Insgesamt gingen die Straftaten Im Jahr 2024 in Ostfildern gegenüber dem Vorjahr zurück. Allerdings gibt es bestimmte Delikte, die häufiger geworden sind.
Erfreuliche Nachrichten hatte Polizeidirektor Steffen Schmidt von der Kriminalstatistik Ostfilderns aus dem Jahr 2024 zu berichten. „Die Straftaten sind insgesamt zurückgegangen“, berichtete der Leiter des Polizeireviers Filderstadt, den Kommunalpolitikern in der Sitzung des Gemeinderats im Stadthaus. Straftaten gegen das Leben hat es im erfassten Zeitraum nicht gegeben, nachdem die Polizei 2023 fünf solcher Delikte verzeichnet hat.
„Straftaten gegen das Leben sind nicht nur vollendete Tötungsdelikte“, erläuterte Inken Fischer den Begriff. Darunter werden Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung zusammengefasst. Die stellvertretende Leiterin des Polizeipostens Ostfildern mit Sitz im Scharnhauser Park stellte den Polizeibericht gemeinsam mit dem Filderstädter Revierleiter Schmidt vor. Markus Kotschner, der den Ostfilderner Posten leitet, sitzt für die Freien Wähler im Gemeinderat. In Ostfildern habe es 2024 „keine Auffälligkeiten“ gegeben, fasst Fischer das insgesamt positive Ergebnis zusammen. Unter den vier Vergewaltigungen, die in der Statistik zu finden sind, waren – nach ihren Worten – Beziehungstaten. 2023 hatte es fünf Vergewaltigungen gegeben. Die positive Tendenz setzt sich nach Fischers Worten auch bei den Diebstahlsdelikten fort. Sie sank im Vergleich zum Jahr 2023 von 382 auf 332. Dass die Wohnungseinbrüche konstant niedrig sind, wertet Fischer auch als Auswirkung „einer aufmerksamen Nachbarschaft“. Außerdem tue die Polizei viel, um die Menschen umfassend aufzuklären, wie sie ihre Wohnungen vor Einbrüchen schützen können.
Dagegen steigt die Zahl der Sachbeschädigungen auch in Ostfildern. 2023 waren es 183 Fälle; im Jahr 2024 verzeichnete die Polizei 212. Der „raue Umgangston“ auf der Straße nimmt aus Sicht der Polizeihauptkommissarin auf der Straße zu. Besorgt ist Inken Fischer, dass immer öfter Polizeibeamte im Einsatz angegriffen werden. „Das entspricht dem landesweiten Trend.“ Durch die Teillegalisierung von Cannabis verzeichnete die Polizei weniger Drogendelikte. Dennoch fällt Schmidts und Fischers Fazit positiv aus: „Die Zahlen zeigen, dass Ostfildern eine sichere und lebenswerte Stadt ist.“ Insgesamt liege Ostfildern unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Kinder wurden nach der Statistik etwas häufiger straffällig, bei Jugendlichen nahm die Zahl der Täterinnen und Täter deutlich zu. Auch Asylbewerber tauchten häufiger in der Polizeistatistik auf.
Weniger Straftaten in Ostfildern und Filderstadt
Im Vergleich mit den anderen Filderstädten ist auch Ostfildern mit 1252 Straftaten im Jahr 2024 ein Abwärtstrend zu beobachten. 2023 waren es 1352 Straftaten bei einer Einwohnerzahl von knapp 40 000. Das bedeutet einen Rückgang von 5,7 Prozent. In Leinfelden Echterdingen gab es vergangenes Jahr 1343 Straftaten (2023: 1259) bei einer Einwohnerzahl von rund 40 500 Menschen. Das ist ein Plus von 6,5 Prozent. Filderstadt hat mit rund 46 000 mehr Einwohner als die beiden anderen Filderstädte. 2024 gab es dort 1630 Straftaten (2023: 1765), also minus 7,9 Prozent.
Nach der Präsentation lobten die Stadträte die Polizei. Petra Hönschel-Gehrung (Freie Wähler) wollte wissen, ob die Zahlen an der Drechsler-Kreuzung durch die neue Blitzeranlage zurückgegangen sind. Verkehrsdelikte werden laut Polizeidirektor Schmidt in der Statistik nicht erfasst. Gabriele Klumpp (Grüne) regte an, Straftaten gegen Frauen und Mädchen wie Femizide gesondert aufzuführen. Ihre Fraktionskollegin Margarete Schick-Häberle erfüllt die Zunahme bei Kindern und Jugendlichen mit Sorge.