Der Regenschirm war im Mai oft nötig. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Mai und das Frühjahr waren in Stuttgart statistisch zu kalt und gefühlt zu nass. Insgesamt lag das Frühjahr mit 8,6 Grad exakt zwei Grad unter dem langjährigen Mittel, gemessen von 1991 bis 2020. Was hat das aber mit Sibirien zu tun?

Stuttgart - Es ist ein wenig mehr als ein Jahr her, dass Winfried Kretschmann sich mit novembergrauer Miene bei einer Klima-Pressekonferenz über die Mikros beugte: „Man kann sich“, so der Grünen-Ministerpräsident Mitte Mai 2020, „über das dauernd schöne Wetter gar nicht mehr richtig freuen.“ Sonne, Sonne, Sonne, fast den ganzen Mai, fast auch das gesamte Frühjahr, der Klimawandel ließ 2020 heftig grüßen. Stuttgart und ganz Baden-Württemberg saß bei Kaiserwetter mit einer Rekordzahl an Sonnenstunden und sommerlichen Temperaturen im Lockdown, schwitzte vor sich hin und schaute zu, wie das Gras nicht wachsen wollte. Im Supermarkt wurden Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 50 knapp, und Biergartenbetreiber hofften verzweifelt auf ein schnelles Ende der Coronabeschränkungen.

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