(red) - Ein Bürger aus Manolzweiler ist mit seinem Eilantrag gegen den Bau des Windparks „Winterbach-Goldboden“ gescheitert. Das Verwaltungsgericht Stuttgart lehnte seinen Antrag mangels Antragsbefugnis als unzulässig ab.

Das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises hatte der EnBW am 2. Dezember 2016 die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für den Bau und den Betrieb von drei Windrädern am Goldboden auf dem Schurwald erteilt und den Sofortvollzug angeordnet. Die Anlagen haben eine Nabenhöhe von 164 und 166 Metern, einen Rotordurchmesser von 131 Metern und eine Gesamthöhe von 230 Metern. Das Grundstück des Antragstellers liege etwa 1200 Meter vom nächstgelegenen Windrad entfernt. Damit sei eine Verletzung materieller Rechte auszuschließen, urteilte das Verwaltungsgericht. Es könne ausgeschlossen werden, dass der Antragsteller schädlichen oder sonst unzumutbaren Schallimmissionen ausgesetzt werde. Er habe zwar geltend gemacht, für die Schallimmissionsprognose müsse ein anderes Berechnungsverfahren angewandt werden und ein eigenes Sachverständigengutachten vorgelegt. Aber auch danach würden die Lärmrichtwerte für ein allgemeines Wohngebiet eingehalten. Größere Unsicherheitszuschläge in der Berechnung der Prognose sind nach Ansicht des Gerichts nicht nötig, weil mittlerweile zertifizierte Messungen für Windräder dieses Typs vorlägen und das Landratsamt entsprechende Auflagen zur Genehmigung erlassen habe.

Es sei auch offensichtlich, dass die zusätzlichen Lärmquellen, die der Antragsteller als Vorbelastungen berücksichtigt sehen wolle, für sein Grundstück für die Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr keine Rolle spielen könnten. Die EnBW müsse die Windräder im Sommerhalbjahr wegen artenschutzrechtlicher Auflagen ohnehin ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang abschalten. Außerdem könne der Antragsteller wegen der Randlage seines Grundstück direkt am Übergang zum landwirtschaftlich genutzten Bereich nicht denselben Schutzanspruch genießen wie mitten in einem ringsum bebauten allgemeinen Wohngebiet. Deshalb seien die Berechnung der Schallimmissionsprognose und die Lärmschutzauflagen des Landratsamts für ihn sogar eher noch günstig.

Die Einwände des Antragstellers gegen die umweltrechtliche Prüfung des Projekts durch das Landratsamt seien bei der Entscheidung nicht zu berücksichtigen, weil es schon an der Möglichkeit einer Verletzung in eigenen Rechten fehle.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: