Isabel Rodrigo kommt angeflogen und nimmt Maß. Mit der HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See gelang ihr ein 21:20-Sieg über das Schlusslicht Winterbach/Weiler.Archiv Foto: Pixelfrog Quelle: Unbekannt

Bad Cannstatt - Am Ende machten es die Frauen der HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See noch einmal unnötig spannend. Nachdem man zehn Minuten vor dem Ende bereits mit vier Toren führte, musste man noch einmal zittern und schlug das Tabellenschlusslicht HSG Winterbach/Weiler am Ende glücklich mit 21:20 (12:12).

Schon während der Trainingswoche mahnten Wagner/Behrens die Mannschaft immer wieder, dass man den Tabellenletzten auf keinen Fall unterschätzen darf. Denn obwohl die Gäste mit sieben Niederlagen in die Saison gestartet sind, wurden fünf der sieben Spiele mit maximal drei oder weniger Toren Unterschied verloren. Die HSG-Frauen schienen die Botschaft verstanden zu haben und legten los wie die Feuerwehr. Im Angriff zeigte man eine sehr dynamische und explosive Spielweise, so dass man sich zahlreiche gute Möglichkeiten erspielte. Jedoch vergab man in der Anfangsphase viele gute Möglichkeiten, darunter auch zwei Strafwürfe, so dass man nach neun Minuten „nur“ mit 5:2 in Führung lag und so die Gäste im Spiel ließ. Aber es gelang in der Folge nicht mehr, an die Leistung aus den ersten Minuten anzuknüpfen. Dennoch war man auch weiterhin das spielbestimmende Team, so dass die Drei-Tore-Führung auch nach 21 Minuten noch Bestand hatte (10:7). In den letzten Minuten der ersten Hälfte schlichen sich immer mehr Fehler bei den Kleeblättern ein. Ein kaum druckvolles Angriffsspiel, unnötige Ballverluste und eine fehlende Absprache in der Abwehr ließen die Gäste wieder zurück ins Spiel finden. Kurz vor der Pause führten die Winterbacherinnen plötzlich mit 12:11, und die Partie schien zu kippen. Glücklicherweise gelang den HSG-Frauen kurz vor dem Halbzeitpfiff noch der 12:12-Ausgleich.

In der Kabinenansprache machten die Trainer der Mannschaft noch einmal deutlich, dass man auf jeden Fall gewinnen wird, wenn es gelingt, wieder an die starke Anfangsphase anzuknüpfen. Dementsprechend motiviert starteten die HSG-Frauen auch in die zweite Hälfte. Das erste Tor erzielte man bereits nach 25 Sekunden und so führte man wieder mit 13:12. In den ersten fünfeinhalb Minuten hätte man die Partie bereits für sich entscheiden müssen, doch im Angriff flatterten der Mannschaft die Nerven. Ballgewinne konnten allesamt nicht genutzt werden und anstatt sich eine deutliche Führung zu erspielen, musste man zunächst den Ausgleich und wenig später drei weitere Gegentore hinnehmen. Beim Stand von 13:16 für die Gäste drohte den Gastgeberinnen das Spiel endgültig zu entgleiten. Doch eine Auszeit und drei personelle Umstellungen, die Wagner/Behrens beim Stande von 13:15 getätigt hatten, sollten in der Folge ihre Wirkung zeigen. Innerhalb von neun Minuten erzielte das Team sieben Treffer in Folge und zeigte in dieser Phase, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Jedoch folgte neun Minuten vor dem Ende auf das Leistungshoch wieder ein absolutes Leistungstief. Im Angriff fehlte es an jeglicher Torgefahr und so wurden die Bälle der HSG Winterbach/Weiler förmlich in die Arme gespielt. Auch das Rückzugverhalten war in diesen Momenten nicht landesligareif und so erzielten die Gäste knapp zweieinhalb Minuten vor dem Ende erneut den 19:20-Anschlusstreffer. Das Spiel stand auf Messers Schneide, ehe Mersiha Juljevic die Mannschaft und die Zuschauer wenige Sekunden vor dem Ende mit einem Rückraumtor zum 21:19 erlöste. Das letzte Tor erzielten die Gäste vier Sekunden vor dem Ende, der knappe und glückliche 21:20-Sieg war der HSG aber nicht mehr zu nehmen.

Mit dem vierten Saisonsieg und 9:5-Punkten steht man nach wie vor im Mittelfeld der Tabelle, hält aber den Anschluss an das obere Tabellendrittel. Am Samstag, 18 Uhr, tritt bei der TG 1859 Schwenningen an.

HSG Ca-Mü-Max: Anne Burmeister, Birthe Graf, Mersiha Juljevic, Ann-Kathrin Laure, Kristin Mahler, Karin Poersch, Isabel Rodrigo, Katrin Rößler, Katharina Roth, Marina Rüdinger, Maren Seifermann, Sônia Staib und Lena Zipperlen.

Tim Wagner

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