Christof Deutscher tritt für die AfD im Wahlkreis Kirchheim an.Christof Deutscher tritt für die AfD im Wahlkreis Kirchheim an.Foto: privat Foto: privat

Der AfD-Kandidat Christof Deutscher spielt die nationale Karte. Der Diplom-Betriebswirt will Arbeitsplätze in der Region sichern.

Kreis Esslingen - Am Ende seiner E-Mails pflegt er sich „mit patriotischen Grüßen“, versehen mit einem Ausrufezeichen, zu empfehlen. Den Wählerinnen und Wählern im Wahlkreis Kirchheim will sich Christof Deutscher als Landtagskandidat der Partei Alternative für Deutschland (AfD) empfehlen. Nicht nur im E-Mail-Verkehr setzt Deutscher auf Ausrufezeichen und die nationale Karte. Bei ihm wird „Sicherheit durch Recht und Ordnung!“ groß geschrieben – und mit einem Ausrufezeichen. Das Satzzeichen unterstreicht auch seine Forderung: „Echte Demokratie braucht echte Alternativen und keinen politischen Einheitsbrei!“ Die „Altparteien“ würden sich kaum noch voneinander unterscheiden. Viele Entscheidungen, so Deutscher „sind nur noch ideologisch getrieben und übergehen Unsere Rechte und Unsere Freiheiten als deutsche Bürger!“.

Ausrufezeichenargumentation richtet sich gegen die „globalen Eliten“

Aus den vielen Ausrufezeichen und groß geschriebenen Rechten und Freiheiten folgt die Forderung, dass „die Wiederherstellung der Sicherheit in unseren Städten und Gemeinden, eine stärkere Polizeipräsenz und ein härteres Durchgreifen der Justiz bei Gewalt und Sozialbetrug die Handlungsfähigkeit des Staates widerspiegeln muss“. Den „Altparteien“ traut Deutscher das nicht zu. Denn: „Wer seine Entscheidungen nach dem Main-Stream ausrichtet oder einem übertriebenen Klima-Hype hinterherhechelt, der hat keine Visionen mehr!“ Und: „Wer keine Visionen mehr hat, der kann auch kein Land mehr führen!“ Die Ausrufezeichenargumentation des Kandidaten richtet sich gegen die „globalen Eliten, allen voran die Altparteien unter Angela M.“, die daran arbeiteten, „das Geldsystem zu perfektionieren, um die selbst verursachten Verluste aus der Corona-Krise in ein Bargeld-Verbot münden zu lassen“.

Das sind dann auch dem Kandidaten Deutscher doch zu viele Ausrufezeichen. „Natürlich sehe ich, dass der deutsche Wald in einem schlechten Zustand ist. Ich leugne auch nicht den Klimawandel“, relativiert er die Aussage zum „Klima-Hype“. Es dürfe aber auch nicht sein, dass eine Greta Thunberg, „ein schwedisches Schulmädchen“, die Politik vor sich hertreibe und dazu zwinge, reflexartig Entscheidungen zu treffen. „Von einer Wissenschaftlerin wie Angela Merkel hätte ich da mehr erwartet“, sagt Deutscher.

Schwerpunkt auf Wirtschaft und Finanzen

Als diplomierter Betriebswirt und Firmengründer will er den Schwerpunkt seiner politischen Arbeit auf die Bereiche Wirtschaft und Finanzen legen. Die Rettung der Arbeitsplätze in der Region, vor allem in der Automobilindustrie und deren Zulieferern, stünden ganz oben auf seiner Prioritätenliste. Durch übertriebene Klimaschutzziele würden Arbeitsplätze massenweise vernichtet. Die realitätsferne Umweltpolitik der grün-schwarzen Landesregierung fördere, wie das Beispiel Windkraftanlagen zeige, eher die Zerstörung der Naturlandschaften, als dass sie diese schütze. Auch ein Gelände wie das von der Region als Vorhaltegebiet für eine Hightech-Ansiedlung beanspruchte Dettinger Gewerbegebiet Hungerberg könnte freigehalten werden, wenn die Arbeitsplätze im Neckartal gehalten werden könnten. Dafür müsste jedoch der „katastrophalen Verteufelung der Verbrennungsmotoren“ Einhalt geboten werden.

In die AfD ist der 57 Jahre alte Deutscher 2015 eingetreten. Drei Jahre später gründete er den Ortsverband Nürtingen und leitet heute, zusammen mit Kerstin Hanske, den Kreisverband Esslingen.

Drei Fragen an Christof Deutscher

Was machen Sie als erstes, wenn in der Pandemie das Schlimmste vorbei ist?

Wenn das Schlimmste vorbei ist, werde ich eine Familienfeier organisieren, um mich mit meinen beiden Brüdern und deren Familien endlich wieder zu treffen!

Was ist ihr Lieblingsplatz im Landkreis Esslingen?

Ich wohne in Kohlberg. Da ist mein Lieblingsplatz unser „Hausberg“, der Jusi. Von dort oben hat man eine sagenhafte Aussicht!

Welche Musik oder welche Musikgruppe hören Sie zurzeit am liebsten?

Zurzeit ist bei mir musikalisch ROXY MUSIC als Rockgruppe angesagt. Als Sänger und Songschreiber höre ich Bryan Ferry gerade am liebsten!

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: