In wenigen Wochen ist der Umbau des Sport- und Bürgerparks in Esslingen-Weil abgeschlossen. Fehlt nur noch ein Name. Deshalb rufen die Esslinger Stadtverwaltung, die Betreibervereine SV 1845 Esslingen und FC Esslingen, der Sportverband Esslingen sowie die Eßlinger Zeitung die Bevölkerung auf, Namensvorschläge einzureichen.

Esslingen - Man muss sich mit dem Bauwesen schon ein bisschen auskennen, um zu wissen, dass manche Tätigkeiten gerade bei niedrigen Temperaturen gut auszuführen sind. Und so wundert sich zumindest der Experte nicht, dass vor dem Eingang der Sporthalle im Esslinger Stadtteil Weil Maschinen hin- und herfahren und Arbeiter mit großen Schaufeln am Werk sind. Verdichten, Steine legen – die Männer beeilen sich, denn wenn erst einmal das Tauwetter fortgeschritten ist, wird es zumindest damit schwieriger. In ein paar Wochen soll hier alles fertig sein und der neue Sport- und Bürgerpark bezogen werden. Es wird ein Schmuckstück – Leistungssportler sollen hier Erfolge feiern, Breiten- und Behindertensportler Spaß und Bewegung, Bürger die Gemeinschaft erleben.

Fehlt nur noch ein Name. Deshalb rufen die Esslinger Stadtverwaltung, die Betreibervereine SV 1845 Esslingen und FC Esslingen, der Sportverband Esslingen sowie die Eßlinger Zeitung die Bevölkerung auf, Namensvorschläge einzureichen. Eine Jury wählt aus diesen Vorschlägen den Namen für das Gelände aus und entscheidet gemeinsam mit dem Sportausschuss des Gemeinderates darüber.

„Wir wünschen uns einen identitätsstiftenden Namen. Aber auch der Weg dorthin soll identitätsstiftend sein, deshalb setzen wir auf eine große Bürgerbeteiligung“, erklärt Yalcin Bayraktar, Esslingens Bürgermeister für Ordnung, Soziales, Bildung, Kultur und Sport. Auch der FCE-Vorsitzende Wolfgang Drexler ist „gespannt – da werden Namensvorschläge kommen, auf die wir nicht gekommen sind, obwohl wir tief im Sport verwurzelt sind“. Margot Kemmler, die Vorsitzende der SV 1845 Esslingen, misst dem zukünftigen Namen des Geländes eine große Bedeutung zu: „Denn Sprache schafft Bewusstsein.“

Sozusagen der Arbeitstitel des Geländes lautete seit einigen Jahren „Sportpark Weil“, oder seit die Pläne konkreter wurden „Sport- und Bürgerpark Weil“. Der an die Sporthalle angrenzende Fußballplatz hieß bislang „Eberhard-Bauer-Stadion“, benannt nach dem Unternehmer und Gönner der TSF Esslingen, die im Jahr 1999 mit dem VfL Post zur SV 1845 fusionierte. Ein verbrieftes Namensrecht gab es jedoch nicht, weshalb der Weg zu einer Neubenennung offen ist.

Für 15 Millionen Euro wurde und wird das Gelände an der B 10 umgebaut. Die Sporthalle mit einem modernen Spielfeld sowie Sozialräumen wurde bereits vor anderthalb Jahren bezogen. Ein Rasen- sowie ein Kunstrasenplatz, zwei Kalt-Sporthallen und sogar ein Bouleplatz sollen in wenigen Wochen fertig werden. Auch Tennisplätze gehören zu dem Gelände.

Erst vor einer Woche hatten Kemmler und Drexler den Vertrag unterschrieben, nach dem die SV 1845 und der FCE das Gelände gemeinsam betreiben. „Als ältester Sportverein im Kreis Esslingen verlieren wir ein Stück Identität, wir sind seit über 50 Jahren hier beheimatet. Wenn unsere Mitglieder im Jahr 2017 nicht zugestimmt hätten, gäbe es den Sport- und Bürgerpark in dieser Form nicht“, erklärt die SV-Chefin Kemmler, „aber es ist ein Vorzeigeobjekt. Wenn nur 50 Prozent dessen eintritt, was wir uns erhoffen, ist es ein Erfolg: Das Gelände gewinnt, die Bürger gewinnen, die beiden Vereine gewinnen.“ Als die TSF das Gelände im Jahr 1968 bezog, galt es als eine der modernsten Sportanlagen der Region – das soll nach Abschluss des Umbaus in wenigen Wochen wieder gelten.

Auch den neuen Partner FCE, der in diesem Jahr gerade einmal zehn Jahre alt wird, sieht Kemmler als Bereicherung. Dessen Vorsitzender Drexler wiederum freut sich, „dass wir endlich eine Heimat haben, bislang waren wir auf dem Gelände zu Gast“. Passend zu einem reinen Fußballverein als Co-Betreiber ist eine der ersten großen Veranstaltungen auf dem Gelände – sollte es die Pandemielage zulassen – der EZ-Fußballpokal vom 28. bis 31. Juli.

Drexler sieht den Sportpark für die beiden Vereine mit ihrem unterschiedlichen Angebot und ihrem gesellschaftlichen Engagement als Chance. „Aber durch die Offenheit ist es auch eine Chance, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die nicht in einem Sportverein sind.“ Die Kalthallen wiederum sollen auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen. Bürgermeister Bayraktar drückt es so aus: „Esslingen ist eine vielfältige Stadt. Diese Vielfältigkeit soll hier gelebt werden. Wir versuchen, die Stadtteile zu fördern, indem wir einen Magnetpunkt schaffen, für alle, die sportbegeistert sind und sich mit unterschiedlichsten Gruppen treffen wollen.“

Jetzt müssen nur noch die Arbeiten abgeschlossen und ein passender Name gefunden werden.

Ihren Namensvorschlag senden Sie bitte bis spätestens 5. März mit dem Betreff „Sportpark“ an die E-Mail-Adresse sport@ez-online.de, oder per Post an die Eßlinger Zeitung, „Sportpark“, Zeppelinstraße 116, 73730 Esslingen.

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