Das Fachzentrum Neurologie an den Kliniken Böblingen-Sindelfingen wird personell neu aufgestellt. Stephan Lauxmann übernimmt den Posten von Guy Arnold. Sven Poli übernimmt in Calw.
Dr. Stephan Lauxmann, bisher Chefarzt der Calwer Neurologie, ist zum Jahresbeginn an die Kliniken Sindelfingen-Böblingen gewechselt, wo er die Nachfolge von Chefarzt Professor Dr. Guy Arnold antritt. Das berichtet der Klinikverbund Südwest (KVSW) in einer Pressemitteilung.
Arnold gibt seinen Posten auf. Er hatte die Sindelfinger Neurologie über die vergangenen 20 Jahren hinweg aufgebaut. Unter seiner Ägide sei die regionale Stroke-Unit zur Behandlung von akuten Schlaganfällen erstmals offiziell zertifiziert und konsequent ausgebaut worden, heißt es in dem Schreiben. Darüber hinaus habe Arnold eine neurologische Tagesklinik, die bis heute als wichtiges Bindeglied zwischen vollstationärer Versorgung und ambulanter Behandlung fungiere und vom Team um Stephan Lauxmann weiterentwickelt werden soll, ins Leben gerufen.
„Wir danken Professor Arnold sehr für sein großes Engagement für unseren Verbund, für unsere Patienten und die gesamte Region in den vergangenen zwei Jahrzehnten und wünschen ihm für den kommenden Lebensabschnitt alles Gute“, betonen der Böblinger Landrat Roland Bernhard, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des KVSW ist, und KVSW-Geschäftsführer Alexander Schmidtke.
Stephan Lauxmann ist Experte für Epileptologie
Arnolds Nachfolger Stephan Lauxmann habe sein Medizinstudium an der Universität Tübingen sowie am Rambam Health Care Center in Haifa (Israel) absolviert und sei dann als Oberarzt in der Calwer Klinik für Neurologie mit dem Schwerpunkt Epileptologie tätig gewesen. „PD Doktor Lauxmann hat in Calw in kürzester Zeit hervorragende Arbeit geleistet und die Neurologie medizinisch und strukturell spürbar weiterentwickelt und wechselte nun planmäßig nach Sindelfingen“, lobt Alexander Schmidtke.
Für die Nachfolge Lauxmanns in Calw konnte der KVSW Professor Sven Poli gewinnen, der zuletzt am Universitätsklinikum Tübingen tätig gewesen sei und umfassende Erfahrung in der Versorgung neurologischer Erkrankungen mitbringe, führt das Schreiben weiter aus. Polis Schwerpunkte liegen demnach insbesondere in der Schlaganfallmedizin, der Behandlung neuroimmunologischer Erkrankungen wie Multipler Sklerose sowie in der neurologischen Ultraschalldiagnostik.
Neurozentrum am Flugfeldklinikum befindet sich im Aufbau
Mit der Personalrochade wappnet sich Landrat Bernhard auch für den Aufbau des geplanten Neurozentrums am künftigen Flugfeldklinikum. „Dieses Zentrum ist ein zentraler Baustein der Medizinkonzeption 2030 und ein wichtiger Bestandteil für die Etablierung des künftigen Flugfeldklinikums als Maximalversorger“, sagt er. „Mit einem hoch qualifizierten Führungsteam an der Spitze sichern wir eine hoch qualifizierte, neurologische Versorgung in der gesamten Region des Klinikverbund Südwest.“
Nach der organisatorischen Zusammenführung der Neurologien aus Calw und Sindelfingen sowie dem Start der interventionellen Neuroradiologie seien zwei zentrale Säulen des künftigen verbundweiten Neurozentrums bereits etabliert, so der KVBW. Die dritte Säule – die Neurochirurgie – befinde sich derzeit im Aufbau. Ziel sei ein interdisziplinär aufgestelltes Zentrum, das die gesamte Bandbreite neurologischer Erkrankungen aus einer Hand diagnostiziere und behandele. Der schrittweise Ausbau des Neurozentrums sei bis zur Inbetriebnahme des Flugfeldklinikums geplant.
„Mit dem künftigen Neurozentrum bauen wir einen medizinischen Schwerpunkt mit überregionaler Strahlkraft auf, der die neurologische Versorgung für die Menschen in der Region entscheidend verbessert“, erklärt Schmidtke. „Patientinnen und Patienten profitieren künftig von einer hoch spezialisierten, standortübergreifend abgestimmten Behandlung auf universitärem Niveau. Damit stärken wir nicht nur die fachliche Exzellenz, sondern vor allem die Versorgungsqualität für die Menschen im gesamten Versorgungsgebiet.“