Marianne Ruckdeschel mit den Neuerwerbungen. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Nicht nur Lesegenuss, auch ein vielseitiges Kulturprogramm bietet Marianne Ruckdeschel in der Öffentlichen Katholischen Bücherei Neuhausen. Im Kommen sind auch die digitalen Medien.

NeuhausenLiteratur für alle Sinne bietet Marianne Ruckdeschel dem Lesepublikum in der Öffentlichen Katholischen Bücherei Neuhausen an. Hohen Stellenwert hat in ihrem Jahresprogramm auch die Kultur. Lesungen mit Musik und Chanson-Abende sind im Oberen Schloss ebenso zu erleben wie klassische Lesungen oder Theaterabende. Am Freitag, 15. November, 19.30 Uhr, präsentieren der Pianist Robert Bärwald und die Sopranistin Christine Reber Lieder- und Klavierwerke des fast vergessenen Esslinger Komponisten Christian Fink. Professor Joachim Kremer moderiert den Abend.

„Das Obere Schloss bietet einen idealen Rahmen für Konzerte wie auch für Lesungen“, ist die Bibliothekarin überzeugt. Ruckdeschel freut sich, dass ihr handverlesenes Kulturprogramm auch beim Publikum gut ankommt. Besonders spannend findet es die kunstinteressierte Bibliothekarin, wenn Musik und Literatur in einen Dialog treten.

Vorlesevergnügen für Kinder

Mit ihrem hoch motivierten ehrenamtlichen Team bietet sie auch eine Vorlesereihe für die Kleinsten an. Am Mittwoch, 20. November, 16.15 Uhr, steht in der Bibliothek im zweiten Stock des Oberen Schlosses ein Kamishibai-Erzähltheater auf dem Programm. Sonja Pajonczyk liest aus dem Bilderbuch-Klassiker „Die kleine Raupe Nimmersatt“. von Eric Carle. Die Büchereileiterin freut sich, dass zu den Vorlesestunden auch oft Großeltern mit ihren Enkeln kommen. Sie lauschen gebannt, wenn das ehrenamtliche Team aus ausgewählten Büchern vorliest. „Kinderbücher sind bei uns sehr gefragt, die gehen richtig gut“, sagt Marianne Ruckdeschel.

Ein ganz großes Thema für die Öffentlliche Katholische Bücherei in Neuhausen sind digitale Medien. Für die Kleinen bietet Marianne Ruckdeschel die Tonie-Hörspielfiguren an. „Da ist die Nachfrage groß, beim Tag der offenen Tür am 3. November waren sie sofort fast alle ausgeliehen“, sagt die Bibliothekarin. Aus ihrer Sicht ist das eine schöne Möglichkeit, Kinder ans Lesen heranzuführen. Dennoch findet es die Bibliothekarin gerade in heutiger Zeit wichtig, „die kleinen Jungen und Mädchen erst mal ans Lesen heranzuführen.“ Das ist aus ihrer Sicht eine Kulturtechnik, die auf gar keinen Fall verloren gehen darf.

Luft nach oben gibt es noch bei den Ausleihzahlen der Onleihe für E-Books. Die liegt nach Ruckdeschels Worten „im einstelligen Prozentbereich“. Da möchte sie künftig noch mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, die Leserinnen und Leser motivieren, diese Angebote auch zu nutzen. Das E-Book-Angebot sucht Marianne Ruckdeschel, die sich regelmäßig auf der Frankfurter Buchmesse über Neuerscheinungen informiert, selbst aus. Der Schwerpunkt liege auf Belletristik und Literatur für die Reise. Sachbücher sind dagegen im Online-Bereich aus der Sicht der Bibliothekarin weniger gefragt. Klassische Nachschlagewerke sind mit Anmeldenummer und Büchereiausweis inzwischen auch online zu haben.

Das Konzept baut aufs Ehrenamt

Sehr glücklich ist Marianne Ruckdeschel darüber, dass das Konzept der Bücherei stark aufs Ehrenamt baut. „Manche meiner Kolleginnen und Kollegen sehen das kritisch“, sagt die Bibliothekarin, die gut vernetzt und viel auf Tagungen unterwegs ist. Wichtig findet sie, „dass wir Hauptamtlichen die freiwilligen Helferinnen und Helfer gut schulen.“ Etliche Aufgaben in einer Bibliothek könnten nur vom Fachpersonal geleistet werden, sagt Marianne Ruckdeschel. Gerade die Öffnungszeiten am Sonntag – ein sehr beliebter tag – aber könnten die Freiwilligen sehr gut übernehmen: „An diesem Tag sind nur Ausleihe und Rückgabe möglich“, sagt Ruckdeschel. Beraten werden die Ausleiher dann an den Werktagen von den Bibliothekarinnen.

Für den Musikabend „...und tönst so wundersame Weise...“ mit Werken des Esslinger Komponisten Christian Fink (1831 bis 1911) am Freitag, 15. November, 19.30 Uhr im Bildungszentrum Oberes Schloss in Neuhausen gibt es noch Karten. Vorverkauf bei der Bücherei, Telefon 0 71 58/913 42 07.

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