Die Partygäste genossen den Abend in der Jahnhalle. Foto: Avanti/Ralf Poller

„Ein schöner Tag, shala lala la“ – Mallorca-Entertainer sorgten für Stimmung beim Musikfestival „Malleweh“ in Kornwestheim.

Zumindest das Wetter war schon mal Mallorca-gemäß. Nach viel Sonnenschein versprach das Musik-Festival „Malleweh“ am Samstagabend, das Feier-Flair der beliebten Balearen-Insel auch im Schwäbischen aufleben zu lassen, konkret: in der Kornwestheimer Jahnhalle. Rund 280 meist jüngere Party-Freunde waren gekommen und ließen es ordentlich krachen.

Verantwortlich für das dezibel-starke Spektakel zeichnete die Agentur Inselbooking aus Pforzheim. Die Fäden in der Hand hält dort Lara Jany. „Wir bieten den Leuten echtes Mallorca-Flair,“ versprach die Organisatorin. „Und ein hochkarätiges Line-Up mit bekannten Party-Künstlern.“ Kornwestheim war die erste Station einer Malleweh-Serie, die in diesem Jahr noch an 14 anderen Orte die Sehnsucht nach dem Ballermann ein wenig stillen soll. Begonnen hatte Malleweh 2024 mit zwei Veranstaltungen.

Für Augen, Ohren und Kehle

Sie taten ihr Bestes, in die eher nüchterne Jahnhalle die Stimmung der mallorquinischen Party-Meile zu zaubern: Zwei große spanische Flaggen an den Wänden, Glitzerbuchstaben beschworen den „Summer“, Luftballons zwischen den Stehtischen. Eine bunte Lightshow blitzte durch den Saal. „Malle“ nicht nur für Augen und Ohren, sondern auch für die Kehle: Das Partyvolk konnte nicht nur den obligatorischen Becher Bier ordern, sondern auch zu den bekannten Leckerbock-Angeboten greifen, Wodka mit Beimischungen in allen möglichen Variationen. Anders als in Palma fielen in Kornwestheim bis zum späten Abend keine Alkohol-Leichen auf.

Das Publikum: überwiegend die jüngere Generation, aber „wir hatten bisher immer auch etliche so zwischen 40 und 50,“ sagte Lara Jany. Lockeres Outfit, auch mal sommerlich bauchfrei, oft in T-Shirts, deren Aufschriften feste Entschlossenheit zum Abfeiern und Abtanzen kundtaten: „United Party“ neben „Ikke Hüftgold“, daneben der „Bierkönig“ – das bekannte Lokal auf Mallorca – oder „Sufflaki“ und „Super-Bock“, ein buntes Spektrum der Ballermann-Seligkeiten.

Viele Songs zum Thema Trinken

Ein Malle-Party-Kracher nach dem anderen dröhnte durch die Halle, die Gäste sangen, schwangen und wippten mit, tanzten zu den eingängigen Rhythmen, reihten sich zur Polonaise. Höhepunkte boten die Malle-erfahrenen Entertainer. Stefan Stürmer zum Beispiel: „Ich scheiß auf Schicki-Micki / Malle ist die geilste Galaxie.“ Erstaunlich, wie viele Songs es allein zum Thema Trinken gibt. Beim Blick ins Glas: „Es tut mir in der Seele weh, wenn ich den nackten Boden seh . . .“ Refrain: „Schenk noch mal voll.“ Und der Saal stimmte begeistert mit ein.

Eine Premiere feierte „Der Schmitti“, ein junger Sänger aus Speyer, gelernter Rettungssanitäter, der als zweites Standbein eine Karriere mit Partysongs anstrebt. Mit seinem Hit „Gelber Schein, Ballermann muss sein“ riss er die Zuhörer mit. Nach ihm fegte die „Powerfrau“ Ina Colada wie ein Wirbelwind über die Bühne, sprang, tanzte und animierte. „Ein schöner Tag, shala lala la.“ Volle Emotionen. „Ich bin so wahn-, wahn-, wahnsinnig in dich verliebt . . .“ Das Publikum schunkelte mit.

Das kam an. Patrick und Frank waren sich einig: „Hier kannst du einfach voll abhängen. Spaß haben, und die sind alle so locker hier.“ Fünf Tage steht Frank in seinem Job, „heut muss ich nicht dran denken.“ Patrick meinte: „Toll, dass so was mal hier stattfindet. Als Kornwestheimer, so zwischen zwei großen Städten, freut man sich, wenn wir auch mal so was haben.“ Auch Joachim und Eva, deutlich älter als der Durchschnitt der Besucher, fanden es gut. „Es ist etwas laut, aber sonst ganz o.k.“ Das Kornwestheimer Paar liebt Mallorca, war erst im Herbst dort. Die junge Leonie meinte. „Ist mal was anderes hier, aber topp!“

Schon gegen Mitternacht dann der Auftritt von Pepe Palme, ebenfalls ein in der Szene beliebter Sänger, auch bekannt aus der Kochshow MasterChef. Er ist der Namens- und Ideengeber des Malleweh-Events – und er heizte dem Partyvolk noch einmal tüchtig ein. Einer der Gäste sagte: „So was könnte es in Zukunft hier auch mal wieder geben.“