Die Landtagswahl am 8. März wird in Stuttgart öffentlich vom Kampf der größeren sechs Parteien dominiert. Es gibt darüber hinaus aber noch einige Prozentsammler. Eine Übersicht.
Sechs Parteien sind es, denen Demoskopen Chancen auf den Einzug in den Landtag nach der Wahl am 8. März bescheinigen: CDU, Grüne, SPD, FDP, LInke und AfD. Allerdings treten in den vier Stuttgarter Wahlkreisen auch einige kleinere Gruppierungen an. Wir stellen sie vor:
Volt
Die paneuropäische Partei will lösungsorientierte, zukunftsgerichtete Politik in ganz Europa gestalten, weil es für gemeinsame Herausforderungen grenzübergreifende Lösungen brauche. Die Vision ist ein vereintes Europa mit einer föderalen Demokratie. Deshalb müssten pragmatische Lösungen aus Europa genutzt werden, um das deutsche Bildungssystem zu reformieren. Die Klimakrise müsse gemeinsam und sozial gerecht angegangen werden. Bei der Landtagswahl 2021 kam die Partei in Stuttgart auf 0,9 Prozent (2263 Stimmen). Seit 2024 sitzt Volt mit zwei Vertretern im Gemeinderat, bildet dort mit der SPD eine Fraktionsgemeinschaft. Die Partei tritt im gesamten Stadtgebiet an, in den Wahlkreisen I und III mit den Stadträten Celine Hirschka und Tillmann Bollow, im Wahlkreis II mit dem Politologen Andreas Lehrfeld und im Wahlkreis IV mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Benjamin Hueber.
ÖDP
Die ökologisch-demokratische Partei tritt anders als vor fünf Jahren, als sie alle Wahlkreise besetzte, nun nur noch im Innenstadtwahlkreis II an. Vertreten wird sie dort von Dieter Zielke. Die Partei setzt sich für einen konsequenten Klima-, Natur- und Umweltschutz sowie für eine Verkehrs- und Agrarwende ein. Ziele sind eine familien- und kinderfreundliche Politik, sie ist gegen Spenden von Lobbyverbänden an Parteien und Politiker. Außerdem fordert sie mehr direkte Demokratie und Volksabstimmungen.
Die Partei
Das Programm der als „Spaßpartei“ charakterisierten Bewegung enthält satirische Forderungen wie mehr Beton und die Wehrpflicht ab 65 Jahren, aber auch ernst gemeinte Forderungen wie den Abbau sozialer Ungleichheit, intensiveren Umwelt- und Tierschutz sowie basisdemokratische Ansätze. 2021 reichte es zu 1,6 Prozent (3829 Stimmen). Dieses Mal ist Die Partei nur noch in zwei Wahlkreisen (I und III) vertreten, und zwar mit Jasper Pannen und Franz-Xaver Lallinger. Im Gemeinderat bildet sie mit der Klimaliste und Puls eine dreiköpfige Gruppe.
Tierschutzpartei
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz versteht sich als politischer Arm derer, die sich für Tierrechte, Klima- und Umweltschutz, Gleichstellung, Inklusion und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Das Wahlprogramm wird als konsequent ethisch, ökologisch und sozial beschrieben. Kernpunkte sind das Ende der Massentierhaltung sowie ein Verbot von Tierversuchen, der Pelzindustrie und der Jagd. In Stuttgart treten Moritz Riedacher im Wahlkreis I und Sandra Just im Wahlkreis II an. Im Gemeinderat bildet die Tierschutzpartei eine Fraktion mit SÖS und Linken.
BSW
Der Landesverband des Bündnisses Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW) wurde erst im vorigen Jahr gegründet. Ziel im Landtag wäre es, die Themen zu diskutieren, „die für die große Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg entscheidend für ein gutes Leben sind“. Bekannt ist die Partei für ihre russlandfreundliche Haltung. Sie meint, die beschlossenen Wirtschaftssanktionen trügen nicht dazu bei, den Krieg in der Ukraine zu beenden. In Stuttgart tritt man in den Wahlkreisen II, III und IV an. Direktkandidaten sind Ronald Stock, Chedly Seefeld-Sahraoui sowie Patrick Moreira Costeira.
Bündnis C – Christen für Deutschland
Das Bündnis C versteht sich als wertorientierte Partei. Sie ging 2015 aus der Fusion der AUF-Partei für Arbeit, Umwelt und Familie und der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) hervor. Sie versteht sich als christliche Alternative und vertritt Positionen, die auf einer biblisch fundierten Ethik basieren. Das Bündnis C tritt nur im Wahlkreis III an, und zwar mit Christian Papentin.
Bündnis Deutschland
Das Bündnis Deutschland ist eine konservativ-liberale Partei, die sich als bürgerliche Alternative zwischen CDU/CSU und der AfD positioniert. Sie ist für die Stärkung des Mittelstands, Bürokratieabbau, eine ideologiefreie Energiepolitik, eine konsequente Sicherheitspolitik und eine Steuerung der Migration nach dem Leistungsprinzip. Im Wahlkreis IV tritt Iprahim Tozman an.