Insgesamt zehn Kunstwerke sind zu sehen – hier ein Beitrag vom Staufer-Gymnasium Waiblingen. Foto: privat

Endspurt in Korb: Am 11. Mai eröffnet die neue Freiluftausstellung „Köpfe am Korber Kopf“. Für einen langjährigen Unterstützer des Kunstprojekts ist die 19. Ausgabe die letzte.

Die Kunst ist im Endspurt: Bevor die nächste Runde der beliebten Freiluftausstellung „Köpfe am Korber Kopf“ losgehen kann, haben Künstler, Spediteure und der Bauhof der Gemeinde Korb in den kommenden Tagen noch alle Hände voll zu tun, die teilweise tonnenschweren Kunstwerke an Ort und Stelle zu bringen.

Köpfe am Korber Kopf: Kunst, Natur, Kulinarik

Eines steht bereits jetzt fest: Die nunmehr 19. Ausgabe des Skulpturenrundwegs wird sehenswert. Die Kuratoren Ruth und Guido Messer haben eine große Bandbreite von zehn Kunstwerken aufgetrieben, die von 11. Mai an bis zum 26. April des kommenden Jahres auf dem Korber Kopf zu sehen sein werden. Unter den Skulpturen sind das rätselhafte kissenartige Kunstwerk aus Muschelkalk von Dieter Kränzlein aus Bietigheim und fünf Köpfe der thüringischen Künstlerin Charlott Szukala. Auch das markante „Vis-a-vis“ von Lisa Klimesch und Gernot Zechling, das bereits Teil der vorigen Ausstellung war, darf noch ein Jahr stehenbleiben.

Diese Skulptur ohne Titel stammt vom Bietigheimer Künstler Dieter Kränzlein. Foto: Dieter Kränzlein

Eine Besonderheit der Köpfe am Korber Kopf war schon immer der Mix von Kunstwerken aus der Hand von Profikünstlern und Amateuren beziehungsweise Schülern. Und so steuern auch in diesem Jahr mit dem Staufer-Gymnasium Waiblingen, der Jugendmusik- und Kunstschule Backnang und der Grundschule Weinstadt-Schnait drei Bildungseinrichtungen Skulpturen bei.

Auch drei Schulen aus der Region steuern Kunst bei

Teilweise haben die Schüler noch die letzten Tage genutzt, die Kunstwerke fertigzustellen. Die Historikerin Ute Schönfeld-Dörrfuß, die wieder die kunsthistorische Begleitung der Ausstellung übernimmt, meint: „Besonders freut es mich ja, wenn die Kunstwerke der Schüler hinterher am Schulhof aufgestellt werden. Dort sind sie eine echte Bereicherung.“

Sie lobt auch, dass unter den Skulpturen wieder mehrere moderne, abstrakte Werke sind. So findet sich unter den Materialien Beton, aber auch recycelte Autoteile wurden verarbeitet. „Die Korber Köpfe zeigen damit, dass sie mit der Zeit gehen“, sagt sie. Ruth Messer pflichtet ihr bei: „Bei realistischen Darstellungen besteht oft die Gefahr, dass Kunstwerke kitschig werden.“

Und so braucht es bei einigen Skulpturen bei der 19. Ausgabe etwas Zeit, bis man eine gedankliche Brücke zum Thema „Kopf“ findet. Das ist durchaus gewollt. „Kultur ist eine der Möglichkeiten, über sich und die Gesellschaft nachzudenken“, sagt Bildhauer Guido Messer, der selbst wieder ein Kunstwerk beigesteuert hat.

Viele Events begleiten die „Korber Köpfe“

Auch in diesem Jahr gibt es ein umfassendes Begleitprogramm zur Ausstellung. Einige dieser insgesamt neun Events haben ein festes Datum, andere sind wiederum frei buchbar (Informationen dazu finden sich auf der Webseite der Gemeinde). Geboten sind:

  • Mondscheinführung am Samstag, 31. Januar
  • Geführte Rundgänge (3 Euro pro Person)
  • Geführte Rundgänge mit Weinprobe
  • „Tanz um das Kissen“: Wort-Ton-Collagen am 26. Juli
  • Zusatzaustellung in der alten Kelter (ab 10. Oktober)
  • „Hundert Stufen zur Kunst“ – Herbstspaziergang am 18. Oktober
  • After-Work bei Kunst und Wein (Alte Kelter, 23. Oktober)
  • Ein Sonntag im Atelier bei Guido Messer am 18. Januar 2026
  • Kunstfrühstück zur Finissage am 26. April 2026

Vandalismus war in den vergangenen zwölf Monaten quasi kein Thema mehr – und das, nachdem vor zwei bis drei Jahren regelmäßig Kunstwerke beschädigt worden waren. „Zum Glück haben sich die Menschen meistens aufs Ansehen statt Anfassen beschränkt“, sagt der Bürgermeister Jochen Müller. Der Beitrag des Staufergymnasiums – seine Vorgänger waren besonders oft zum Ziel zerstörerischer Aktionen geworden – wird diesmal vorsichtshalber etwas abseits aufgestellt, um Gelegenheitsrandalierern den Anreiz zu nehmen.

Einer, der dem diesjährigen Event trotz alldem mit einer gewissen Portion Wehmut entgegensieht, ist der Korber Bürgermeister Jochen Müller. In seiner Amtszeit von 32 Jahren hat er die Anfänge der Ausstellung miterlebt. Da er bei der jüngsten Wahl nicht mehr angetreten ist – sein Nachfolger Markus Motschenbacher ist bereits gewählt – ist die 19. Ausgabe der Köpfe seine letzte, die er als Bürgermeister begleitet. Am 15. Mai hat er seinen letzten Tag als Bürgermeister, eine knappe Woche nach dem Start der Ausstellung. „Herr Müller hat unser Kunstprojekt immer unterstützt und gefördert“, lobt Kurator Guido Messer.

Letzte „Köpfe“ für Bürgermeister Müller

Jochen Müller Foto: Claudia Fy

Wobei der scheidende Rathauschef Müller betont, dabei immer auch den Gemeinderat hinter sich gehabt zu haben: „Trotz des Sparkurses haben die Köpfe auch in diesem Jahr ihren festen Platz im Haushaltsplan der Gemeinde.“ Denn es ist keine Übertreibung: Die Open-Air-Ausstellung auf dem Korber Kopf lockt Besucher aus der ganzen Region an – nicht nur wegen der Kunst, sondern auch wegen der fantastischen Aussicht über die Weinbaulandschaft ringsum.

Skulpturenrundweg

Ausstellung
Seit dem Jahr 2007 gibt es oberhalb von Korb die Open-Air-Ausstellung „Köpfe am Korber Kopf“. Kuratiert von Bildhauer Guido Messer und seiner Frau und Mitarbeiterin Ruth, werden dort Kunstwerke inmitten der Natur gezeigt – und mit einer fantastischen Aussicht über die Weinbaugegend.

Eröffnung
Die Köpfe am Korber Kopf werden am Sonntag, 11. Mai, feierlich eröffnet. Ab 12 Uhr gibt es oben auf dem Berg Bewirtung, der Festakt an sich beginnt um 14 Uhr mit einem ersten, geführten Rundgang, der am Standort Nummer 1 beginnt. Ferner gibt es Livemusik. Als Parkplatz wird der Hanweiler Sattel empfohlen (20 Minuten Fußweg), ein kostenloser Shuttlebus fährt vom Seeplatz in Korb sowie auf der Höhe des Parkplatzes Hanweiler Sattel.