Kugelstoßerin Lea Riedel schrammte in Halle nur knapp an ihrer persönlichen Bestweite vorbei.. Foto: /Herbert Rudel

Die Leichtathleten aus dem Landkreis Esslingen überzeugen in den Stadien der Republik. Hammerwerferin Aileen Kuhn beispielsweise brach an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden den baden-württembergischen Rekord.

Kreis Esslingen - Die Leichtathleten aus dem Kreis Esslingen setzten am vergangenen Wochenende die Jagd nach Rekorden fort. Diese sind zwar nicht unbedingt primäres Ziel von Nachwuchs-Spitzensportlern, doch auf dem Weg zur Qualifikation für deutsche und internationale Meisterschaften wirken sie zumindest motivierend nach.

Für Aileen Kuhn aus Wendlingen geht es im Hammerwerfen um die Teilnahme an den U-20-Europa- und Weltmeisterschaften in Tallinn (Estland) im Juli und Nairobi (Kenia) Mitte August. Diese Ziele hat die 18 Jahre alte deutsche U-18-Meisterin des vergangenen Jahres bereits vor einem Jahr ausgesprochen. Die Athletin der LAZ Ludwigsburg hatte erst vergangene Woche bei ihrem ersten Wettkampf mit 60,05 Metern einen neuen baden-württembergischen Rekord aufgestellt. Diesen hat Kuhn nun bei den Halleschen Werfertagen in Halle/Saale mit 61,10 Metern pulverisiert. Trotzdem reichte diese Weite nicht zum Sieg. Die Wirtschaftsgymnasiastin unterlag ihrer ein Jahr älteren Dauerrivalin Esther Imariagbee vom Berliner SC, die das vier Kilogramm schwere Wurfgerät auf 63,39 Meter hämmerte. Dennoch ist Kuhn zuversichtlich, bei der Jugend-EM und -WM dabei zu sein.

Ein himmlischer Tag

Im Kugelstoßen schaffte die Wäldenbronnerin Lea Riedel im Dress des VfL Sindelfingen in Halle mit 16,40 Metern (7. Platz) eine Weite, mit der sie lediglich 28 Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestweite von 16,68 Meter lag. Bei den Männern bezwang Eric Maihöfer (LG Staufen) mit 19,75 Metern den Favoriten Simon Bayer (VfL Sindelfingen) überraschend deutlich. Der 25-jährige Bayer, der an der Hochschule Esslingen Wirtschaftsinformatik studiert, hatte erst einige Tage zuvor in Bad Boll mit 20,30 Meter eine deutsche Jahresbestleistung aufgestellt.

Für Mehrkampf-Landestrainer Florian Bauder aus Köngen war Himmelfahrt ein wahrlich himmlischer Tag. Dafür sorgten seine Mehrkampf-Schützlinge beim 35. Bönnigheimer Sportfest mit klasse Leistungen und Rekorden. Herausragend war die neue Kreisrekordzeit über 110 Meter Hürden der männlichen Jugend U 18 von Emanuel Molleker (LG Filder) in 14,20 Sekunden. Diesen hielt seit dem Jahr 1994 der Neuhausener Zehnkämpfer Daniel Pape (LG Filder) mit 14,23 Sekunden. Molleker, im vergangenen Jahr Achter der deutschen U-18-Zehnkampfmeisterschaften (6486 Punkte), kam erst Ende des vergangenen Jahres von der LG Baar zur LG Filder. Auch im Speerwerfen überzeugte der Schüler der Cotta-Sportschule Stuttgart mit neuer persönlicher Bestleistung von 50,35 Metern. Zweiter wurde Vereinskamerad Moritz Eisold mit 49,04 Metern. Zwei persönliche Bestleistungen stellte Tabea Eitel (LG Filder) über 100 Meter Hürden in 14,35 Sekunden und im Speerwerfen mit 38,38 Meter auf. Mit diesen Ergebnissen wurde die Reichenbacherin, die für den Filder-Stammverein TSV Köngen startet, jeweils Zweite hinter Marisa Jurtz vom LC Überlingen (14,26 Sekunden; 38,46 Meter).

Schnell über krumme Strecken

Zuvor hatte der Nachwuchs des Leichtathletik-Kreises auch beim Treff der Laufelite im Pliezhausener Schönbuchstadion beim 30. internationalen Läufermeeting der „krummen Strecken“ überzeugt. Drei Athleten der LG Filder waren dort am Start. 800 Meter-Spezialist Louis Rath (18) aus Denkendorf war bereits in der deutschen Spitze angekommen, bevor ihn eine schwere Verletzung im vergangenen Jahr wieder zurückwarf und ihn sogar den National-Kaderstatus kostete. Jetzt ist das Mittelstreckentalent wieder dort angekommen, wo es hingehört: Über 600 Meter lief Rath in 1:18,99 Minuten eine Zeit, die in Deutschland schon lange kein 18-Jähriger mehr gelaufen ist. Wie schnell das Rennen war, zeigen die Zwischenzeiten. 200 Meter: 24,8 Sekunden, 300 Meter: 37,6 Sekunden und 400 Meter: 50,7 Sekunden. Am Ende belegte Rath unter neun Kaderläufern den 5. Platz.

Eine gute Vorstellung zeigte auch die U-16-Kreisrekordhalterin über 300 Meter Hürden (45,63 Sekunden) Emily Lichtmaneker von der LG Filder, die in ihrem ersten Jahr in der U 18 in 46,71 Sekunden Vierte wurde. Über 1500 Meter Hindernis erfüllte Janne Henschel, ebenfalls von der LG Filder, die Erwartungen – auch wenn die Zeit von 4:50,10 Minuten hinter Tristan Kaufhold (SSC Hanau; 4:44,53) nur zum 2. Platz reichte. In der erst 2020 neu eingeführten Hindernis-Distanz führt der 16-jährige immerhin die noch junge württembergische Rekordliste an. Der bisher Führende, Linus Kenner (LG Filder), legte im vergangenen Jahr die Strecke in 4:59,92 Minuten zurück.

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