Beamte in Deutschland haben die Möglichkeit, sich zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Versicherung entscheiden zu können. Foto: pixabay.com/blickpixel

Beamte in Deutschland haben gegenüber normalen Angestellten viele Vorteile. Einer dieser vielen Vorteile ist die Möglichkeit, sich zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Versicherung entscheiden zu können: Sie sind nicht automatisch gesetzlich pflichtversichert.

Esslingen - Viele Beamte und Beamtenanwärter wählen eine private Versicherung, da die private Versicherung günstiger ausfällt und von den Dienstherren gefördert wird. Außerdem werfen gerade in Krisenzeiten Negativ-Schlagzeilen über die GKV ein schlechtes Bild auf die Leistungen und führen so zu Unmut in der Bevölkerung. Wir haben uns mit den Unterschieden auseinandergesetzt!

Förderungsmöglichkeiten 

Die Förderung von den Dienstherren für eine private Krankenversicherung liegt zwischen 50% und 70%. Das heißt, Beamte müssen nur einen Teil der eigentlichen Versicherungskosten selbst zahlen, was die Gebühren für eine private Krankenversicherung im Vergleich zu normal Angestellten bereits enorm senkt. Wenn Beamte ihre Kinder oder Partner mitversichern möchten, müssen sie das zwar selbstständig machen, aber auch hier übernimmt der Dienstherr zwischen 50% und 70% der Kosten. Für Kinder werden hier sogar bis zu 80% übernommen. Besonders Beamtenanwärter profitieren von besonders günstigen Tarifen. Dadurch, dass Sie in Zukunft vielleicht Ihren Beamtenstatus wieder abgeben, brauchen sie keine Altersvorsorge bezahlen. 

Besonders für Beamtenanwärter lohnenswert

Beamtenanwärter haben zwar auch den vollen Anspruch auf eine Förderung, sie müssen diese aber innerhalb der ersten 12 Dienstmonate bei ihrem Dienstherren beantragen. Außerdem profitieren Beamtenanwärter von besonders günstigen Tarifen: Das Alter selbst spielt bei den Kosten aber auch eine Rolle. Meist sind spezielle Tarife an ein Höchstalter geknüpft.

Wie wird man als Beamter Teil einer privaten Versicherung?

Bevor man als Beamter einer Versicherung beitreten kann, muss man die Fragen der gewünschten Versicherung zum Thema Gesundheitszustand und Vorerkrankungen rechtmäßig und ausführlich beantworten. Danach kann der Versicherer das Risikopotential einschätzen und Ihnen so ein passendes Angebot zukommen lassen. Hier gibt es zahlreiche Plattformen, die Ihnen einen Überblick über Service-Dienstleistungen gewähren und Sie auf dem Weg zur perfekten, auf Sie angepassten Versicherung begleiten. 

Warum ist die private Versicherung für Beamte so günstig? Vorteile & Fakten!

Während die Prämien bei der GKV aufgrund des Einkommens bemessen werden, wird der Versicherungsbetrag bei einer privaten Versicherung nach dem Gesundheitszustand und Alter bemessen. Besonders hier haben Anwärter meist einen Vorteil. Als Beamtenanwärter hat man meist noch ein niedrigeres Einkommen, aber ist gesundheitlich und aufgrund des häufig jungen Alters in einer Stufe der Versicherung, in der man sehr niedrige Prämien zahlen muss. 

Während man bei der GKV nicht selbst aussuchen kann, welche Leistungen die Versicherung beinhaltet, kann man sich bei der privaten Versicherung selbst aussuchen, welche Leistungen in der Versicherung enthalten sein sollen. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung entscheidet das Einkommen darüber, wie viel man für die Versicherung zahlen muss. Meist sind so die Kosten um einiges höher als bei einer privaten Versicherung.

Bei der privaten Versicherung hat man die freie Klinik- und Arztwahl. Es werden die vollen Medikamentenkosten erstattet und meist steigt man hier sogar günstiger aus, als mit der gesetzlichen Versicherung. Private Versicherungen übernehmen außerdem auch die Kosten für Brillen und Sehhilfen und bezahlen einen größeren Teil der Kosten beim Zahnarzt und Kieferorthopäden. Außerdem bekommen privatversicherte Beamte die Kosten für alternative Heilmethoden wie Heilpraktiker auch von der Krankenkasse zu einem hohen Teil bezahlt.

Gesetzliche Krankenversicherung als Beamter

Entscheidet man sich als Beamter für die Absicherung per gesetzlicher Krankenversicherung, werden Sie wie ein Selbständiger behandelt und haben die gesamten Kosten selbst zu begleichen. Als Beamter wird Ihnen außerdem unabhängig vom Einkommen immer der Höchstsatz berechnet. 

Inzwischen gibt es zwar einige Modelle wie zum Beispiel in Köln, wo man auch für die gesetzliche Kasse Zuschüsse bekommt, allerdings konnte sich das noch nicht deutschlandweit durchsetzen. Daher entscheiden sich nur die wenigsten Beamten freiwillig für die gesetzliche Versicherung und wenn dann nur aus speziellen Gründen. Zum Beispiel weil das Eintrittsalter in die private Versicherung so hoch ist, dass es sich finanziell nicht mehr lohnt, oder Sie bereits Vorerkrankungen hatten die Ihre Prämien zu sehr in die Höhe treiben. Für Beamte und Alleinverdiener mit vielen Kindern, könnte es sich auch lohnen, sich für die gesetzliche Versicherung zu entscheiden da es kostenlos ist, seine Kinder in dieser mitzuversichern.

Fazit über den Beamten-Wahnsinn 

Für Beamte lohnt es sich so fast immer, sowohl finanziell als auch leistungsabhängig, sich für die private Versicherung zu entscheiden. Die gebotenen Leistungen einer privaten Versicherung stehen weit über denen der gesetzlichen und auch kostentechnisch steht die gesetzliche Versicherung der privaten Versicherung für Beamte deutlich nach. Sollten Sie sich einmal für eine Private entschieden haben, können Sie nicht mehr zur gesetzlichen Versicherung wechseln. Es ist deshalb sinnvoll, sich trotz der Vorteile ein wenig Zeit zu nehmen und selbst Recherchen anzustellen, um auch in Zukunft glücklich mit der Auswahl zu sein. Denn die eigene Gesundheit steht jederzeit an erster Stelle.