Trotz Gegenwehr zieht Katrin Rößler (rechts) von der HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See zum Tor. Sie war in der letzten Begegnung kaum aufzuhalten und markierte zehn Tore.Archiv Foto: Pixelfrog Quelle: Unbekannt

Bad Cannstatt - Die Frauen der HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See haben sich mit einem Kraftakt an die Tabellenspitze der Landesliga zurückgekämpft. Gegen den bisherigen Tabellenführer WSG Lorch/Waldhausen zeigte man in der zweiten Hälfte eine famose Leistung und drehte einen Acht-Tore-Rückstand in einen 31:29 (18:11)-Sieg.

Nach der über weite Strecken schwachen Vorstellung am vergangenen Wochenende hatten sich die HSG-Damen für die Partie gegen den Tabellenführer viel vorgenommen. Doch wie schon im Spiel beim TSV Schmiden fand man in der ersten Hälfte vor allem in der Abwehr keinen Zugriff auf die Aktionen der gut aufgelegten Mannschaft der WSG Lorch/Waldhausen. Auch im Angriff agierte man ohne das nötige Tempo, so dass die Gäste kaum Mühe hatten, die Angriffsaktionen der HSG zu unterbinden. Hinzu kam, dass man sich durch einige Entscheidungen immer weiter verunsichern ließ und der Rückstand so schon früh auf vier Tore anwuchs. Nach knapp 16 Minuten zogen Wagner/Behrens beim Stande von 6:10 die erste Auszeit, um die Mannschaft wach zu rütteln. Eine deutliche Besserung war jedoch leider nicht zu erkennen. Bis zur 24. Minute kämpfte man sich zwar ein wenig besser ins Spiel, den Rückstand konnte man in dieser Phase aber nur auf drei Tore verkürzen (10:13). In den letzten sechs Minuten der ersten Hälfte schien sich die Partie dann bereits zu Gunsten der Gäste zu entscheiden. Sage und schreibe vier Zeitstrafen und zwei Strafwürfe mussten die HSG-Damen gegen sich hinnehmen und so wurde es der WSG leicht gemacht, den Vorsprung bis zur Pause auf sieben Tore (18:11) auszubauen.

Ruhe bewahrt

In der Halbzeitpause versuchten die Trainer, mit beruhigenden Worten auf ihre Mannschaft einzuwirken. Man war sich einig, dass man zum einen die Ruhe bewahren muss, zum anderen aber auch eine Leistungsexplosion nötig sein wird, wenn man die Partie noch einmal drehen möchte. Mit dem Wissen, dass man in der Vorwoche beinahe einen Neun-Tore-Rückstand aufholen konnte, starteten die HSG-Damen in die zweite Hälfte. Eine taktische Umstellung in der Abwehr und ein Appell an die Spielerinnen sollten in der zweiten Hälfte die Wende einleiten. Das erste Tor nach der Pause gelang jedoch den immer noch in Überzahl spielenden Gästen und so betrug der Rückstand kurz nach der Pause acht Tore. Trotz einer weiteren Zeitstrafe gegen die HSG-Damen konnte man nach 33 Minuten auf 13:20 verkürzen. Es deutete dennoch noch nichts daraufhin, dass man den Gästen den Sieg noch einmal streitig machen könnte. Doch die HSG zeigte eine tolle Moral und drehte fortan richtig auf. In der Abwehr stand man nun wie ein Bollwerk und auch im Angriff blitzte ein ums andere Mal das spielerische Potenzial auf. Innerhalb von sechs Minuten erzielte man sieben Tore in Folge und so war man nach knapp 39 Minuten unter dem Jubel der Zuschauer zurück im Spiel (20:20). Die letzten 20 Minuten sollten dann zu einer Nervenschlacht werden. Die WSG kam wieder besser ins Spiel und ging erneut mit zwei Toren in Führung, doch der Glaube an einen Sieg war bei den Damen der HSG mittlerweile gewachsen. Bis zur 48. Minuten wogte die Partie immer zwischen einem Tor Rückstand und einem Unentschieden hin und her. Zehn Minuten vor dem Ende ging man dann erstmals mit 26:25 in Führung. Kurz danach konnte man sogar mit drei Tore in Führung gehen, eine Entscheidung sollte das aber noch immer nicht sein. Man merkte den Spielerinnen an, dass sie mit ihren Kräften am absoluten Limit waren und so gelang es der WSG Lorch/Waldhausen nach 56 Minuten, wieder auf 28:29 zu verkürzen. Doch ganz am Ende behielt man die Nerven und so war es Katrin Rößler, die mit ihren Toren 9 und 10 an diesem Tag für die endgültige Entscheidung sorgte. Durch den knappen, letztendlich aber verdienten, 31:29-Erfolg über eine starke Mannschaft der WSG Lorch/Waldhausen übernimmt die HSG die Tabellenführung in einer sehr ausgeglichen Landesligastaffel.

HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See: Ann-Kathrin Laure, Marina Rüdinger (im Tor), Karin Poersch, Katrin Rößler, Birthe Graf, Johanna Grimm, Mersiha Juljevic, Clara Pätzold, Nadine Behrens, Kristin Mahler, Isabel Rodrigo und Sônia Staib. Tim Wagner

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