Der Konflikt zwischen Strohländle-Macher Johannes Leichtle und den Stadtwerken Leonberg wird schlimmer. Ausgangspunkt waren fehlende Busse am vergangenen Samstag.
Der Streit zwischen Strohländle-Veranstalter Johannes Leichtle und den Stadtwerken Leonberg in Person von Geschäftsführer Frank Mildenberger ist endgültig eskaliert. Dachte man vor wenigen Tagen noch, dass sich eine weitere Zuspitzung des Ärgers rund um die Konzert- und Event-Reihe am Engelberg vielleicht vermeiden ließe, ist nun die nächste Stufe erreicht. In einer E-Mail kündigte Leichtle die Zusammenarbeit mit der städtischen Tochterfirma auf.
Leichtle kündigt Zusammenarbeit mit den Stadtwerken auf
Im Wortlaut heißt es: „Aufgrund der aktuellen Begebenheiten und unter den gegebenen Voraussetzungen sehen wir bedauerlicherweise keine vertrauenswürdige Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Ihnen und damit den Stadtwerken Leonberg. Wir verzichten daher auf eine Zusammenarbeit unter Ihrer rigiden Führung.“ Zuvor schreibt der Strohländle-Macher noch: „Unternehmen, Institutionen oder Personen, die auf Falschbehauptungen, öffentliche Diffamierungen und gelebte Eitelkeiten setzen, schaden daher unserem Ruf und erzeugen leider auf allen Seiten nur Verlierer. Wir distanzieren uns daher ausdrücklich davon.“
Besagtem Schreiben war ein E-Mail-Verkehr vorausgegangen, der unserer Zeitung vorliegt. Ins CC waren, zunächst von Johannes Leichtle, später auch von Frank Mildenberger, die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat sowie die Presse gesetzt worden.
Uneinigkeit beim Busshuttle als Ausgangspunkt für riesigen Konflikt
Ausgangspunkt des Konflikts war die Organisation des Busshuttle-Verkehrs an den Strohländle-Samstagen – und dessen Fehlen am vergangenen Wochenende. Zudem war freies Parken von 17 bis 24 Uhr in den Parkhäusern am Bahnhof und am Marktplatz angekündigt worden. Knöllchen gab es dennoch für einige Strohländlegäste – die Stadtwerke zeigten sich jedoch kulant und stornierten die Strafzettel.
Leichtle betont, er habe die Stadtwerke in Sachen Pendelbusse und Frei-Parken in den beiden Parkhäusern Anfang Juli rechtzeitig kontaktiert, aber lange keine Rückmeldung erhalten. Als diese schließlich Mitte Juli gekommen sei, sei er von den von den Stadtwerken neu gesteckten Rahmenbedingungen überrascht gewesen, habe das Angebot jedoch angenommen.
Der neue Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Mildenberger hingegen spricht Leichtle die Professionalität in der Strohländle-Organisation ab. Die „notwendige Abstimmung unterblieb seitens des Veranstalters, auch unsere wiederholten Rückfragen blieben unbeantwortet“, schreibt er. In der Antwort auf eine Anfrage unserer Zeitung wirft er Leichtle schwere Versäumnisse vor. Die Stellungnahme wurde auch im städtischen Amtsblatt veröffentlicht.
Leichtle zieht rechtliche Schritte in Betracht
Dies wiederum hatte zur Folge, dass Leichtle über rechtliche Schritte nachdenkt. Zusätzlich verkündete das Strohländle-Team auf der Internetseite und über die Sozialen Medien, dass man sich von Mildenbergers Aussagen distanziere.
Was bedeutet diese fast schon beispiellose Eskalation nun aber kurz- und langfristig für das Strohländle selbst? Die Stadtverwaltung gibt hierzu folgende Rückmeldung: „Da die Stadtwerke Leonberg ein Eigenbetrieb der Stadt sind, hat die Entscheidung des Veranstalters möglicherweise auch Konsequenzen für die weitere Zusammenarbeit mit der Stadt. Diese wird nun geprüft“, schreibt Theresa Stiller von der Pressestelle des Rathauses. Und weiter: „Für die Durchführung des Shuttle-Verkehrs, mögliche Parkregelungen sowie die künftige Ausrichtung der Veranstaltung ist ab sofort ausschließlich der Veranstalter zuständig.“
Heißt das also, dass der Shuttleverkehr komplett abgeblasen ist? Stand Freitagvormittag heißt die Antwort: Nein – wobei sich die Dinge quasi minütlich ändern können. Auf Nachfrage gibt Walter Kappus, Geschäftsführer des zuständigen Busunternehmens, zu Protokoll: „Wir fahren, an diesem und auch an den kommenden Wochenenden.“ Es stünden ein Bus und ein Busfahrer bereit. „Die erste Fahrt startet am Bahnhof um 17.30 Uhr, die letzte am Strohländle um 23.38 Uhr.“ An diesem Samstag spielt laut Online-Programm ab 19.30 Uhr die AC/DC-Tributeband The Jack.
Gibt es nun einen Pendelverkehr? Es ist und bleibt ein Rätsel
Nachgefragt bei Johannes Leichtle. Dieser sagt: „Ich habe niemanden beauftragt und halte mich raus.“ Er wolle sich schlicht und einfach von den Stadtwerken distanzieren.
Die Verwirrung ist da: Fährt nun ein Shuttle oder nicht? Das wird man wohl erst herausfinden, wenn man am Samstag um 17.30 Uhr am Bahnhof an der Haltestelle steht. Auch wie es zwischen Stadt und Strohländle nun generell weitergeht, steht in den Sternen. „Die Stadtwerke Leonberg haben die Veranstaltung in den vergangenen Jahren – unter anderem durch die Bereitstellung eines Shuttle-Verkehrs, durch kulante Parkregelungen sowie zusätzlich durch eine finanzielle Unterstützung der Stadt in Höhe von jährlich 10 000 Euro in erheblichem Umfang gefördert“, schreibt Theresa Stiller. Dies sei auch in diesem Jahr vorgesehen gewesen.
Andere Veranstaltungen
Es rockt
Johannes Leichtle veranstaltet auch in Kornwestheim, Sindelfingen, Eislingen und Bietigheim seit mehreren Jahren Konzerte mit Tributebands
Kornwestheim
Der Start zu „Kornwestheim rockt“ war ebenfalls etwas holprig. Beim ersten Termin am Dienstag, 29. Juli – es spielte die AC/DC-Tributeband The Jack – gab es technische Probleme beim Getränkeausschank, was zu langen Wartezeiten führte. Am vergangenen Dienstag ging die Coldplay-Tributeband Viva La Vida erst mit einer Stunde Verspätung auf die Bühne. Veranstalter und Bandmanagement sind sich hier über die Gründe uneins – Leichtle zeigte sich dennoch zufrieden mit den beiden Veranstaltungen.