Das gelbe Band am Stamm Foto: oh - oh

Die Stadt Wernau schließt sich einer Initiative des Landeskreises Esslingen an. Ein gelbes Band am Stamm signalisiert: Dieser Baum darf gratis und ohne Rücksprache abgeerntet werden.

WernauViele Obstbäume ächzen unter der großen Last vieler Früchte. Doch nicht jeder Streuobstwiesen-Besitzer hat die nötige Zeit und ausreichend Helfer, um das viele Obst zu ernten. Die Stadtverwaltung Wernau beteiligt sich deshalb an der Ernteaktion des Landkreises Esslingen und stellt gelbe Bänder zur Verfügung. Diese signalisieren, dass die hiermit markierten Bäume ohne weitere Rücksprache für alle Interessenten zur Ernte freigegeben sind.

Im vergangenen Jahr konnten sich die Obstbaumbesitzer freuen, die Obstbäume trugen zahlreiche Früchte. Dieses Jahr wird die Ernte sicherlich nicht ganz so reichlich ausfallen, doch viele Hobby-Gärtner, aber auch Städte und Gemeinden wissen oft gar nicht mehr wohin mit dem vielen Obst. Manchen ist die Ernte auch zu wenig rentabel oder zu mühsam. Schade ist dann, dass etliche Bäume nicht abgeerntet werden und das Obst einfach liegen bleibt oder durch den Einfluss der Witterung ungenießbar wird.

Die Stadtverwaltung Wernau will deshalb ihre Obstbäume für alle Bürgerinnen und Bürger zur Ernte freigeben. „Jeder, der Lust auf frisches Obst hat, darf sich an den markierten Bäumen bedienen“, sagt Bürgermeister Armin Elbl. Die stadteigenen Bäume wurden in einem Lageplan eingezeichnet. Man erkennt sie vor Ort an einem gelben Band, das um den Stamm gebunden wird, gibt Lena Heinrich vom Sachgebiet Liegenschaften der Stadt Wernau bekannt. „Auch in diesem Jahr gibt es reichlich Obst, und wir wollen damit auch das Bewusstsein der Menschen stärken. Die vielen Früchte können ja zum Beispiel gut zu Apfelmus oder zu anderen schmackhaften Produkten verwertet werden“, sagt Heinrich.

Doch nicht jede Streuobstwiese der Stadt Wernau sei für alle freigegeben, fügt Heinrich hinzu. Einige Bäume seien für Einrichtungen reserviert, die sich schon länger an der Obsternte der Stadt beteiligen. Das gelbe Markierungsband ist aber auch und vor allem für Privatpersonen mit eigenen Obstwiesen gedacht. „Diejenigen, die ihre Obstbäume selbst nicht abernten können oder wollen, dürfen die Bänder gerne kostenlos im Rathaus abholen“, sagt Lena Heinrich. Ein Mehraufwand wird dadurch sowohl dem Erntehelfer als auch dem Besitzer erspart. Die Markierung erlaubt das Pflücken auch ohne vorherige Absprache.

Die Idee stammt allerdings nicht aus Wernau. Die Aktion „Gelbes Band“ des Landkreises Esslingen orientiert sich an der Aktion der Stadt Filderstadt, die den Service bereits 2015 für ihre Bürgerinnen und Bürger eingerichtet hat. Ursprünglich kommt die Idee des gelben Bandes jedoch aus Waldenbuch. Auch Köngen, Aichwald oder Kirchheim folgen nun diesem Vorbild.

Die Entsorgung der Markierungsbänder ist nach Angaben des Landratsamtes einfach und umweltschonend. Man setze hierbei auf ein bewährtes Material, das auch in der Forstwirtschaft seine Anwendung findet. „Die gelben Markierungsbänder bestehen aus Papier. Nach Herstellerangaben zerfällt es nach zirka einem bis zwei Jahren“, erläutert Lena Heinrich. Wenn es ausgedient habe, könne es auch einfach abgenommen und auf dem Kompost entsorgt werden. „Eine nachhaltige Lösung, die die Umwelt nicht belastet, ist uns wichtig“.

Selbstverständlich gebe es aber auch bei dieser Aktion Regeln, an die sich jeder Erntehelfer halten müsse, erklärt Heinrich. „Die Grundstücke dürfen nicht verschmutzt werden und müssen so hinterlassen werden, wie sie vorgefunden wurden. Es ist zudem nicht erlaubt, Äste an den Bäumen abzubrechen“, betont die Sachgebietsleiterin. red

Die gelben Markierungsbänder für interessierte Streuobstwiesenbesitzer können ab Montag, 2. September, im Bürgerbüro des Wernauer Rathauses im Quadrium, Kirchheimer Straße 68-70, kostenlos abgeholt werden. Information bei Lena Heinrich, Sachgebietsleiterin Liegenschaften, Zimmer 226, Telefon: 07153/9345-230, E-Mail: LHeinrich@wernau.de

Die Lagepläne mit den städtischen Grundstücken liegen im Bürgerbüro im Wernauer Rathaus aus oder können unter www.wernau.de heruntergeladen werden.

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