Der Angeklagte am letzten Prozesstag Foto: dpa

Ein Fall wie aus dem Krimidrehbuch: Ein Trio brennt mit 1,25 Millionen Euro durch, gestohlen in einer Sicherheitsfirma. Nun wurde der dritte im Bunde verurteilt.

1,25 Millionen Euro sollen eine Frau und zwei Männer gestohlen haben. Das Brisante an dem Fall: Die Frau steckte das Geld in den Räumen einer Stuttgarter Werttransportfirma einfach in eine Reisetasche und ging damit aus dem Gebäude. Mit einem Urteil am Montag ist der Fall nun juristisch komplett aufgearbeitet: Der Dritte im Bunde wurde verurteilt. Die 18. Große Strafkammer des Landgerichts verhängte gegen den 32-Jährigen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und 9 Monaten.

Damit hat er von den drei Beteiligten das höchste Strafmaß erhalten. Die Frau wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt, sie ist inzwischen schon wieder in Freiheit. Ein zweiter Mann, der für die Flucht der Frau nach Serbien Schleuser organisierte, kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

In dem Verfahren war es immer wieder darum gegangen, wo das Geld letztlich geblieben ist. Der nun verurteilte 32 Jahre alte Robert S. und die ehemalige Mitarbeiterin der Werttransportfirma, die heute 45-jährige Minersa S., beschuldigten sich gegenseitig. Beide sahen im jeweils anderen die treibende Kraft für die Tat, und beide wollen nicht wissen, wo die 1,25 Millionen Euro geblieben sind.

Für das Gericht spielte dieser Teil der Aufklärung jedoch keine Rolle. Der Diebstahl sei vollbracht gewesen, als Minersa S. und Robert S. gemeinsam nach Serbien flohen. Sie machten dabei erst Station in Wien, von dort brachte der dritte Komplize die Frau zu den Schleusern, die sie über die grüne Grenze nach Serbien brachten. Denn das Trio rechnete damit, dass aufgrund der Aufnahmen aus den Überwachungskameras der Firma die Frau bald auffliegen und nach ihr gefahndet werden würde.

Die Flucht führt nach Serbien

Das Landgericht Stuttgart hat den Millionendiebstahl juristisch ausgearbeitet. Foto: Marijan Murat/dpa

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 32-Jährige kann innerhalb einer Woche Revision dagegen einlegen. Sein Anwalt Tobias Voggel hatte auf eine Bewährungsstrafe zwischen einem und zwei Jahren plädiert. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert.