Familie und Mutterschaft werden zum Schlachtfeld demokratiegefährdender Bewegungen – darüber haben die Autorinnen Hannah Lühmann und Mithu Sanyal im Literaturhaus diskutiert.
Karo, eine Hausfrau und Mutter, die mit ihrem holzfällenden Mann und fünf Kindern auf dem Land lebt, lästert über die Frühbetreuung in Kitas: „Sie wollen eine bindungslose Gesellschaft. Wenn niemand mehr Bindung empfindet, kann der Staat alles machen und verkauft uns das Ganze als ,feministische Arbeitsmarktpolitik’.“ Karo ist eine Figur in Hannah Lühmanns viel diskutiertem Roman „Heimat“. Und während Gespräche über Kleinkindbetreuung harmlos sein könnten, wird hier deutlich, wie schnell das Private politisch wird. Lühmanns Roman, den die Autorin jetzt bei einer Veranstaltung mit Stuttgarter Literaturhaus vorgestellt hat, zeigt eindrucksvoll, wie gefährlich die Bewegung der sogenannten Tradwives ist, deren Lebensstil immer mehr Jüngere interessiert.
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