Good Girl und Bad Boy? Olga Tokarczuk und Peter Handke Foto: imago//Jonas Ekströmer

Olga Tokarczuk und Peter Handke haben in Stockholm ihre Nobelvorlesungen gehalten. Ein Gegensatz – oder doch nicht?

Stuttgart - Die Rollen sind klar verteilt. Olga Tokarczuk hat den guten Part. Peter Handke ist der Bösewicht. Sie hat sich schön gemacht, er trägt ein andersweißes Hemd mit komischem Muster und offenem Kragen. Sie legt in einem wohlgebauten Vortrag Rechenschaft über ihr Selbstverständnis als Schriftstellerin ab, er predigt einen seiner kryptischen Texte aus alten Tagen dahin. Sie spricht aus der Mitte unserer Zeit, über Fake-News, Internet, Klimawandel, er redet über Karawanenmusik, über die Dörfer – vor allem aber über sich. Wer ernsthaft geglaubt hatte, Handke werde die Gelegenheit nutzen, sich zu seinen umstrittenen Positionen zum jugoslawischen Bürgerkrieg zu verhalten, auf seine Kritiker zugehen, versöhnliche Worte finden, sah sich getäuscht. Erwartungsgemäß, wie allerdings auch die ersten Reaktionen auf diesen bipolaren Auftritt erwartungsgemäß ausfallen.

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