Kein Passant ist unterwegs, die Innenstadt menschenleer. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Bei einem Streifzug in der Nacht durch die menschenleere Stuttgarter Innenstadt erklingen seltsame Geräusche – und es zeigen sich ungewohnte Besucher auf der Königstraße.

Stuttgart - Schuhe mit harten Absätzen klackern schon von Weitem hastig über den Bodenbelag. Auch wenn die Einkaufsstraße noch immer hell beleuchtet ist, die Person, die da allein durch die Nacht eilt, ist noch lange nicht zu sehen. Im Hintergrund ist leise ein regelmäßig wiederkehrendes Schleifen zu hören, das man in der Oberen Königstraße sonst nie vernimmt. Wie ein lang gezogenes Reiben über Papier. Noch mehr als die Leere des Raumes irritieren die akustischen Eindrücke, die derzeit wahrnimmt, wer am späten Abend und in der Nacht trotz Ausgangssperre durch die menschenleere Stadt gehen muss: Spätschichtler, Angestellte in Berufen, die Feierabend schon immer erst hatten, wenn andere längst zu Hause sind. Auch Obdachlose sind unterwegs – wohin sollten sie auch gehen? – und natürlich ein paar dieser Nachtgestalten, die vermutlich aus Gewohnheit oder weil sie nicht wissen, was sie stattdessen tun sollten, ihre nun plötzlich verbotenen Bahnen durch die leeren Straßen ziehen.

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