Kurioser Wettbewerb: Beim 2. Christbaum-Weitwurf-Turnier vor dem Köngener Musik-Café Eisele fliegt ausgedientes Nadelgehölz durch die Luft.
Kaum ist Weihnachten vorbei, fliegen die Weihnachtsbäume durch die Luft – zumindest in Köngen. 16 Teilnehmer haben sich am Dienstag unter dem Gejohle von rund 40 Glühwein trinkenden Zuschauern auf dem Parkplatz vor dem Musik-Café Eisele beim Christbaum-Weitwurf versucht: in der etwas anderen Disziplin, die ihren Ursprung wohl in den nordischen Ländern hat, in Köngen aber am Stammtisch geboren wurde.
Was zählte, war wo am Ende die Baumspitze zum Liegen kam. Die Technik war relativ nebensächlich, Hauptsache das Nadelgehölz flog möglichst weit. Einzige Einschränkung: Aufgrund der räumlichen Verhältnisse waren ganze Drehungen wie etwa beim Hammerwurf verboten. „Sonst landet der Baum noch in den Zuschauern“, erklärte Kampfrichterin Stefanie Arnold – oder womöglich inmitten der Neuwagen auf dem Parkplatz des benachbarten Autohauses.
Handschuhe und drei von Stammgästen gespendete Bäume in verschiedenen Größen wurden zu Verfügung gestellt. Nach dem Einwerfen wurde schnell klar, dass der Teufel beim Christbaum-Weitwurf im Detail liegt. „Das ist gar nicht so einfach wie es aussieht“, stellte der spätere Männer-Sieger Hardy Neubert fest. Die meisten der Werfenden entschieden sich letztlich für eine Art beidhändige Schleudertechnik, mit der Spitze des Baums voraus.
Christbaumwerfen – Baum trifft Wand
Anvisiert waren eigentlich zwei Durchgänge – weil die Teilnehmer danach aber so richtig Blut geleckt hatten, wurde kurzfristig ein dritter Durchgang angehängt. Es zählte auch nicht der weiteste Einzelwurf, sondern alle drei Würfe wurden aufaddiert. Beim dritten Durchgang musste allerdings der größte und schwerste Baum genommen werden.
Der Grund: Bislang hatten sich alle Teilnehmer für den kleinsten Baum entschieden – ein besonders eifriger Werfer schleuderte das Nadelgehölz am Ende von Runde zwei allerdings gegen die Hauswand des Musik-Cafés, was der sowieso schon recht kümmerlichen Spitze des Baums den endgültigen Todesstoß versetzte. „Das war zwar nicht der weiteste, aber sicherlich der höchste Wurf“, kommentierte ein Mitglied des Richterteams trocken. In den Einzelwürfen erzielten die Männer Weiten von bis zu neun Metern, bei den Frauen waren es bis zu sechs Meter. Die Siegerweiten der drei Würfe zusammen waren bei den Männer 23,07 Meter, bei den Frauen 16,18 Meter. Als Preis gab es einen Getränkegutschein.
Gibt es weitere Christbaum-Weitwurf-Turniere?
Die dritte Auflage des Köngener Christbaum-Weitwurf-Turnier 2027 ist bereits in Planung – allerdings wird der Ablauf weiter modifiziert. „Wir müssen nächstes Jahr etwas später anfangen, da unser Laser-Entfernungsmesser bei Tageslicht nicht richtig funktioniert hat – wir wollen schließlich immer besser werden“, kündigte Eisele-Wirt Jochen Maier grinsend an.
Er hat die Köngener Kultkneipe, die 2025 ihr 40-jähriges Bestehen feierte, vor fünf Jahren übernommen und sorgt zusammen mit seinem 17-köpfigen Team an 365 Tagen im Jahr für reibungslosen Betrieb: „Viele arbeiten ehrenamtlich mit, wir sind eine Riesencommunity – das Eisele ist für uns alle einfach eine Herzensangelegenheit.“