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Im Herbst 2019 wurde Rainer Henning zum Pechvogel der Republik. Er hatte sechs Richtige auf seinem Lottoschein, aber bekam trotzdem keinen Gewinn. Der 71-Jährige spielte in einem Kiosk, in dem er selbst arbeitete und der seiner Frau gehörte. Dies ist laut Glücksspielstaatsvertrag allerdings verboten. Henning wusste dies nicht. Die Unkenntnis kostete ihn etwa 24.000 Euro. Sein Beispiel illustriert, dass es einige Regeln gibt, die angehende Lotterie-Gewinner kennen sollten, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Gewinne aus Gewinnen sind nicht steuerfrei

Die meisten Lotto-Spieler wissen, dass hier erzielte Gewinne steuerfrei sind. Dies regelt § 2 Abs. 3 EstG. Wer das Geld unter der eigenen Matratze versteckt und nur für gelegentliche Einkäufe nutzt, hat auch nichts weiter zu befürchten. Anders sieht es aus, wenn mit dem Lotto-Gewinn zusätzliche Einnahmen erzielt werden. Dies gilt beispielsweise bereits dann, wenn Zinsen erwirtschaftet werden oder das Geld für den Ankauf eines Miethauses eingesetzt wird, um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu erzielen. Vereinfacht gesagt: Gewinne aus Gewinnen sind nicht steuerfrei.

Rechtssicherheit nur bei staatlich lizenzierten Anbietern

Tipp-Spiele im Stil einer Lotterie sind weit verbreitet. Nicht überall herrscht jedoch die Sicherheit, dass erzielte Gewinne auch tatsächlich ausgezahlt werden. Dies gilt ausschließlich dann, wenn es sich um einen staatlich lizenzierten Anbieter handelt. Wer beispielsweise das Online-Lotto-Portal lotterie.de besucht, finden einen entsprechenden Hinweis gleich ganz oben auf der Seite. Ist ein solcher Schriftzug nicht bei einem Anbieter zu finden, sollte dieser besser gemieden werden, um etwaige Probleme bezüglich der Auszahlung zu vermeiden.

Anonymität darf gewahrt bleiben

Viele Lotto-Gewinner freuen sich gerne öffentlich über ihren richtigen Tipp und den damit einhergehenden Geldregen. Nicht jeder Spieler fühlt sich mit einer solchen Öffentlichkeit jedoch wohl. Schließlich müssen nicht alle wissen, dass man reich geworden ist. Diesbezüglich gilt: Die Anonymität der Gewinner kann gewahrt bleiben. Dies entscheidet die betroffene Person selbst. Das deutsche Datenschutzrecht ist an dieser Stelle eindeutig: Ohne Zustimmung des Gewinners darf seine Identität nicht öffentlich gemacht werden.

Schenkungen sind nicht generell steuerfrei

Viele Lotto-Gewinner möchten ihren neuen Reichtum nicht alleine genießen, sondern mit der Familie und mit Freunden teilen. Bei diesem lobenswerten Vorhaben ist die gesetzliche Schenkungssteuer zu beachten. Diese setzte folgende jährliche Freibeträge (d.h. bis zu dieser Grenze sind Schenkungen von der Abgabenpflicht befreit):

  • Ehegatten und Lebenspartner: 500.000 Euro
  • Kinder, Enkel (einschließlich Stief- und Adoptivkinder): 400.000 Euro
  • Eltern, Großeltern: 20.000 Euro
  • Sonstige Personen: 20.000 Euro

Besonders Kinder, die ihren Eltern eine Freude machen möchten, sollten auf das relativ tiefe Limit achten. Hier gilt zudem: Der Steuersatz für die Schenkung kann bis zu 43 Prozent betragen. Wird das Limit gerissen, geht also fast die Hälfte des Geldes an den Staat. Sinnvoller ist es, mehrere Schenkungen über einen längeren Zeitraum durchzuführen.

Kundenkarten sind ratsam

Wer regelmäßig Lotto spielt, sollte eine Kundenkarte anlegen. Ansonsten ist die Inhaber-Quittung die einzige Möglichkeit, um einen Gewinn geltend zu machen. Wer die Quittung verliert, geht leer aus. Mit Kundenkarte lässt sich hingegen der richtige Tipp nachvollziehen. Der Gewinn kann dann trotz des Verlustes der Quittung kassiert werden.

Übrigens: Auch beim Lotto gibt es eine Verjährungsfrist. Diese beträgt drei Jahre und beginnt ab dem 1. Januar des folgenden Jahres zu ticken. Als Beispiel: Wer im Dezember 2019 im Lotto gewinnt, kann seinen Gewinn bis einschließlich zum 31. Dezember 2022 beanspruchen. Wer dies nicht innerhalb der gesetzten Zeit tut, verliert das Anrecht auf das Geld. Wer seine Inhaber-Quittung während der Verjährungsfrist wiederfindet, kann den Gewinn deshalb doch noch bekommen. Wer danach fündig wird, geht leer aus.

Fazit: Immer die AGB lesen

Die meisten der hier vorgestellten Regeln sind gesetzliche Vorschriften. Trotzdem werden sie fast immer in den AGB des jeweiligen Anbieters noch einmal aufgeführt. Deshalb macht es auch im Lotto Sinn, erst die entsprechenden Paragraphen zu lesen, bevor der Tippschein abgegeben wird.

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