Deutschlandweit gehen Kurden wegen der Lage in Rojava auf die Straße. Dabei kam es zu Gewalt und Ausschreitungen. Die Kurdische Gemeinde rät zur Besonnenheit.
„Proteste für Rojava sind ein demokratisches Recht, sie müssen jedoch friedlich bleiben.“ Mit dieser deutlichen Botschaft hat sich der Landesverband Baden-Württemberg der Kurdischen Gemeinde zu Wort gemeldet. Es ist eine Reaktion auf die Geschehnisse bei Demos dieser Tage in Stuttgart und anderen deutschen Städten, bei denen Teile der Versammlungsteilnehmenden gewalttätig wurden. In Stuttgart wurden am Dienstag Polizeikräfte bei einer Versammlung mit rund 2000 Personen attackiert und mit pyrotechnischen Gegenständen beworfen. Außerdem wurde am Mittwoch ein Syrer nach einem Konflikt mit einer Gruppe in einer Demo am Rotebühlplatz niedergestochen und schwer verletzt.
Die Kurdische Gemeinde verfolge die Lage in Rojava mit großer Sorge: „Die anhaltenden Angriffe und die Bedrohung durch islamistische Kräfte gefährden die Sicherheit der Bevölkerung sowie die demokratischen Errungenschaften in der Region“, teilt der Landesverband mit. Deswegen begrüße man das Engagement der kurdischen Community in Deutschland, die seit Tagen Solidarität mit den Menschen im kurdischen Rojava auf syrischem Gebiet demonstriert. Und die Verantwortlichen in der Gemeinde betonen: „Gewalt und Ausschreitungen haben bei Kundgebungen keinen Platz und widersprechen unseren Werten.“ Man rufe zu „Besonnenheit, Frieden und demokratischem Engagement“ auf.
Die kurdische Gemeinde bedankt sich ausdrücklich bei den Sicherheitskräften, die die Demonstrationen schützen und so die öffentliche Sicherheit gewährleisten würden. Auch am Freitag fand in Stuttgart wieder eine Mahnwache am Rotebühlplatz statt – bislang ohne Zwischenfälle.