Stuttgart (lsw) - Die AfD in Baden-Württemberg will nicht gegen die neue Interessengemeinschaft Alternative Mitte vorgehen. Der Landesvorstand wolle die Alternative Mitte (AM) als eine der Strömungen der Partei gewähren lassen, sagte Landessprecher Ralf Özkara am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur. „Eine Parteiströmung kann man nicht verbieten, die ist einfach da“, meinte er. Diese sei auch wichtig. Die AM sei analog zu sehen zum nationalkonservativen Flügel der AfD, den es schon seit längerem gibt. „Wir wollen allerdings nicht, dass die Alternative Mitte verbandsähnliche Strukturen schafft. Wir wollen keine Partei in der Partei“, sagte Özkara.

In Hessen hatte der Landesverband schärfer auf die Gründung der Alternativen Mitte reagiert und erklärt, die Strömung nicht dulden zu wollen. Die Alternative Mitte Baden-Württemberg hatte sich am 19. Oktober gegründet. Nach ersten besorgten und empörten Reaktionen betonte sie auf Facebook, dass sie keine parteiähnlichen Strukturen bilden wolle. „Die AM ist ebenso legitimiert wie der sogenannte ‚Flügel‘ und weitere Interessengemeinschaften in der AfD“, hieß es. Die um den Kurs der AfD besorgten Mitglieder wollten die Partei ins Bewusstsein der Menschen zu rücken als „eine freiheitlich-konservative, bürgerlich-patriotische Partei“. Sie müsse für die „vielen politisch heimatlos gewordenen Konservativen in Deutschland wählbar“ sein, heißt es in der Gründungserklärung der „Alternativen Mitte Baden Württembergs“ vom 19. Oktober.

Ziel sei es, teilte Robert Schmidt vom Kreisverband der AfD Mannheim mit, die Innen- und Außenwirkung zu verbessern. Es müsse verhindert werden, dass die AfD als „Bewegung“ missbraucht und entwertet werde. Extreme Gesinnungen, etwa Nationalismus, lehnten die Mitglieder ab, heißt es. „Der deutschen Vergangenheit sind wir uns bewusst. Ihre dunklen Seiten werden uns immer Mahnung und Ansporn sein.“

„Der Landesvorstand Baden-Württemberg erachtet die Alternative Mitte als eine zulässige Strömung innerhalb der AfD, lehnt die Ausbildung verbandsähnlicher Strukturen jedoch ab und appelliert daher an die Verantwortlichen, sich - analog zum Flügel - lose und informell zu organisieren“, sagte Landessprecher Marc Jongen. Ein entsprechendes Rundschreiben werde an alle Mitglieder versendet.

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