Tizian Noah Lauria stößt die Kugel demnächst für den VfL Sindelfingen. Foto: /Robin Rudel

Die Leichtathleten Alisia Freitag, Tizian Noah Lauria und Julian Corucle wechseln den Verein.

Esslingen - Die Vereinswechselliste des Württembergischen Leichtathletikverbandes (WLV) ist mit 135 Athleten etwas kürzer als in den vergangenen Jahren. Anders sieht es beim mitgliederstärksten Leichtathletikkreis Esslingen aus, wo insgesamt 23 Athleten und Athletinnen, darunter die beiden Bundeskader-Athleten Tizian Noah Lauria (LG Filder) und Alisia Freitag (TSG Esslingen) zum neuen Jahr das Vereinstrikot tauschen.

Den größten Aderlass muss die TG Nürtingen mit neun Athleten verkraften. Nach der Beendigung der vierjährigen Zusammenarbeit mit der Trainer-Familie Adriana und Dimitrios Emmanoulidis nahmen diese gleich sieben Athleten mit zum TSV Frickenhausen, wo beide auch als Leichtathletiktrainer tätig sind. Darunter der 15-jährige Matteo Redinger, der sich in diesem Jahr unter Adriana Emmanoulidis über 100 Meter (11,10 Sekunden) und 300 Meter (35,88 Sekunden) zum zweitschnellsten deutschen Sprinter in der männlichen U16 entwickelt hat.

Spektakulär, aber nicht außergewöhnlich sind die beiden Wechsel von Tizian Noah Lauria von der LG Filder/Neuhausen zum VfL Sindelfingen und der von Alisia Freitag von der TSG Esslingen zur TSG Heilbronn. Beide gehören dem deutschen Nachwuchskader (NK1) an, wobei die Ziele zumindest beim 17-jährigen Lauria klar formuliert sind. „2021 möchte ich vier Medaillen bei den deutschen Meisterschaften holen und bei der U-20-EM in Tallin in Estland einen Top-Acht-Platz erreichen, sowohl mit der Kugel als auch mit dem Diskus“, erklärt er.

Mit der Fünf-Kilogramm-Kugel liegt Laurias Bestleistung bei 20,40 Metern, mit dem 1,5-Kilogramm-Diskus bei 63,44 Metern. Mit den höheren Wurf-Gewichten bei der U­ 20 hat er sich bereits gut zurechtgefunden, sodass ähnliche Weiten möglich sind. „Eine Werfer-Hochburg wie der VfL Sindelfingen kann einfach mehr bieten und durch die größeren Perspektiven kann ich neue Wege einschlagen“, sagt Lauria, der weiterhin von seinem Kadertrainer Arthur Hoppe trainiert und betreut wird. Auch gelebte Werte wie familiäre Bindung, großer Zusammenhalt und gesellige Aktionen haben Laurias Wechsel-Entscheidung beeinflusst.

Für die ein Jahr ältere Esslingerin Freitag, die zu besten deutschen Mittelstrecken- und Hindernisläuferinnen zählt (800 Meter: 2:09,70 Minuten; 1500 Meter: 4:30,29 Minuten), liegen die Prioritäten nach einem verletzungsbedingten Seuchenjahr etwas anders. Die 18-Jährige, die in diesem Jahr nur ein Rennen bestreiten konnte, folgt ihrem Landestrainer Jens Boyde nach Heilbronn und hofft, in der starken Trainingsgruppe um Jens Mergenthaler im kommenden Jahr wieder deutsche Spitzenzeiten liefern zu können. Dafür trainiert Freitag drei Mal die Woche am Olympiastützpunkt (OSP) in Stuttgart, wo sie auch die Cotta-Sportschule besucht. Zwei Mal pendelt sie zum Vereinstraining nach Heilbronn.

Der dritte Hochkaräter, der den Kreis verlässt, ist Julian Corucle aus Köngen. Der 20-Jährige Sprinter folgt seinem drei Jahre älteren Bruder Philipp Corucle zum VfB Stuttgart, wo er unter den Fittichen seines Vaters Mihai „Micky“ Corucle, dem Sprint-Landestrainer, trainieren wird. Auch Sabrina Deskau (27), besser bekannt als Sabrina Häfele (LG Filder/Neuhausen), zieht es durch einen Wohnungswechsel in die Landeshauptstadt – nicht zum VfB, sondern zum benachbarten MTV. Zu ihren größten Erfolgen zählt der 3. Platz bei der U-20-EM mit der 4x400 Meter-Staffel im Jahr 2011, ihre Bestzeit auf dieser Distanz liegt bei 54,90 Sekunden.

Über zwei starke Neuzugänge darf sich die LG Filder/Bernhausen, insbesondere Mehrkampf-Landestrainer Florian Bauder, freuen: Mit den beiden 16-Jährigen Emanuel Molleker vom LV Donaueschingen (LG Baar) und Moritz Eisold von der TG Tuttlingen-Fridingen kommen gleich zwei perspektivisch interessante Nachwuchs-Zehnkämpfer in den Leichtathletikkreis. Molleker, der in Stuttgart das Sportinternat besucht, erzielte in diesem Jahr bei den deutschen U-18-Mehrkampfmeisterschaften mit 6486 Punkten den 8. Platz und Eisold folgte mit 6160 Punkten auf dem 14. Platz.

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