Die Esslinger Autorin Pia Rosenberger ist mit ihrem neuen Roman beim Literaturfest zu Gast. Foto: Kaier - Kaier

Beim Literaturfest im Jazzkeller geben sich die Autoren Pia Rosenberger, Sibylle Knauss und Ulrich Stolte sowie die Musiker Patrick Bebelaar und Matthew Bookert die Ehre.

EsslingenMeist dauert es nicht mal bis zur Mittagszeit des ersten LesART-Vorverkaufstages, bis die ersten Veranstaltungen ausgebucht sind. So war das auch diesmal, und ein Termin hat allen anderen den Rang abgelaufen: das Literaturfest im Jazzkeller in der Webergasse 22, für das die Tickets zuallererst vergriffen waren. Jedes Jahr geben sich zum Abschluss des Festivals Autorinnen und Autoren aus der Region die Ehre. Weil der Abend besonders stimmungsvoll und mit Bedacht durchkomponiert ist, und weil sich das Publikum auf literarische und musikalische Kabinettstückchen freuen darf, ist dieser Termin für viele LesART-Fans ein Muss. Selbst Oberbürgermeister Jürgen Zieger hat ihn fest in seinem Kalender notiert.

Historische Romane, die ebenso spannend wie authentisch erzählt sind und in denen Esslingen eine Hauptrolle spielt, sind das Markenzeichen der Kunsthistorikerin, Schriftstellerin, Stadtführerin und Journalistin Pia Rosenberger. Weil sie nicht nur eine versierte, sondern auch eine sehr produktive Autorin ist, darf sie sich immer wieder über eine Einladung zum Literaturfest freuen. Diesmal bringt sie ihren Roman „Die Prinzessin der Kelche“ (Emons Verlag, 12.90 Euro) mit. Schauplatz ist Esslingen am Vorabend der Reformation, wo der Leser in die Abgründe der Hexenverfolgung blickt. Als die junge Leontine wegen ihrer seherischen Gabe der Hexerei beschuldigt wird und um ihr Leben fürchten muss, bleibt ihr nur die Flucht zur ehemaligen württembergischen Herzogin Sabina nach Urach. Doch auch dort ist sie nicht sicher ...

Kritiker haben Sibylle Knauss als „eine der großen unterschätzten Autorinnen im deutschen Sprachraum“ geadelt – beim Literaturfest darf sie sich auf ein Publikum freuen, das literarische Qualität sicher zu schätzen weiß. Im Jazzkeller wird Sibylle Knauss ihren jüngsten Roman „Das Liebesgedächtnis“ (Verlag Klöpfer & Meyer, 20 Euro) vorstellen. Darin erzählt sie auf berührende Weise von zwei Menschen, die fast ihr ganzes Leben lang aufs Innigste miteinander verbunden sind und denen ihre große Liebe hilft, auch den zunehmenden Einschränkungen durch das Alter zu trotzen. Als ihr das Gedächtnis immer häufiger einen Streich spielt, beginnt die Protagonistin, alles, was sie mit ihrem Mann verbindet, aufzuschreiben und so ein Liebesgedächtnis anzulegen – für sich und ihre Enkelin.

Dritter im literarischen Bunde ist der Schriftsteller und Journalist Ulrich Stolte, der seine Lyrik und Kurzgeschichten in zahlreichen Anthologien publiziert hat und der von der Grazer Wandzeitung „Der Ausreißer“ ebenso geschätzt wird wie von der Stuttgarter Literaturzeitschrift „Noxiania“. Und das Publikum darf sich noch auf manches Werk aus seiner Feder freuen: Zwei Romane und ein Drama warten darauf, veröffentlicht zu werden. Stolte liest beim Literaturfest aus „Die Armee und die Ameisen“, einer Erzählung aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

Wie es sich für einen Veranstaltungsort wie den Jazzkeller gehört, gehen an diesem Abend Literatur und Musik Hand in Hand: Kenner wissen, dass der musikalische Part des Literaturfests stets höchsten Ansprüchen gerecht wird. Diesmal haben sich zwei alte Bekannte angesagt, die zum Besten gehören, was die Jazzszene zu bieten hat: der Pianist Patrick Bebelaar und sein Kollege Matthew Bookert an Tuba und Sousafon. Wer die beiden kennt, der weiß, dass ihre Musik einen außergewöhnlichen Abend krönen wird.

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