebe es für den örtlichen ÖPNV: Zum Jahresende soll so ein 15-Minuten-Takt auf der Linie 143 als Verbindung zum Plochinger Bahnhof möglich werden. Im Fokus ist zudem die zeitliche Verbindung der Linien 104 von Esslingen und 143 aus Plochingen, zu lang sind hier die Wartezeiten in Deizisau. Zu wenige Fahrgäste nutzten dagegen den Mobilo-Bürgerbus, weshalb der Betrieb zum Jahresende vorerst eingestellt wurde. Mit Voranmeldung gibt es aber montags, donnerstags und freitags einen Einkaufs- oder Friedhofsfahrdienst. Ab Frühjahr sollen die Glasfaseranschlüsse im Gewerbegebiet Ost verfügbar sein, so Matrohs. Wichtig sei ein flächendeckender Ausbau in der Gemeinde. Die Idee, die Krankenpflegestation Deizisau-Altbach künftig an einem Standort zu verorten, hält Matrohs für sinnvoll. Vorerst wird das Deizisauer Team aufgrund von Platzmangel vom Rathaus-EG in neue Räumlichkeiten in der Esslinger Straße umsiedeln. Geprüft wird die Umsetzbarkeit eines Gesundheitshauses. Gut aufgestellt sei die Gemeinde mit ihren Sportstätten, sanierungsbedürftig seien diese allerdings in manchen Bereichen. Weiterhin beschäftigen ein neuer Belag fürs Kunstrasenspielfeld, die Sporthallen-Technik oder auch die Sanierung der Duschen und Umkleiden im Freibad. Ein großer Sport- und Bürgerpark im Bereich Sport- und Festplatz bei der B 10 sei dagegen kaum realisierbar, so der Schultes. An räumlichen Verbesserungen für den TSV arbeite man aber.

Ein wichtiges Thema ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, gerade auch in Ortsrandlage. Bebauungspläne sollen hier für ein Gebiet von insgesamt drei Hektar entwickelt werden. Am eigenen Schulstandort steht in den nächsten Jahren der Raumbedarf an der Grundschule und der Schulkindbetreuung auf dem Programm. Schwer tue er sich mit der Rolle Deizisaus bei der Sanierung des Plochinger Gymnasiums. Bei schulpolitischen Fragen seien die Umliegergemeinden in der Vergangenheit auch nicht einbezogen worden. Die Sanierung bedeute für Deizisau 4,49 Millionen Euro.

Finanziell ist die Gemeinde seit 2013 im Kernhaushalt schuldenfrei. Ein gutes Wirtschaften und Abwägen bei freiwilligen Ausgaben sei aber zwingend, um das Level halten zu können. Ein Dank ging an die örtlichen Unternehmen, die für wichtige finanzielle Einnahmen für die Gemeinde sorgen. Einen großen Dank richtete Matrohs zudem an alle Engagierten im Ort. Eine Überraschung gab es hier für Franz Bingel, der die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg erhielt. 54 Jahre ist er bereits in der Fußballabteilung des TSV aktiv. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Handharmonikaverein unter der Leitung von Elke Streif.

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