Die Liederhalle von Rolf Gutbrod, der bedeutendste Bau der Nachkriegsmoderne in Stuttgart Foto: imago

Rolf Gutbrod war einer der herausragenden Architekten der Nachkriegszeit. Erstmals stellt ein Buch sein Gesamtwerk vor. Selbst für Kenner gibt es viel zu entdecken – auch in Stuttgart.

Stuttgart - Es sei nicht so schlimm, wenn er einmal keine Aufträge erhalte, sagt der Architekt Rolf Gutbrod in einem Fernsehporträt von 1974, legt Patiencen und schaut aus dem Fenster seines Hauses über den Stuttgarter Talkessel. Damals stand die Sparkassenversicherung an der Löwentorstraße kurz vor der Vollendung. An der Neckarstraße entstanden die Neubauten des Süddeutschen Rundfunks. Und Gutbrod hatte sich in sein größtes Abenteuer gestürzt: Nach dem Hotel- und Konferenzzentrum in Mekka, das er mit Frei Ottogeplant hatte, sollten weitere Großprojekte in Saudi-Arabien folgen, bis hin zum Regierungszentrum in Riad. Es wurde nie gebaut, weil König Faisal 1975 ermordet wurde und sein weniger kunstsinniger Nachfolger Chalid 1980 die Geduld verlor. Aber das konnte Gutbrod zum Zeitpunkt des Films noch nicht wissen.

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