Die Stadt Plochingen investiert rund 1,5 Millionen Euro in ihren Bauhof. Unter anderem wird ein neues Betriebsgebäude auf bestehenden Mauern errichtet.
Das Team des Plochinger Bauhofs muss für ein Jahr lang zusammenrücken. Dafür bekommt es danach Sozial- und Betriebsräume, die, anders als bisher, moderne Standards erfüllen und auch auf Frauen eingestellt sind. Die gibt es in der 19-köpfigen Truppe nämlich bisher noch nicht.
Umgebaut wird im laufenden Betrieb. Die sogenannte Westspange, also der westliche Hallen-Riegel, bleibt vorläufig wie er ist. Er wird möglicherweise, abhängig von der Finanzlage der Stadt, später saniert. Jetzt werden zunächst die Ostspange und das Betriebsgebäude umgebaut und neu strukturiert: Die östlichen Hallen mit mehreren Lagern und Garagen sind künftig unbeheizter Bereich; ihr sanierungsbedürftiges Satteldach wird zum Pultdach, wodurch mehr und besser zugänglicher Lagerraum entsteht.
Plochinger Betriebsgebäude war einst Schießhaus und Vereinsheim
Kernstück der aktuellen Arbeiten ist aber das Betriebsgebäude, das auf bestehenden Grundmauern neu errichtet wird: Der Grundriss wird vergrößert, das obere Geschoss abgebrochen und durch ein neues in Holzbauweise ersetzt. Das Erd- beziehungsweise Untergeschoss – je nachdem, von wo man draufschaut – bleibt dabei erhalten. Die Bausubstanz sei gut, „das sind sehr dicke Wände, sehr massiv“, sagt Architekt Wilfried Straka über das Gebäude aus den 1930er-Jahren, das schon mehrere Leben hatte: Zuerst war es das Schießhaus, dann das Vereinsheim des Tennisclubs, bis dieser 1976 auf den Stumpenhof zog. In dieser Phase war zumindest zeitweise auch die Wohnung des Platzwarts im Vereinsheim. Dann hat die Stadt das Haus für ihren Bauhof erworben und erst vor wenigen Jahren in seinem Grundgeschoss in neue Duschen und Umkleideräume investiert – ein Grund mehr, nicht einfach alles dem Erdboden gleichzumachen, wie auch der Architekt findet.
Straka hat allerdings zeitweise daran gezweifelt, dass es tatsächlich zum Umbau kommt. Vor sechs Jahren habe man sich zum ersten Mal auf dem Gelände getroffen und „Visionen entwickelt“, sagt er. Dann wurde das Geld knapper, die Mehrheit im Gemeinderat wackelte, Alternativvorschläge kamen auf den Tisch, neue Untersuchungen waren gefragt. Aber im Juli hat das Gremium dann doch den Baubeschluss gefasst.
Damit saniere man auch „einen der größten Energieverbraucher“ unter den städtischen Gebäuden, betonte Bürgermeister Frank Buß. Künftig ist das Betriebsgebäude besser gedämmt und mit einer Wärmepumpe beheizt. Auf sein Dach wie auch auf das der Ostspange kommt eine PV-Anlage. Am wichtigsten sei aber, dass Büro, Sozialbereich und Vesperräume auf aktuelle Standards gesetzt würden, betonte der Rathauschef. Gerade im Vesperraum habe sich seit 40 Jahren abgesehen vom jährlichen Kalenderaustausch nicht viel verändert.
Plochinger Bauhof bald auch mit Frauenduschen und –umkleidekabinen
Die ersten Gewerke sind bereits vergeben, Abbruch und Rohbauarbeiten sind noch dieses Jahr vorgesehen. Der Architekt schätzt die Bauzeit auf rund ein Jahr, vielleicht auch kürzer.
Im Anschluss wird es dann auch separate WCs, Duschen und Umkleiden für Frauen geben. Die hätte man zwar bei Bedarf auch bisher schon eingerichtet, betont Bauhofleiter Christian Sachs: „Das hätten wir schon möglich gemacht!“ Allerdings wurde aus den bislang zwei Bewerbungen von Frauen aus anderen Gründen nichts – vielleicht ändert sich das ja in Zukunft.
Wegen der Bauarbeiten am Bauhof ist der Plochinger Recyclinghof am Pfostenbergweg bis Ende des Jahres 2026 geschlossen. Alternativ dazu kann man die Recyclinghöfe in Altbach, Deizisau oder am Weißen Stein anfahren. Am Weißen Stein werden allerdings keine Gelben Säche und kein Styropor angenommen.
Weitere Informationen unter: www.awb-es.de.