Eine Schocknachricht in der Muttersprache überbracht: Das hat am Wochenende zwei Frauen in Stuttgart um viel Geld gebracht. Foto: dpa/Bernd Weißbrod (Symbolbild)

Die Polizei untersucht zwei Fälle von Schockanrufen. Wurden die Opfer in Botnang und Untertürkheim gezielt ausgesucht?

Haben die Telefontrickbetrüger eine neue Zielgruppe ausgemacht?Die Polizei untersucht die Sache noch, hält es aber nach dem ersten Eindruck für keinen Zufall: Gleich zwei Frauen in Stuttgart, die Russisch sprechen können, sind von sogenannten Schockanrufern um Geld gebracht wurden – und die Anrufer sprachen ebenfalls Russisch. Laut einer Polizeisprecherin sieht es danach aus, als könnten die Opfer gezielt ausgesucht worden sein.

Beide Frauen, eine 86 und eine 87 Jahre alt, wurden am Freitag, 13. Februar, angerufen. Die Anrufenden gaben sich als Arzt beziehungsweise Polizist aus. In beiden Fällen erzählten sie auf Russisch, ein enger Verwandter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Die Frauen sollten eine Summe als Kaution zahlen.

In beiden Fällen setzten die Anrufenden die Frauen so massiv unter Druck, dass sie den Forderungen nachgaben und hohe Summen in Bar übergaben. Im Fall der 86-Jährigen wurde das Geld gegen 13 Uhr an der Fiechtnerstraße in Untertürkheim abgeholt. Die 87-Jährige übergab es um die Mittagszeit an der Paul-Lincke-Straße in Botnang.

Zeugen gesucht: Wer kennt den Geldabholer in Untertürkheim?

Der Abholer in Botnang konnte nicht näher beschrieben werden. Der Mann, der das Geld an der Fiechtnerstraße in Untertürkheim übernahm, soll dunkle Haut haben, etwa 30 Jahre alt und 1,80 Meter groß sein. Er habe eine blaue oder graue Schildmütze getragen.

Die Kriminalpolizei bittet Zeuginnen und Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0711/89905778 zu melden.