Maria Cecilia Barbetta Foto: dpa - dpa

LesART-Gast Maria Cecilia Barbetta schildert in ihrem Roman „Nachtleuchten“ die unsicheren Jahre in Argentinien vor dem Militärputsch.

EsslingenDen Geist des Umsturzes und der Revolution fasst die Autorin Maria Cecilia Barbetta in zärtlich-poetische Bilder. „Nachtleuchten“ (Fischer-Verlag, 24 Euro) ist ein zeitgeschichtlicher Roman, der die unsicheren Jahre vor dem Militärputsch in Argentinien aus der Sicht unterschiedlicher Menschen schildert. Aus vielen Ländern sind sie nach Buenos Aires gekommen. Mit dem Buch schaffte Barbetta 2018 den Sprung auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Drei Abteilungen mit jeweils 33 Kapiteln umfasst ihr neuer Roman, der 1974, im Jahr von Juan Peróns Tod, spielt. In der südamerikanischen Metropole nehmen die Menschen, die Barbetta vorstellt, am pulsierenden Leben teil, doch sie kommen aus unterschiedlichen Lebenswelten. Barbetta ist in einem Einwandererviertel aufgewachsen. Sie kennt die fruchtbare Reibung, wenn Kulturen einander begegnen. 1996 kam die heute 46-Jährige, die Deutsch als Fremdsprache studierte, nach Berlin. Dort promovierte sie und blieb in Deutschland. Ihr literarischer Stil webt Traum und Wirklichkeit zart ineinander, womit sie ganz in der südamerikanischen Erzähltradition steht.

Seit sie in Deutschland lebt, schreibt sie in deutscher Sprache. Das tut Barbetta so virtuos, dass man sie für eine Muttersprachlerin halten könnte. In ihrer Prosa reflektiert sie Erinnerungen an ihr Heimatland Argentinien. In poetischer, humorvoller, manchmal ironischer Sprache schreibt sie über das Trauma des Militärputschs so leicht wie über Alltägliches.

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