Fenna, Thomas und Michael haben alle vier Tiere gefunden. Foto: Ralph Scheer

Im Kreis Esslingen laden vier Maislabyrinthe große und kleine Ausflügler zum Irrgarten-Vergnügen ein. Bernd Schnerring aus Beuren erzählt, wie sein Parcours entstanden ist.

Der Regen der vergangenen Wochen tat dem Mais sichtlich gut. Sattgrün und schon mit stattlichen Kolben bestückt ragen die Pflanzen deutlich mehr als mannshoch in den Himmel. Perfekt für die Maislabyrinthe im Kreis und ihre großen und kleinen Gäste. Im Landkreis Esslingen laden in diesem Sommer gleich vier Maislabyrinthe Familien, Freundesgruppen und Ausflügler zum Irrgarten-Vergnügen ein. Vom Tierefinden über Stempelstellen bis hin zum Hofcafé hat jeder Hof etwas Eigenes zu bieten.

Links Mais, rechts Mais – und irgendwo dazwischen muss der Weg nach draußen sein. 800 Meter lang ist das 11 000 Quadratmeter große grüne Labyrinth von Landwirt Bernd Schnerring auf dem Haldenhof in Beuren‑Balzholz. Mal verläuft der Weg als Kurve, mal kerzengerade, mal führt er in eine Sackgasse und an Kreuzungen muss man sich entscheiden. Ganz schön kniffelig. Außerdem gilt es, im Maisdickicht alle vier Tiere aus Blech zu finden, um am Gewinnspiel teilnehmen zu dürfen. Die achtjährige Fenna aus Esslingen, der zehnjährige Thomas und der siebenjährige Michael aus Boston, die zu Besuch hier sind, haben es geschafft. Mit Gummistiefeln und Crocs gut ausgestattet, haben sie das Abenteuer erfolgreich absolviert.

Die späteren Wege sind „digitale Hindernisse“

Bernd Schnerring vor seinem Maislabyrinth. Foto: Ralph Scheer

Das Beurener Maislabyrinth gibt es erst zum zweiten Mal. 2024 hatte der junge Landwirt es „als Gag versucht und niemandem etwas gesagt“, schmunzelt er. Es funktionierte. 2025 klügelte Schnerring eine neue Route aus und fertigte zunächst eine Skizze an. Anschließend kam hochmoderne Landwirtschaftstechnik zum Einsatz. Während die meisten Landwirte das gesamte Feld einsäen und die Maispflanzen auf den späteren Labyrinthgängen durch Hacken und Fräsen wieder entfernen, säte Schnerring an den Stellen, wo sich heute die Wege des Labyrinths befinden, erst gar keine Körner aus. Das schont die Umwelt, senkt die Kosten und fördert ein gleichmäßiges Pflanzenwachstum, sagt Schnerring. Davon konnten sich die Kinder überzeugen. Der Futtermais wächst so dicht, dass ein Durchspicken zwischen den einzelnen 92 000 Maispflanzen nicht möglich ist.

Beim Anlegen des Maislabyrinths kam eine moderne Technik zum Einsatz: Ein RTK-Lenksystem steuerte den Schlepper zentimetergenau, während Section Control automatisch einzelne Saatreihen an- und ausschaltete. Die geplanten Labyrinth-Wege wurden als digitale „Hindernisse“ in die Feldkarte eingezeichnet, sodass der Schlepper beim Säen genau wusste, wo kein Mais abgelegt werden sollte. So entstand das Labyrinth schon bei der Aussaat, ganz ohne Nacharbeit. Auch sonst zeigt der 29-Jährige den Besucherinnen und Besuchern gerne die moderne Landwirtschaft auf dem Familienhof. Nach dem Abenteuer im Maisfeld können Kinder den Kühen und Hühnern einen Besuch abstatten oder den Ausflug mit einem Eis aus dem Hofladen krönen.

Maislabyrinthe im Kreis Esslingen

Beuren Das Maislabyrinth beim Haldenhof in Beuren ist noch bis Mitte September täglich geöffnet. Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren zahlen 3 Euro, Kinder von 4 bis 14 Jahren 2 Euro an der Selbstzahlerkasse am Eingang. Adresse: Seeweg 66, 72660 Beuren-Balzholz.

Unterlenningen Auf dem Gelände des Sulzburghofs legte Familie Kuch auch in diesem Jahr wieder ein Maislabyrinth an. Es erstreckt sich über eine Fläche von 75 Ar, die Wege im Inneren sind etwa 900 Meter lang. Im Labyrinth befinden sich zehn Stationen mit Gewinnspielfragen rund um die Landwirtschaft. Ein kleiner Aussichtsturm in der Mitte des Feldes bietet eine Aussicht über das Labyrinth und das Lenninger Tal. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Einkehr im Hofcafé. Das Labyrinth ist bis etwa Mitte September geöffnet, jeweils von Dienstag bis Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr. Montags ist Ruhetag. Eintritt: Kinder ab 4 Jahren 2 Euro, Erwachsene 3 Euro. Adresse: Sulzburghof, Max-Leuze-Straße 10–16, 73252 Lenningen.

Altdorf Bereits im sechsten Jahr lädt Alexander Butz auf seinem Familienhof zum Irrweg durch den Mais ein. Vom 7. August bis voraussichtlich Anfang Oktober ist das Labyrinth täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. In diesem Jahr wurde das Labyrinth auf einem 1,2 Hektar großen Feld angelegt. Das Motiv zeigt eine Weltkugel in einer Hand und ist ein symbolischer Aufruf zur Verantwortung für die Umwelt. An mehreren Stationen im Feld können Kinder ein Quiz lösen: Wer war der geheimnisvolle Besucher des Labyrinths? Die dazugehörigen Rätselkarten sind im Hofladen erhältlich. Eintrittspreise: Kinder unter 14 Jahren: frei, Jugendliche und Erwachsene ab 14 Jahren: 2 Euro. Adresse: Maislabyrinth Butz, Stuttgarter Straße 7, 72655 Altdorf.

Unterensingen Mit Herzblut und einer klaren Botschaft haben Max und Anika Jenz ihr erstes Maislabyrinth auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern an den Lindenhöfen, direkt gegenüber der Gaststätte Lindenhof, eröffnet. Im Mittelpunkt ihres Labyrinths steht das Thema „Wasser, unser kostbares Nass“. Schon das gestaltete Labyrinth-Muster – ein Wasserhahn mit Tropfen – macht klar, dass es nicht nur ums Verlaufen, sondern auch ums Nachdenken geht. Auf einer kindgerecht aufbereiteten Stempeljagd erfahren kleine und große Besucher Spannendes über den globalen Wasserverbrauch, Niederschlagsmengen und den Wert dieser natürlichen Ressource, sagt Max Jenz. Die zugehörigen Stempelkarten gibt es am Eierautomaten oder im Gasthof Lindenhof, wo sich Besucher auch mit Eis, Getränken oder einer Vesper stärken können. Geöffnet ist das Labyrinth täglich von 8 bis 20 Uhr noch bis etwa Ende September. Kinder unter 8 Jahren dürfen kostenlos durch die Maisgänge streifen, ab 8 Jahren kostet der Eintritt 3 Euro. Adresse: Neckartaler Freilandeier, Lindenhöfe 2, 72669 Unterensingen.