Einen Blick in das Kompostwerk können Leserinnen und Leser Ende Februar werfen. Foto: Komposterk Kirchheim

Der Abfallwirtschaftsbetrieb und die Eßlinger Zeitung organisieren eine Leserführung über die Baustelle des neuen Kompostwerks in Kirchheim. Die ersten 20 Anmeldungen sind dabei.

Die Baustelle des neuen Kompostwerks in Kirchheim ist fast abgeschlossen. Das 1969 eingerichtete Werk wurde in den vergangenen Monaten für rund 20 Millionen Euro modernisiert. Jetzt gibt es die Gelegenheit für 20 Leserinnen und Leser, eine Führung durch die Baustelle zu bekommen.

Die ersten 20 Anmeldungen kommen mit, wobei es maximal zwei Karten pro Person gibt. Das Kompostwerk liegt in der Nürtinger Straße 120 in Kirchheim. Der Termin ist am 27. Februar von 10 bis 12 Uhr. Wer mit dem Auto kommt, muss wissen: Parkplätze unmittelbar am Werk sind nur begrenzt vorhanden.

Kirchheimer Kompostwerk: Wiedereröffnung im Sommer geplant

Zurzeit gibt es keinen Kirchheimer Kompost. Das Kompostwerk wird modernisiert und geht voraussichtlich im Sommer 2026 wieder in Betrieb. Die neue Technik soll dann in sogenannten Testfahrten erprobt werden. Laut Unternehmen ist davon auszugehen, dass bis Ende des Jahres 2026 die Abnahme erfolgt.

Das Kompostwerk ist eine gemeinsame Gesellschaft der Landkreise Esslingen und Böblingen. Die Rottehalle, in der die Kompostierung stattfand, war viele Monate eine große Baustelle. Nachdem der Rückbau der alten Technik im Herbst abgeschlossen werden konnte, befindet sich die neue Anlage im Aufbau. Statt des riesigen Schaufelrades und der Absetzbrücke, die sich Tag für Tag durch die 140 Meter lange Halle bewegten, entstehen zurzeit 18 Rottetunnel, in denen der Bioabfall aus dem Landkreis Esslingen und die Gärreste aus Böblingen zu Kirchheimer Qualitätskompost verarbeitet werden sollen. Interessant ist die Belüftung: Durch einen Spaltboden wird die Luft in die Tunnel eingeblasen. „Durch das Belüften von unten brauchen wir nicht mehr so häufig umzusetzen“, erklärt Michael Potthast, der Geschäftsführer des Kompostwerks.

Das an der Autobahn A8 gelegene Werk erhält so nach knapp 30 Jahren eine umfassende Modernisierung. Zum einen zeigte sich die Technik aufgrund ihres Alters zunehmend störanfällig, zum anderen hatte ein Brand im Jahr 2023 vor allem „in der Steuerungstechnik seine Spuren hinterlassen“, so Potthast. Mit der Erneuerung sichere man ausreichend Kapazitäten für die Zukunft, verbessere die Abluft und reduziere den Energieverbrauch. „Wir gehen davon aus, dass wir zehn bis 15 Prozent an Energie sparen“, so der Geschäftsführer.

60.000 Tonnen Bioabfall werden jährlich im Kirchheimer Kompostwerk verarbeitet. Foto: Kompostwerk Kirchheim

Kirchheimer Kompostwerk: 60.000 Tonnen Bioabfall jährlich verarbeitet

Das Kirchheimer Kompostwerk ist dafür ausgelegt, maximal 60.000 Tonnen Bioabfälle im Jahr zu verarbeiten. Daraus entstehen rund 20.000 Tonnen Kompost. Diese Mengen sollen nach der Modernisierung wieder erreicht werden. Der Kirchheimer Kompost trägt das „Gütezeichen Kompost“ und wird regelmäßig kontrolliert. Rund ein Drittel davon geht an private Haushalte, ein Drittel an Landwirte und ein Drittel an Erdenwerke, also Hersteller von Blumenerden, Substraten und Ähnlichem.

Eine Anmeldung zur Führung ist möglich unter diesem Link: Führung durch das Kompostwerk Kirchheim. Die ersten 20 Anmeldungen werden berücksichtigt.