Kunstschulleiter Ali Schüler, Erster BM Falk-Udo Beck und Sabine Schäfer-Gold von Aufbruch Plattenhardt (von links) vor dem ehemaligen Schuhhaus Breuning. Foto: Caroline Holowiecki

Seit Jahren steht das einstige Schuhhaus Breuning in Plattenhardt leer. Der geplante Neubau liegt auf Eis. Eine Bürgerinitiative hat derweil die Schaufenster verschönert.

Nahezu zehn Jahre ist es her, dass das Schuhhaus Breuning in Plattenhardt geschlossen wurde. Anfang 2017 war Schluss. Nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern weil sich der Inhaber Hans Breuning lang zuvor geschworen hatte, mit 60 aufzuhören. Zwei Jahre lang hatte er nach einem Nachfolger gesucht – vergeblich. Und so steht das große Ladengeschäft an der Uhlbergstraße leer.

Es steht längst fest, dass das Breuning-Haus abgerissen werden soll, gemeinsam mit weiteren Gebäuden im Umfeld. Planungen fürs sogenannte Breuning-Areal gibt es schon lang, sie sind Teil einer umfassenden Neuordnung im Sanierungsgebiet Plattenhardt. Ende 2023 sind Details vorgestellt und auch vom Gemeinderat beschlossen worden. Demnach soll entlang der Uhlbergstraße 2 bis 14 ein etwa 2300 Quadratmeter großes Bestandsgebiet freigemacht und neu bebaut werden. Ein Unternehmen aus der Region, so hieß es damals, plane in Summe fünf neue Gebäude mit vielen Wohnungen und auch Gewerbeeinheiten.

Breuning-Haus soll abgerissen werden

Mehr als zwei Jahre später muss der Erste Bürgermeister Falk-Udo Beck jedoch mitteilen: Das Projekt stockt. „Der Investor ist raus“, sagt er. Die Stadt habe derweil die beiden betreffenden Grundstücke gekauft, damit die Fläche nicht zerschlagen werde. Wann und vor allem durch wenn etwas passieren wird, steht indes in den Sternen. Im Bausektor herrscht aktuell allgemeine Zurückhaltung. „Es ist gerade in der Schwebe“, sagt Falk-Udo Beck.

„Der Investor ist raus.“

Falk-Udo Beck, Erster Bürgermeister Filderstadt

Vor Kurzem ist zumindest ein bisschen Leben zurückgekehrt ins Schuhhaus. Nicht in Form von Schuhen, sondern Kunst. In den beiden großen Schaufenstern stehen abstrakte Skulpturen, Bilder, Figuren und Malwerkzeug, alles hübsch drapiert vor Bannern und Plakaten. Aus dem einstigen Schuhhaus ist ein Kunsthaus geworden. Initiiert hat das die Initiative Aufbruch Plattenhardt, eine kleine Gruppierung, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Filderstädter Stadtteil liebens- und lebenswerter zu machen. Die schmuddelige Fensterfront war der Initiative schon lang ein Dorn im Auge gewesen, ausgerechnet gegenüber einer gut frequentierten Bushaltestelle. „Es ist einfach der beste Ort, um was zu machen“, sagt das Mitglied Sabine Schäfer-Gold. Also haben sie und andere Ehrenamtliche die Fenster vom Schmutz befreit und den Platz dahinter mit Hinguckern gefüllt.

Breuning-Haus soll abgerissen werden

Zusammengetan hat sich Aufbruch Plattenhardt dafür mit der örtlichen Kunstschule. Deren Leiter Ali Schüler ist von der Kooperation angetan und kündigt an, regelmäßig neue Werke von Kindern, Erwachsenen oder vom Förderverein der städtischen Kunstschule beisteuern zu wollen. Und auch bei der Stadt, der das Gebäude gehört, kommt die Initiative an. „Wir sind dankbar“, sagt Falk-Udo Beck, die leeren Schaufenster seien in der Tat trist gewesen.

Mehr als Kosmetik ist das Ganze allerdings nicht. Die Veränderungen betreffen einzig die Schaufenster, im Inneren des Hauses sind weder eine Galerie noch Veranstaltungen geplant – und schon gar kein neuer Laden. Im Stadtteil haben die Menschen derweil den Traum nicht aufgegeben, dass an der Stelle, wo einst Schuhe verkauft wurden, wieder etwas Schönes entstehen könnte. „Wir bekommen viel Rückmeldung“, sagt Sabine Schäfer-Gold, dass ein neuer Laden es schwer haben werde, das wisse sie aber auch. Ein Café würden sich demnach viele wünschen, eine Eisdiele, einen Treffpunkt. Etwas mit einem Mehrwert für die Menschen in Plattenhardt.