Muhterem Aras, Christian Köhler, Sara Dahme, Friedrich Haag, Klaus Nopper und Mersedeh Ghazaei (im Uhrzeigersinn) sind sechs der 24 Kandidierenden in Stuttgart. Foto:  

Begrenzt auf 150 Zeichen: Die Stuttgarter Kandidatinnen und Kandidaten für den Landtag sagen, was sie konkret für die Menschen in der Landeshauptstadt tun wollen.

Wir kennen die Gesichter, die Slogans von den Plakaten, vielleicht das ein oder andere Wahlprogramm. Aber was die Stuttgarter Kandidatinnen und Kandidaten der Landtagswahl konkret für Stuttgart und die Menschen, die dort leben, tun wollen, bleibt oft recht schwammig. Darum haben wir die 24 Kandidatinnen und Kandidaten der sechs größten Parteien gefragt, worauf sie den Fokus legen. Dabei mussten sie sich beschränken auf 150 Zeichen.

Viele konzentrieren sich auf die Wirtschaft. Anderen geht es um die Mietpreise und Kindertagesstätten. Und manche legen Wert auf Kultur. Hier die Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten von Grünen, CDU, SPD, FDP, AfD und Linke aus den vier Stuttgarter Wahlkreisen.

Stuttgart I:

Muhterem Aras (Grüne): Mit Erfindergeist und Innovation Wirtschaft und Klimaschutz stärken, bezahlbares Wohnen schaffen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.

Theresa Schreiber (CDU): Ich will, dass sich in Stuttgart jede und jeder jederzeit sicher fühlt, unser Wirtschaftsstandort stark bleibt und alle bezahlbaren Wohnraum finden.

Hanna Binder (SPD): Gutes Leben, gute Arbeit, Solidarität – Politik muss den Alltag verbessern. Stuttgart ist teuer. Eine Mietpreisbremse und eine Landes- Wohnbaugesellschaft würden helfen.

Claudia Schober (FDP): Ich will, dass Stuttgart wieder funktioniert: schneller bauen, damit Wohnen wieder bezahlbar wird – und bessere Bildung, damit Chancen für alle möglich sind.

Mersedeh Ghazaei (Die Linke): Bezahlbares Wohnen, kostenlose Bildung, guter ÖPNV und echte Sicherheit durch soziale Politik - damit Stuttgart für alle lebenswert ist.

Arthur Hammerschmidt (AfD): Ich möchte eine konkrete Veränderung im Stadtbild. Mehr Sauberkeit, mehr Sicherheit.

Stuttgart II:

Cem Özdemir (Grüne): Den Hochschulstandort Stuttgart und die Start-up-Szene stärken, vor allem in den Zukunftsfeldern wie Luft- und Raumfahrt, Quantentechnologie oder Kreativwirtschaft.

Klaus Nopper (CDU): Arbeitsplätze sichern, mehr Flugverbindungen vom Landesflughafen STR, Sicherheit stärken, Bildung verbessern, Besinnung auf unsere Stärken.

Sara Dahme (SPD): Stuttgart ist Kultur- und Kreativwirtschaft mit enormer Wirtschaftskraft. Ich will dieses Potenzial heben, Netzwerke stärken und die Stadt im Landtag vertreten.

Friedrich Haag (FDP): Ich stehe für eine starke Wirtschaft, sichere Jobs, eine attraktive und sichere Innenstadt, Schluss mit landeseigenen Immobilienpannen wie Café Planie, Spitzenbildung von Kita bis Hochschule.

Faisal Osman (Die Linke): Das reiche 1 Prozent muss den anderen 99 Prozent etwas abgeben. Ich will die Kasernen zu Friedensorten wandeln. Und bei Bosch und Daimler müssen zukunftsfähige Produkte hergestellt werden.

(Anmerkung der Redaktion: Der AfD-Kandidat Steffen Degler hat sich nicht geäußert.)

Seit Ende Januar hängen in Stuttgart die Wahlplakate. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart III:

Oliver Hildenbrand (Grüne): Ich will die Vielfalt und den Zusammenhalt in unserer Stadt schützen und stärken. Damit alle frei, sicher und selbstbestimmt leben können. Egal, wie sie aussehen, wen sie lieben oder woher sie kommen.

Shajeevan „Saschi“ Thavakkumar (CDU): Ich kämpfe für unsere gut bezahlten Arbeitsplätze in Stuttgart. Die Transformation der Industrie darf nicht zum Job-Killer werden. Die Wirtschaft muss jetzt Vorrang haben.

Laura Streitbürger (SPD): Ich will für jeden Stadtteil eine selbstverwaltete Kümmerei – ein offener Ort mit WLAN, Begegnung ohne Konsumzwang und nutzbar für alle, die Gemeinschaft suchen.

Gabriele Heise (FDP): Mich dafür einsetzen, dass die Unternehmen von unnötiger Bürokratie befreit werden, damit sie auch weiterhin in Stuttgart Arbeitsplätze schaffen und erhalten können.

Utz Mörbe (Die Linke): Wir fordern bezahlbaren und inklusiven Wohnraum, damit Mieten nicht weiter explodieren, Verdrängung endet und alle Menschen – unabhängig von Einkommen oder Herkunft – würdig leben können.

(Anmerkung der Redaktion: Der AfD-Kandidat Andreas Mürter hat sich nicht geäußert.)

Stuttgart IV:

Petra Olschowski (Grüne): Stuttgart als Wissenschaftsstadt stärken. Wissenschaft bedeutet Innovation und Kreativität – für uns alle, die Wirtschaft, unsere Schulen, das Klima.

Markus Reiners (CDU): Ich setze mich für mehr Sicherheit, starke Bildung und Wissenschaft sowie sichere Arbeitsplätze ein.

Katrin Steinhülb-Joos (SPD): Gebührenfreie Kita, letztes Kitajahr verpflichtend, kostenfreies Mittagessen an Kitas und Schulen, mehr bezahlbarer Wohnraum, Arbeitsplätze sichern.

Juliane Becker (FDP): Leerstand beenden – auch bei Landesimmobilien. Innenstadt sauber halten, Regeln durchsetzen, schneller genehmigen: Stuttgart muss funktionieren.

Luna Monteiro Bailey (Die Linke): Das Gesundheitssystem stärken, Pflege entlasten, gute Arbeit sichern, Mieten runter, Mobilität für alle und Politik, die soziale, rassistische und queere Ungleichheiten zusammendenkt.

Christian Köhler (AfD): Stuttgart lebt von der Autoindustrie. Ich will das vollständige Aus für das Verbrennerverbot. Und dass Behörden und Landesunternehmen nur Fahrzeuge aus BW-Produktion beschaffen.